Phänomen Traum: Zwei ‚Fall‘-Träume mit positivem Ausgang

Mit der Reihe ‚Phänomen Traum‘ möchte ich vehement der materialistisch orientierten Auffassung der Hirnforschung entgegentreten, die davon ausgeht, dass Träume im Grunde eine Art Neben- oder Abfallprodukt der Prozesse sind, die während des Schlafes potentiell im Gehirn stattfinden. Es sind nur Indizien, die ich liefern kann. Jedoch weisen diese in eine Richtung, die darauf hindeuten könnte, dass Träume viel mehr sind, als irgendwelche wert- und sinnlosen Geschichten, die sich das Hirn zusammen reimt.

In der letzten Zeit hatte ich zwei Träume, die vielleicht eines gemeinsam haben, nämlich, dass es ‚abwärts‘ ging. Deshalb beschreibe ich beide Träume in einem Beitrag. Auch, weil deren Inhalte auch nicht so umfangreich waren, als dass sich jeweils ein Beitrag lohnen würde.

Diese Art Träume kennt wahrscheinlich so gut wie jeder und meist hat man sie vermehrt in der Jugend oder sogar noch früher. Man stürzt irgendwo herunter und fällt und fällt und fällt endlos irgendwo herunter. Manchmal ist es ein Fahrstuhlschacht oder eine Schlucht oder irgendwas in der Art.
Meist scheint man niemals aufzuschlagen und wenn doch, wacht man in diesem Moment völlig Schweiß gebadet oder erschrocken auf.
In meinen beiden Träumen ging es irgendwie in diesem Sinne auch bergab, aber beide Träume hatten einen positiven Ausgang, der mich nicht erschrocken aufwachen ließ.

Traum 1, ca. 1-2 Wochen her.
Ich befinde mich in einem Zirkuszelt. Es sehr großes Zelt, ungefähr so, wie diese riesigen Zelte in den USA. Sie bestehen aus mehreren Abschnitten. Jeder Abschnitt zeichnet sich durch einen großen Mast aus, der dem Zelt für diesen Abschnitt seine Wölbung gibt und woran es befestigt ist.
Ich sitze oben im Zelt, fast an der Decke, auf einer Stange. Es handelt sich um diese Stangen, über die diese fliegenden Akrobaten von einer Stange zur anderen fliegen. Ich habe gerade den Fachbegriff nicht zur Hand. Die eigentliche Vorführung, die ich und meine Partnerin anscheinend kurz zuvor durchgeführt hatten, war bereits vorbei und eine neue Attraktion war in einem anderen Abschnitt dieses riesigen Zeltes zur Begeisterung des Publikums bereits gestartet. Die Aufmerksamkeit des Publikums war also aktuell eher auf die neue Vorführung gerichtet.
Neben mir, ebenfalls auf einer solchen Stange, saß meine Partnerin. Sie war nicht nur meine Partnerin, was die akrobatischen Aktionen angeht (was auch immer wir vorher mutmaßlich vorgeführt hatten), sondern auch meine Lebensgefährtin oder Frau. Wir hingen also dort oben nebeneinander und irgendwie miteinander verbunden. Unsere beiden Stangen bzw. die Seile/Aufhängungen hingen irgendwie zusammen.
Da wurde mir bewußt, dass ich an Höhenangst litt. Ich schaute herunter und es waren locker 10-20m freier Raum unter uns. Mir wurde schwummrig. Im RealLife bin ich tatsächlich seit ein paar Jahrzehnten ängstlich, was Höhen angeht. Früher, so etwa bis Ende 20, hat es mir nicht so viel ausgemacht. In dem Traum war die Höhenangst jedoch nicht so ganz ausgeprägt wie im RealLife. Jedoch war mir diese leichte Höhenangst unangenehm, denn schließlich war ich anscheinend in dieser Rolle in diesem Traum ja ein Akrobat. Dazu kam, dass ich zusammen mit meiner Frau, die offensichtlich keine Höhenangst hatte und einer alten Akrobatenfamilie entstammte, diese gefährlichen Kunststücke vollbringen musste. Da kommt Höhenangst natürlich nicht gut bzw. ist dann sogar eher gefährlich und bedenklich. Ich war also, im Gegensatz zu meiner Frau, kein ‚geborener Akrobat‘, sondern ‚dazu gekommen‘ oder eingeheiratet. Deshalb war es mir unangenehm, denn ich war, zumindest was diesen Beruf angeht, ’suboptimal geeignet‘ für meine Frau. Ich fühlte mich, als ob ich ihr deshalb nicht genügen könnte wegen dieses Makels.
Irgendwann ließ meine Frau uns von dort oben herunter, indem sie ein Seil sukzessive mit der einen Hand immer wieder rhythmisch löste.
Dann, als wir fast unten auf dem Zeltboden angekommen waren, wurden meine Zweifel wegen meiner ‚Fehlbarkeit‘ aufgelöst, indem mir plötzlich, wie mit einer ‚ungefilterten emotionalen Übertragung‘ im vollen Umfang die Gefühle meiner Frau mir gegenüber gewahr wurden. Alles das, was Worte nicht übertragen können und was nicht gesagt wird oder werden kann, wurde mir von meiner Frau übertragen. Es war nicht so, dass sie es mir bewußt übermittelt hat, indem sie mich anstarrte und es überhaupt initiiert hat. Es wurde mir viel mehr ‚einfach so‘ bewußt und gegenwärtig, ohne, dass meine Frau in diesem Traum das veranlasst oder gewusst hätte oder so etwas. Ich fühlte also direkt ihre Gefühle mir gegenüber im vollsten Umfang und extrem intensiv. Ich fühlte also in diesem Sinne, dass sie mit mir glücklich war und es daran keinen Zweifel gab. Eine wahre Freude und Glück, weil sie mich hatte. Ich spürte, dass ich ihr mehr als genügte. Ich war der Grund für ihre Zufriedenheit und ihre Lebensfreude. Ich war ihre Liebe. Was so einfach und schlicht klingt, war genau deshalb umso schöner für mich. Dass ich es erfahren und fühlen konnte. Dass ich es nun auf diese Weise regelrecht ‚wusste‘. Doch viel mehr, ich spürte es jetzt und damit war es so wie es ist. Anscheinend hatte ich es ‚zuvor‘ (wie auch immer ein ‚zuvor‘ in diesem Traum ausgesehen haben möge und wie man sich Zeit/Vergangenheit im Traum vorstellen kann) wohl nicht gewusst. Und es war für mich noch schöner als man es sich eh schon vorstellt, denn mein Makel der Höhenangst machte da keinen Unterschied. Meine Frau liebte mich, weil ich da bin und das bin, was ich bin. Es war sehr schön. Und es machte mich stolz und glücklich. Ich habe mich nach diesem Traum gefragt, wieso man im RealLife seinen Mitmenschen nicht wirklich alles versucht zu erklären, wie man empfindet, wie sehr man z.B. jemanden liebt? Es scheint eine Message dieses Traumes gewesen zu sein. Eigentlich lieben wir uns und niemand ist wirklich schlecht oder ungeeignet. Jeder ist gut so, wie er ist und man liebt den anderen auch genau deshalb. Es ist schade und traurig, dass wir das im Leben kaum oder selten sagen oder den anderen zu verstehen geben. Vielmehr wird häufig nur das negative gesehen oder hervor gehoben. Es wird stets versucht, zu verbessern, anzupassen und so zurecht zu biegen, wie es irgendwelche fremden und absurden Vorgaben, Vorstellungen oder Theorien vorgeben. Was ein Quatsch und Verschwendung.

Traum 2, ca. 2-3 Tage her.
Ein Wolkenkratzer in New York. Ich arbeite anscheinend dort als Handwerker. Der Wolkenkratzer befindet sich nicht im Bau, sondern ist schon längst ‚in Betrieb‘. Irgendwo, in einem der obersten Stockwerke, also achtzigster Stock oder sowas, jedenfalls extrem weit oben, möchte ich nach unten fahren und bewege mich auf einen Fahrstuhl zu. Ich komme um die Ecke, dort befindet sich die Fahrstuhltür, und sehe, dass die Tür, zu meiner Verwunderung, offen steht. Man kennt das ja, gemäß Murphy’s Gesetz muss man immer auf den Fahrstuhl warten. Doch dieser Fahrstuhl stand offen und drinnen standen 3-4 Leute. Ich erinnere mich an einen Mann in der Mitte. Drei Personen standen nämlich nebeneinander, mit dem Blick zur Tür gerichtet. Der Mann in der Mitte war ein Afroamerikaner in einem Anzug bzw. er hatte einen schicken, mittellangen Mantel an. So einen mit Fell am Kragen und aus Leder. Richtig edel. Irgendwie so, wie man es sich in der Business-Welt der Wall Street vorstellt. Nun betrat ich eilig den Fahrstuhl, bevor die Türen zu fahren. In dem Moment, als ich den Fahrstuhl betrat, sackte dieser ab. Anscheinend, weil mein Gewicht zu groß war bzw. das dazu gekommene Gewicht gerade so an der Grenze dessen war, was dieser Fahrstuhl tragen konnte. Doch eigentlich war dieser Fahrstuhl natürlich für noch sehr viel größere Gewichte geeignet. Einer dieser seltsamen Zusammenhänge in Träumen eben, die nicht so ganz logisch sind. Oder vielleicht war der Fahrstuhl auch altersschwach. Jedenfalls sackte der Fahrstuhl ab. Erst ein bisschen, dann mehr und ich fühlte, wie der Fahrstuhlboden unter mir nachgab. Ich drehte mich leicht um und sah, wie die Fahrstuhltür bzw. die Öffnung sich nach oben entfernte aber noch zu sehen war, weil der Fahrstuhl selbst sich ja absenkte. Eine Frau rief ängstlich irgendetwas. Und auch ich gab irgendwas in der Art ‚Huch‘ oder so von mir. Doch der Fahrstuhl als solches stürzte nicht ab. Ich hatte das Gefühl, dass ich keine Angst haben muss. Jedenfalls hatte ich keine Angst mit dem Fahrstuhl ins Unendliche abzustürzen. Und nun fuhr der Fahrstuhl los. Ganz so, als würde er seiner normalen Funktion bzw. Tätigkeit nachgehen. Und wir fuhren nach unten. Etwas schneller als normal, denn das Gewicht war ja erhöht oder grenzwertig. Es war schon etwas, was einem ein mulmiges Gefühl bereiten könnte, aber ich hatte die ganze Zeit das Bewußtsein, dass ich keine Angst deshalb haben müsste. Und selbst, wenn der Fahrstuhl abstürzen würde, empfand ich angesichts dieses möglichen Szenarios kaum oder keine Angst. Nun waren wir unten angekommen und es gingen die Gedanken um, ob der Fahrstuhl auch in der untersten Etage angesichts des ‚Übergewichts‘ (vielleicht war der Fahrstuhl auch einfach altersschwach) normal funktionieren, anhalten würde und die Türen sich auch öffnen würden. Doch der Fahrstuhl hielt an und öffnete die Türen. Alle Passagiere und auch ich konnten unversehrt aussteigen.

Wir leben in einer deskriptiven Welt

Als ich Kind war, war ich davon überzeugt, dass unsere Welt von uns Menschen bereits vollständig verstanden sei. Wie jeder weiß, ist dem nicht so. Das ist eine extrem ernüchternde Situation, wenn man eines Tages auf diese Erkenntnis stößt.
Nun, was gehört dazu, um die Gegenwart, in der wir leben, vollständig zu beschreiben? Dabei meine ich nicht etwa den Hawkingschen Ansatz, also buttom->up, sondern eigentlich eher genau umgekehrt. Mit dem materialistischen buttom->up-Ansatz, der im Grunde rein an der Materie ansetzt und davon ausgeht, dass man sämtliche Ereignisse kumulativ hochrechnen können kann, gehe ich davon aus, dass man allein mit der Beschreibung der materiellen Welt zwar weit kommt, jedoch nur bis zu einem bestimmten Punkt, nämlich bis zur Konfiguration der Materie, der Form, wenn überhaupt.
Beispiel. Eine extra-terrestrische Zivilisation, die sich einzig auf den materiellen Ansatz versteht, gelangt zur Erde und untersucht die Lebensformen, unter anderem den Menschen. Sie analysiert und versteht unser Gehirn. Würde sie allein dadurch darauf schließen können, dass es in unserer Welt Laptops gibt? Oder Atombomben oder Kultur oder politische Systeme oder oder oder? Nein! Sie würde bestenfalls herausfinden, dass unser Gehirn das Potential hätte (Konjunktive beachten), dass wir rational denken könnten, dass wir Wissenschaft betreiben könnten, dass wir deshalb auch Atombomben bauen könnten. Sie würden aber nicht wissen, DASS es das alles in unserer Welt oder Realität gibt, DASS wir das auch umgesetzt haben!
Also, was müssten sie tun, um sich von unserer Welt bzw. unserer Gegenwart oder Realität ein eindeutiges Bild zu verschaffen, um zu verstehen (‚vollständig zu beschreiben‘) wie und weshalb unserer Realität so ist wie sie ist? Sie müssten herausfinden, was wann und weshalb geschehen ist, weshalb es in unserer Welt z.B. Atombomben gibt. Was wäre passiert, wenn Truman morgens eine Pampelmuse zum Frühstück gegessen hätte, seine Enkeltöchter gesehen und nachgedacht hätte, Mitgefühl mitgenommen hätte und deshalb sich dazu entschieden hätte, keine Atombombe auf Japan zu werfen? Hätte es dann einen kalten Krieg gegeben? Wenn ja, in gleicher Weise?
Auf diese Art kann man ungezählte Beispiele und Faktoren nennen, die womöglich zu einer völlig anderen Realität geführt hätten, als die, in der wir leben. Was schlussfolgern wir daraus? Um die Realität zu verstehen, in der wir in diesem Moment leben, reicht es nicht aus, bloß die Materie zu betrachten und zu studieren und/oder bestenfalls zu verstehen. Denn von der reinen Form her, hätte es sich dennoch völlig anders entwickeln können. Die Form, z.B. unser Gehirn oder Körper, bietet lediglich das Potential(!), was möglich wäre. Alles andere ist inhaltlicher Natur, wie die Zeilen bzw. Informationen in einem Buch. Man muss die inhaltlichen Aspekte und Zusammenhänge, also, das was inhaltlich in einem Buch geschrieben steht, kennen und zwar von der Bedeutung und Kontext her. Und dies ist immateriell! Es reichen nicht die Buchstaben und Ziffern. Das bedeutet, und so stelle ich mir das vor, dass die rein materiellen Aspekte von der Bedeutung her, im Gegensatz zum Inhalt, der Information, fast zu vernachlässigen sind, wollte man unsere Realität in Gänze beschreiben und verstehen.

Das besondere ist, dass der freie Wille dem Ganzen noch eine extrem mächtige Variable hinzufügt.
Es führt dann zu einer Art Viele-Welten-Theorie. Und vielleicht gibt es eine Welt, in der ich ebenfalls existiere, aber die das beschreibt, was geschehen wäre, hätte ich mich in der Schule weniger oder mehr angestrengt. Oder was geschehen wäre, hätte ich mir mit 5 Jahren nicht das Bein gebrochen. Eine Welt, in der die schwangere Mutter von Alexander den Großen sich an dem Abend, als es gerade zur Entwicklung gewisser neuronaler Strukturen kam, sich mit Wein einen gekippt hätte und Alexander dadurch gehandikapt zur Welt gekommen wäre.
Wie sähe die Welt heute aus, wenn es Alexander den Großen nie gegeben hätte? Das alles steht nicht in der Materie oder unseren Genen, es ist in der Geschichte durch Myriaden quasi unvorhersehbarer Variablen und Faktoren und den Entscheidungen der Beteiligten entstanden und somit in das Informationsfeld unserer Geschichte geschrieben worden. Wir könnten selbst unsere eigene aktuelle Realität nicht verstehen, wenn wir nicht irgendwann mit der Geschichtsschreibung (Information) und später der Aufzeichnung unserer Gedanken, Theorie, Hypothesen und Erkenntnisse begonnen hätten!

Dies alles nenne ich ‚deskriptive Welt‘. Also, eine Welt, in der es eigentlich um die Inhalte geht, die Informationen. Diese sind letztlich immateriell. Jetzt mag der ein oder andere sagen, dass es in der materiellen Welt sehr wohl Informationen gibt, die sich auch materiell abbilden, z.B. in Form von genetischen Informationen. Dies ist so, doch dort stehen keine Informationen über, um beim o.g. Beispiel zu bleiben, Alexander den Großen. Genetische Informationen sind wie etwa Baupläne zu verstehen. Sie beziehen sich bestenfalls auf die Konstruktion und vielleicht auch noch auf die rudimentäre ‚Funktion der Materie‘. Es wie beim o.g. Buch. Genetische Informationen stellen die blanken Seiten dar, den Buchrücken, die Verklebung, das Gebinde usw.. Dabei möchte ich ihre Bedeutung nicht schmälern. Das Materielle und das Immaterielle greifen womöglich sogar ineinander. So wäre das Materielle ohne das Immaterielle nicht möglich oder denkbar und umgekehrt. Sie sind beides Faktoren, die zu der Welt führen, zu der sie geführt haben. Dies ist selbstverständlich ein Aspekt, der zur vollständigen Beschreibung dieser Welt zwingend notwendig ist, denn beides tritt auf, deshalb gehört es zusammen.

Wir leben demnach und also in einer ‚beschreibenden Welt‘. Ohne diese Inhalte ist diese Welt nichts oder nicht existent. Umgekehrt wäre diese Welt, wie wir sie kennen, ohne die Form, den Buchrücken ebenfalls auch nicht die, die sie ist.

Phänomen Traum: Lilly kann uns auf unserem Weg nicht weiter begleiten

Mit der Reihe ‚Phänomen Traum‘ möchte ich vehement der materialistisch orientierten Auffassung der Hirnforschung entgegentreten, die davon ausgeht, dass Träume im Grunde eine Art Neben- oder Abfallprodukt der Prozesse sind, die während des Schlafes potentiell im Gehirn stattfinden. Es sind nur Indizien, die ich liefern kann. Jedoch weisen diese in eine Richtung, die darauf hindeuten könnte, dass Träume viel mehr sind, als irgendwelche wert- und sinnlosen Geschichten, die sich das Hirn zusammen reimt.

Aus aktuellem Anlass möchte ich von meinem Traum berichten, den ich letzte Nacht hatte. Hierzu muss ich ein wenig ausholen.
Unsere Hündin Lilly wird dieses Jahr 18 Jahre alt. Ein wahrlich langes Leben. Als sie geboren wurde, zahlte man hierzulande noch mit der Deutschen Mark. Sie hatte es die ersten zwei Jahre nicht leicht, denn sie wurde in Spanien, genauer in Malaga, geboren und lebte dort, so nahmen wir an, auf der Straße. Wir konnten es an ihrem Verhalten erkennen, dass sie auf der Straße gelebt haben muss. Letztlich landete sie, wie viele Tiere dort, in einer Tötungsstation. Sie wurde dann von einer Organisation gerettet und nach Deutschland gebracht. Nachdem sie nach Deutschland kam, ‚diente‘ sie noch kurz als Amme und half dabei, einige Welpen zu ernähren, bevor sie letztlich, bereits ziemlich zerzaust und geschunden zu meiner Frau kam. Etwas später lernte ich sie dann kennen. Seitdem hat Lilly eigentlich, mit ein paar Ausnahmen (z.B. als sie von einem aggressiven Hund aus heiterem Himmel angefallen und blutig zusammen gebissen worden war) ein behütetes, aufmerksames, umsorgtes und gutes Leben geführt. Das ist natürlich jetzt alles sehr knapp zusammengefasst.

Vor ca. 1,5 Jahren ging es ihr zunehmend schlechter und zwar insofern, dass sie nicht mehr so recht fressen wollte. Sie war immer noch sehr aktiv und folgte mir auch stets durch die Wohnung. In der Küche stand sie immer vor mir und wollte etwas zu essen haben. Wenn ich ihr etwas anbot, fraß sie es jedoch meistens nicht. Das einzige, was sie noch wirklich fressen wollte, waren Sauerländer Bockwürstchen. Klingt seltsam, aber diese Würstchen hatten wir seinerzeit das ein oder andere mal zu einer Mahlzeit gemacht. Natürlich sind Sauerländer Bockwürstchen keine Grundlage für eine gesunde Ernährung, schon garnicht auf Dauer. Mehr als ein Würstchen wollte sie zudem auch nicht fressen. Und so nahm sie immer mehr an Gewicht ab. Ein Besuch beim Tierarzt und einer ersten Untersuchung inklusive kleinem Blutbild ergab keine Auffälligkeiten. Es wurden die Zähne (Zahnstein usw.) gemacht, falls es daran liegen würde. Wir testeten Schmerztabletten, um zu sehen, ob die Ursache vielleicht Schmerzen waren. Mit diesen Tabletten ging es ihr ein wenig besser. Doch, dass sie wenig bis garnicht essen wollte, hielt an. Sie verlor weiter an Gewicht. Ich hatte gedacht, dass man sie nicht einfach aufgeben und sterben lassen könne. Deshalb waren wir erneut beim Tierarzt. Dieses Mal wurde ein großes Blutbild erstellt sowie im Grunde alles, was man irgendwie messen und untersuchen kann, untersucht. Es wurde festgestellt, dass sie eine Schildrüsen-Unterfunktion sowie das Edison-Syndrom hat. Für beides bekamen wir Tabletten.
Bereits am ersten Tag der Medikation ging es ihr sofort besser, sie war wie ausgewechselt. Alles besserte sich abrupt, wenn man von einigen kleineren Malessen absieht, die natürlich auch schlicht auf ihr Alter zurück zu führen waren. Seit dieser Zeit bekommt sie also diese Tabletten. Wir waren immer mal wieder beim Tierarzt, um sie kurz durchhorchen zu lassen. Nach einem halben Jahr hatten wir nochmals einen Bluttest machen lassen, um zu sehen, wie sich ihre Vitalwerte verhalten. Es ergab sich, dass ihre Nierenwerte schlechter geworden waren. Auch mussten wir die Dosis des Schilddrüsenhormons erhöhen.
Ich kürze das an dieser Stelle etwas ab, denn ich möchte ja eigentlich noch auf den Traum zu sprechen kommen.
Seit einigen Wochen geht es Lilly wieder schlechter trotz Medikation.
Daran, dass sie sehr häufig Wasser lassen muss, was uns dazu veranlasste, min. alle 1-2 Stunden mit ihr ‚Pippi-Machen‘ zu gehen, hatten wir uns bereits gewöhnt und gerne für sie getan.
Doch nun scheint die Phase wieder Einzug zu halten, dass sie sehr wenig frisst und auch wieder stark abgenommen hat. Ich stelle mir natürlich die Frage, ob es richtig ist, sie weiter und mit noch mehr Medikamenten zu behandeln. Neulich überkam mich das Gefühl, dass sie nicht mehr viel Zeit hat.

Gestern hatte ich nun den folgenden Traum. Ich fuhr auf dem Rad, eine Szene, die schlüssig ist, denn ich hatte gerade erst mein Rad geputzt, erneuert und wieder einwandfrei in Schuss gebracht. Ich war unterwegs, anscheinend in die Stadt. Genau erinnere ich mich nicht, wohin ich eigentlich fahren wollte oder wo ich hingefahren war. Dann war ich auf dem Rückweg auf einer Straße, die ich gut kenne. Dort hatten wir vor einigen Jahren gewohnt. Ich fuhr eifrig und zügig. Plötzlich hörte ich ein Schnaufen und leichtes Keuchen rechts von mir. Ich blickte zur rechten Seite und sah Lilly, unsere Hündin. Sie war anscheinend neben mir am Rad gelaufen, ohne, dass ich es bemerkte. Es war mir schlicht nicht bewußt. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich der Meinung, dass ich völlig alleine mit dem Rad unterwegs war. Wir sind real tatsächlich sehr viel mit unseren Hunden und mit dem Rad unterwegs gewesen, wobei wir auch eine Laufstange benutzten, an der man die Hunde anleinen konnte, so dass sie mit einem Abstand rechts vom Rad neben und herlaufen konnten. Das war auch bei oder mit Lilly so, nur dass sie dies seit ca. 4 Jahren nicht mehr konnte aufgrund ihres Alters. All dies war bekannt, nur dass sie nun in diesem Traum plötzlich an meinem Rad neben mir herlief überraschte mich sehr, denn ich wusste es schlicht nicht. Ich hatte deshalb, weil ich es nicht wusste und so rasant und angestrengt mit dem Rad geradelt war und Lilly neben mir lief, ihr bestes gab, um mit zu halten, trotz ihres Alters, ein schlechtes Gewissen. Es tat mir leid, dass ich es nicht bemerkte und sie deshalb vielleicht über Gebühr herum getrieben und überanstrengt hatte.
Ich hielt mein Rad am Straßenrand an und leinte sie vom Rad ab. Es herrschte kein Verkehr, so dass ich mir diesbezüglich keine Sorgen machte. Lilly ging daraufhin um das Rad herum auf die linke Seite vom Rad, ein wenig auf die Straße, wo sich eine Schlagloch oder besser Mulde in der Straße befand. Sie legte sich hinein und rollte sich wie eine Katze zusammen und schlief ein. Sie sah so friedlich aus. Allgemein machte Lilly einen sehr guten Eindruck in diesem Traum. Sie hatte keine grauen Haare wie im Jetzt und sie sah auf jeden Fall jünger und toll aus.
Mir wurde bewußt, dass ich nicht ihren Körper sah, sondern ihre Seele, die sich nur in der Form darstellte, wie ich sie im Jetzt kenne.
Mir wurde auch klar, dass sie sich nicht bloß schlafen legte, sondern dass sie sich womöglich zum Sterben hinlegen würde. Der Tod an sich trat in diesem Traum nicht ein, es war vielmehr symbolisch zu verstehen.
Die Message war klar: „Lilly kann mir oder uns auf meinem oder unserem Weg durch das Leben nicht mehr weiter folgen.“
Es war wie ein Abschied im Geiste. Die friedliche Art, wie sie sich in das Loch einrollte und einfach einschlief, sollte bedeuten, dass es okay sei. Eigentlich könnte ich noch deuten, wenn ich in mich hinein horche, dass es im Gegenteil nicht gut sei. wenn ich nicht lerne, los zu lassen. Genau das könnte mein persönliches Problem sein. Ich bin ein sehr verantwortungsbewußter Mensch. Und so halte ich es mit den Lebewesen in meiner Nähe bzw. für die ich mich verantwortlich halte. Daher fällt es mir schwer, los zu lassen. So z.B., wie es nötig wäre, wenn ein Körper zu alt ist, um in dieser Welt zu bleiben. Und vielleicht bedeutet es ja auch zusätzliches Leid und Schmerz für Lilly? Hunde sind die loyalsten und treuesten Gefährten des Menschen. Wenn sie nicht gerade aufgrund eines akuten Ereignisses (Herzanfall, Schlaganfall, Krebs oder ähnliches) aus der Welt scheiden, so bleiben sie ihrer vorgegebenen Maxime immer treu und geben von sich aus niemals auf.

Ich frage nun die atomistisch ausgerichteten und denkenden Hirnforscher: „Welche neuronalen Änderungen über Nacht, d.h. im Schlaf, müssen stattfinden, damit das Gehirn eine solche (sinn- und/oder nutzlose) ‚Geschichte‘ zustande bringt bzw. ’sich ausdenkt'“?

Denkt ihr nicht, dass eure Deutung völliger Humbug, aber zumindest realitätsfern und/oder unvollständig ist?

Am Ende des Tages ist die Wüste kalt und doch der Anfang

Doch im Leben war die Suche im Grunde erfolglos,
denn wo ich hinsah, gelangte ich an die Oberfläche,
einer Wüstendüne gleich,
die nach dem Wind die Richtung wechselt,
und keinen tiefen Grund offenbart,
oder die Wurzel für Freud und Leid.

Und wer, mit einem Spaten gleich, die Kruste bricht,
um unter der Oberfläche des Lebens einen Blick zu erhaschen,
nur für einen Hauch der Erkenntnis
oder ein liebliches Streicheln der Liebe,
die uns einst fortgeführt und geküsst hat,
bevor wir wussten, dass es uns gibt,
wird sogleich aufgetrieben,
wie mit dem Wirbel eines Wasserspiels,
an dessen Grund ein Schaufelrad dreht.

Und die meisten, die ich fragte, verstanden mich nicht,
oder waren mit den Dingen beschäftigt,
die das Wasser aufgetrieben hatte
und die nicht das Leben waren,
so, wie wir,
sondern einem Taschenspielertrick gleich,
oder wie der verheißende Glanz eines Goldstücks,
welches zwar aus der Tiefe der Erde kommt,
aber sobald verblasst, wenn nur eine Frage gestellt
oder ein Gedanke danach angebracht ist,
wessen Hand das Rädchen dreht.

Und wer am Ende eine Weile durch diese Wüste der Oberflächlichkeit geschritten ist,
nicht wissend, ob die Schritte es sind, die uns fortbewegen,
oder das Wechselspiel der Dünen im Sand,
die mit etwas Glück den Blick frei machen
auf das Licht, das am Ende des Weges glimmt,
wie der erste Sonnenstrahl, der das Auge trifft,
wenn alles vergebens, vergessen und verloren scheint,
der hat sich selbst gefunden.

Und wer einen Blick erhascht,
auf das Licht, das am Ende Liebe und Einheit verspricht,
wird erkennen, dass dieser Weg weder endet,
noch einfach ist, sondern die Trennung ist,
obgleich in diesem Moment ein jeder eins ist,
mit allem, was ist.

(2020 – Über das Leben)

Evolution: Das große Missverständnis. Tatsächlich aber Beweis für die Existenz der geistigen Welt in der wir heute leben.

Ja, rund um das Thema Evolution ranken sich viele Deutungen und Missverständnisse. Auch wird die Evolution gerne als Ausrede für die eigene Untätigkeit und Bequemlichkeit herangezogen. Dann nämlich, wenn es an die eigene Verantwortung geht. So z.B. beim Thema Umwelt. Wieso und weshalb und was die Evolution eigentlich ist, habe ich bereits in meinem Artikel ‚Evolution: Ultimatives Ziel erreicht. Und jetzt?‚ ausgiebig behandelt.
Weshalb ich dieses Thema erneut aufgreife ist, dass ich heute wieder den Spruch ‚Im Tierreich nennt man das Auslese‘ gehört habe und zwar im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Das Gespräch mag den ein oder anderen bekannt vorkommen, es behandelte die Einschätzung, dass es sich bei Corona um eine Erkrankung handelt, die vielleicht mit einer Grippe zu vergleichen sei, wobei man damit meinte, dass daran auch eine bestimmte Anzahl Menschen sterben und deshalb nicht alljährlich diese Maßnahmen ergriffen werden, wie es jetzt bei Corona der Fall war und ist.
Ich treffe immer wieder auf diese unreflektierten Äußerungen. Im Grunde dienen sie nur dazu, sich das Leben einfach zu machen. Doch, in einer einfachen Welt, wie es vor dem Hintergrund der evolutionären Prozesse den Anschein hat, leben wir eben nicht. Wieso nicht?
Unsere Gewichtung und unser Verständnis der Evolution ist verschoben und wird deshalb stets fehlinterpretiert. Ja, es gibt die Evolution. Und ja, sie führt dazu, dass sich die Biologie (Betonung auf: ‚Biologie‘) der Organismen an die biotischen und abiotischen Verhältnisse, insbesondere, wenn sich diese verändern, anzupassen vermag. Das war es auch schon.
Wenn jeder von uns, der das Argument der Evolution für alle möglichen Dinge aus der Tasche kramt, insbesondere wenn es argumentativ ungemütlich wird, sich bloß einmal umsehen würde, würde er oder sie erkennen, dass die Welt, in der wir aktuell leben, eigentlich nicht viel damit zu tun hat. Das Laptop, das Fenster, das Auto, die Batterie, das Blatt Papier, das Grundgesetz, die Demokratie, das Gesundheitssystem, der Rollstuhl, das Theater usw. usf. So gut wie alle Dinge, mit denen wir täglich beschäftigt sind, haben im Grunde nichts mit der Evolution zu tun. Denn die Evolution bezieht sich einerseits auf die Biologie, wie oben bereits erwähnt. Und die meisten Dinge, die ich oben angerissen habe, sind nicht biologisch oder haben mit Organik so garnichts zu tun. Schon garnicht im Zusammenhang mit evolutionären Prozessen. Andererseits braucht diese Dinge die Evolution nicht, denn die Evolution bezieht sich auf die Entwicklung der biologischen Organismen und nicht auf Autos, Fahrräder, Laptops, Batterien, politische Systeme usw. usf.
Sprich: Das Argument der Evolution lässt sich nur auf derartige, biologische Prozesse anwenden!
Als ob das nicht schon Dilemma genug wäre, so ist auch die Interpretation falsch, dass es stets einen Sieger gibt oder geben muss. In Bezug auf uns Menschen habe ich das bereits in meinem oben genannten Artikel ‚Evolution: Ultimatives Ziel erreicht. Und jetzt?‚ ausgearbeitet. Es ist eben so, dass wir Menschen nun das vermeintliche Ziel erreicht hätten, dass wir über alles und jeden auf diesem Planeten herrschen und dominieren könnten. Wir müssten halt nur noch den Knopf drücken und hätten ‚alle anderen platt gemacht‘. Nach einer unreflektierten Auffassung der Evolution wäre das doch das ultimative Ziel. Dumm nur, dass wir uns damit auch selbst erledigen würden. Aber man kann anhand meiner überspitzten Darstellung dieses Aspektes sehen, dass wir anscheinend auch die Ziele oder das Ziel der Evolution falsch verstanden haben, vorallem, wenn man die Evolution für alles und nichts als Begründung und/oder Ursache anführt.
Tja, aber wohin führt das nun alles?
Es zeigt auf, dass die Evolution zwar unseren Körper hervorgebracht hat. Und in diesem Atemzug auch unser Gehirn. Doch ab einem bestimmten Entwicklungsschritt hat sich der menschliche Geist entwickelt und zu einer ganz neuen Entwicklung, nämlich zur geistigen Entwicklung geführt, die mit der rein biologischen Entwicklung nicht mehr viel zu tun hat. Der Geist hat zum Beispiel Brillen entwickelt, durch die Kurz- oder Weitsichtige weiter existieren können, obgleich sie sich in der Natur schon längst nicht mehr hätten behaupten können. Der Geist hat Häuser, Medikamente usw. usf. bis hin zu Computern, Raumschiffen, Kunst, Literatur, Ethik und Moral usw. entwickelt. Das bedeutet, der Geist hat eine eigene Entwicklung in einem völlig neuen Konzept und Vielfältigkeit hervor gebracht. Man könnte auch sagen, dass wir mittlerweile nicht mehr in der Natur mit ihren ehemals vorgegebenen Bedingungen existieren, sondern in einer Welt, die vom menschlichen Geist beherrscht und geschaffen wird.
Unsere jetzige Welt ist also eine Welt, die anders ist als die Welt, die von den Ur-Mechanismen der Evolution, die gebetsmühlenartig immer und immer wieder genannt werden und die durch das reine biologische Geschehen bestimmt waren, hervorgebracht wurden!
Das müssen wir verstehen, ansonsten haben wir die Evolution als solches nicht verstanden. Schlimmer noch, denn dann haben wir das geistige Element nicht verstanden, welches die Welt geschaffen hat, in der wir leben.
Nun zurück zur eingangs erwähnten Aussage: ‚In der Natur nennt man das Auslese‘. Ja, in der Natur. Aber wir leben in einer Welt, die durch uns und unseren Geist geschaffen wurde. Das bedeutet, wir können es uns nicht so einfach machen und auf eine Welt verweisen, die es, zumindest für uns, kaum noch gibt. Dann nämlich machen wir es uns zu einfach. Das scheint mir auch ein Todschlag-Argument zu sein für Leute, die sich nicht weiter über sowas Gedanken machen möchten.
Denn was würde es denn bedeuten, wenn wir beim Thema Corona auch so entscheiden und handeln würden, als ob wir noch in der Natur mit einzig deren Bedingungen der Evolution leben würden?
Wäre es eine Rechtfertigung, die alten und chronisch kranken Menschen einfach daran erkranken und womöglich daran sterben zu lassen? Können wir uns mit solch einer einfachen und plakativen Aussage aus der Verantwortung stehlen und womöglich Millionen Menschen verrecken lassen? Nur, weil wir es uns einfach machen und auf Prozesse verweisen, die aber unserer Welt kaum noch entsprechen? Demnach könnten wir ja auch alle Brillenträger, Herzinfarkt- Schlaganfall und tausend andere Erkrankungen, die in der Natur dazu führen würden, dass diese Menschen sterben würden, sterben lassen? Nur weil es im Dschungel vor ein paar Millionen Jahren auch so gewesen wäre? Das ist doch absoluter Nonsense, undurchdacht und deshalb inakzeptabel. Wer derart unreflektiert auf die Evolution verweist, ist ein Depp und hat diese nicht verstanden.

Phänomen Traum: Mein erster und bisher einziger luzider Traum

Mit der Reihe ‚Das Phänomen Traum‘ möchte ich vehement der materialistisch orientierten Auffassung der Hirnforschung entgegentreten, die davon ausgeht, dass Träume im Grunde eine Art Neben- oder Abfallprodukt der Prozesse sind, die während des Schlafes potentiell im Gehirn stattfinden. Es sind nur Indizien, die ich liefern kann. Jedoch weisen diese in eine Richtung, die darauf hindeuten könnte, dass Träume viel mehr sind, als irgendwelche wert- und sinnlosen Geschichten, die sich das Hirn zusammen reimt.

Wie oft hatte ich bereits davon gehört, dass es diese luziden Träume geben soll. Da ich mir verhältnismäßig oft Träume merken kann, bzw. diese mir in Erinnerung kommen, hatte ich mich bereits seit Jahrzehnten gewundert, dass, wenn ich diesbezüglich doch anscheinend recht sensitiv bin, dass ich selbst noch nie einen luziden Traum hatte oder diesen gewissermaßen hervorrufen konnte.
Es ist mittlerweile einige Monate her, da konnte ich einen solchen Traum erfahren. Bei luziden Träumen soll es so sein, dass sich der Träumende während des Traumes bewußt ist, dass er/sie gerade träumt. Dies erlebte ich während es folgenden Traumes, der sich zwei Abschnitte und Szenen gliedert.

Die erste Szene, an die ich mich während dessen, was ich in dieser Nacht erlebte bzw. träumte, erinnere, war, dass ich mich im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses befand, welches sich gerade im Bau befand. Es standen die Grundmauern und alles wirkte also wie ein Rohbau und/oder wie eine Baustelle. Draußen war es Nacht und die Beleuchtung eher dunkel, aber man konnte im Treppenhaus noch einigermaßen sehen. Ich stieg die Treppen im Treppenhaus hinauf bis in die oberste Etage. Dort angekommen ging ich in einen Raum bei dem aber der Boden fehlte bzw. noch nicht fertig war. Es standen dort nur die Grundmauern. Die Bauarbeiter hatten deshalb von einer Raumecke zur anderen eine Holzbohle verlegt, über die man von einer Ecke des Raumes zu anderen gelangen konnte. Ich wollte also über diese Bohle gehen, was diese an sich eher dunkle und damit unheimliche Atmosphäre natürlich nicht gerade angenehmer machte. Als ich so auf der Bohle unterwegs war, sie war geschätzt ca. 6-8m lang, und mir nun Gedanken durch den Kopf gingen, was wohl passieren würden, wenn ich hier herunter fiel, kam mir auf halben Weg eine dunkle Gestalt entgegen, wie eine Art unheimliches Schattenwesen. Es war sofort klar, dass diese Gestalt mir nicht gerade wohlgesonnen war, sondern etwas mit mir vor hatte. In dieser Situation natürlich, mich z.B. von der Bohle stoßen, so dass ich runter stürzte. Dann stand die Gestalt direkt vor mir und packte mich am rechten Arm, was sich total real anfühlte. Man kennt diese Art Träume, dass man auch körperlich das Gefühl empfindet, wie man es in der unserer realen 3D-Welt eben auch fühlen würde. Nun bekam ich natürlich große Angst. Diese Gestalt wollte mich offensichtlich packen und runter reißen. In diesem Moment hatte ich plötzlich die Eingebung, dass diese Gestalt und alles in dieser Situation nur ein Traum ist und ich derjenige bin, der diesen Traum träumt. Demnach würde ich auch bestimmen, was in diesem Traum geschieht! Deshalb wollte ich mir diesen Angriff dieser Schattengestalt auch nicht bieten lassen und erklärte diesen für nichtig bzw. für aufgehoben. Die Kraft und die Auswirkung dessen, wie diese Gestalt mich am Arm gepackt hatte, hatte somit keine Wirkung mehr, da ich sie aufhob. Ich schubste diese Schattengestalt einfach die Bohle runter und ging weiter.
Das war nun das erste Mal, dass ich überhaupt in meinem fünfzig jährigen Leben einen derartigen Traum hatte (oder mich daran erinnern konnte), dass ich selbst bestimmte, was bzw. wie etwas geschieht! Ich war völlig überrascht. Ich war mir bewußt, dass ich träumte. Es war kaum zu glauben aber auch erhebend.

Nun stand ich ja noch weiter auf der Bohle. Am Ende der Bohle, also an der anderen Zimmerecke, stand eine weitere Schattengestalt, die im Grunde darauf wartete, dass ich der Bohle bis dahin folgte, um dann auf mich los zu stürzen und mich fertig zu machen.
Nun war ich mir aber des Traumes bewußt und somit gestärkt durch diese Erkenntnis, wollte ich mich nun auch dieser zweiten Gestalt ‚entledigen‘, wenn man so will. Ich starrte die Gestalt an und befahl ihr, ‚dass sie ihr Herz heraus reißen und aufessen solle‘. Etwas skurril und bizarr, aber genau das war, was ich wollte, was mit dieser Gestalt geschehen solle.
Ich war wohl etwas überheblich ob der Erkenntnis, dass ich nun der Regisseur und der Schöpfer meines eigenen Films war. Doch das verrückte war, dass diese Gestalt genau das machte, was natürlich eher in den Bereich des Horrorfilms ging. Aber ich konnte sehen, wie die Gestalt tatsächlich sich in die Brust griff, etwas, das aussah, wie das schlagende Herz, heraus riss und es in den eigenen Mund steckte. Schon abgefahren, aber auch ziemlich bizarr und ekelig.
Nun, da ich diese unheimliche und böse Kreatur los geworden war, ging ich weiter bis auf das Dach, welches ein Flachdach war.
Plötzlich bemerkte ich, dass sich etwas von hinten näherte. Es handelte sich um einen Schwarm unheimlicher, fliegender Geschöpfe, vielleicht vergleichbar mit Fledermäusen oder kleine Vampire. Sie wollten mich von hinten angreifen. Weiterhin nach vorne blickend, streckte ich einen Arm nach hinten aus und verwandelte diese Geschöpfe Kraft meines Willens in einen Schwarm harmlose und friedliche, weiße Tauben! Völlig abgefahren. Ich drehte mich um, um mir diesen wunderschönen Schwarm weißer Tauben anzusehen, woraufhin ich plötzlich bemerkte, dass sich nun von der anderen Seite der gleiche unheimliche Schwarm schwarzer kleiner Vampire näherte, wie zuvor von hinten. Auch diese verwandelte ich sogleich in einen Schwarm friedlicher, kleiner und weißer Tauben. Gleichzeitig wechselte die Tageszeit von Nacht zu Tag und es war hell.

Nun ist es schon sehr kurios, sich einerseits in einer Art Film zu befinden, der gewissermaßen ein Eigenleben führte und aus irgendwelchen Gründen es ständig provozierte, mich zu ängstigen und irgendwie mir ständig Szenen darbot, mich zu erschrecken, mir irgendwas zu wollen oder anzutun. Das kennt man ja von unzähligen Träumen, dass man immer das Gefühl hat, man ist nur passiver Mitspieler, der der Situation immer nur irgendwie ausgeliefert ist. Andererseits konnte ich nun aber diese böse Grundstimmung des Traumes anscheinend bewußt umwandeln und beeinflussen in etwas erfreuliches und positives. Dieser Zwiespalt oder dieses Zerwürfnis wurde mir im Traum bewußt, nachdem ich den zweiten Schwarm in Tauben verwandelt hatte. Deshalb rief ich ‚in den Traum hinaus‘ (in etwa): „Was wollt ihr eigentlich von mir? Ich tue das hier alles für euch!“

Somit endete der erste Abschnitt meines luziden Traumes. Wenn es denn einer war. Und der zweite Abschnitt folgte.
Szenenwechsel. Ich befand mich in der Wohnung meiner Eltern und meine Mutter suchte ihr Auto, welches sie irgendwo in der Gegend stehen gelassen und vergessen hatte. Sie war wohl einkaufen unweit von hier, nicht weit weg. Ich war mir weiterhin bewußt, dass ich ja nun die volle Kontrolle über das Traumgeschehen hatte und sagte ihr, dass ich ich eben losgehe und ihr Auto finden werde. Ich ging also hinaus, oder besser flog hinaus, denn weshalb sollte ich zu Fuß gehen, wenn ich doch machen konnte, was ich wollte? Ich flog also umher, ist ja viel angenehmer und praktischer, und suchte nach dem Auto meiner Mutter. Ab hier hatte ich das Gefühl, dass alles, was nun kommen würde, wie eine Art ‚Sandbox‘ oder ‚Spielwiese‘ sein würde. Ein Experimentierfeld für meine ’neue Kraft‘ mit der ich tun konnte, was ich wollte.
Ich flog also so um das Haus meiner Eltern, bog um die Ecke ab und kam an einen Baum vorbei auf dem ein Auto lag. Seltsam, aber so war es, dass ein Auto, welches nicht das Auto meiner Mutter war, auf der Baumkrone des Baumes lag. Mir wurde bewußt, da ich ja der Träumer und somit Gestalter des Traumes war, wohl ‚irgendwas falsch gemacht hatte‘. Das wollte ich korrigieren, indem ich das Auto wieder auf den Boden unterhalb des Baumes ‚zurück befördern‘ wollte, was ich gleich in Angriff nahm. Plötzlich standen unter dem Baum aber jede Menge gleichartige, aber andere Autos. Mir wurde bewußt, dass ich den ‚Befehl‘ oder den Gedanken oder die Vorstellung dessen, was ich eigentlich vorhatte, anscheinend nicht im Griff hatte oder falsch gemacht hatte. Das kam mir so in etwa vor, wie ein Zauberlehrling, der seine Zaubersprüche nicht so recht im Griff hat. Anstatt das Auto nach unten zu befördern, hatte ich jede Menge anderer Autos geschaffen, die nun dort standen. Das war mir eher unangenehm, doch bereinigen konnte ich dieses Ergebnis irgendwie nicht so recht. Ich erinnere mich eigentlich nicht mehr, wie dieser Abschnitt des Traumes endete.

Was in mir blieb, ist die Erkenntnis, dass ich in meinen Träumen nicht immer nur ein passives Etwas sein muss, das das hinnehmen muss, was da kommt, sondern dass ich selbst der Regisseur sein kann und das, was in meinen Träumen geschieht, beeinflussen kann. Es war eine erstaunliche Erfahrung. Aber wer weiß. Vielleicht war das Gefühl, die Kontrolle und das Bewußtsein zu besitzen, den Traum selbst gestalten und beeinflussen zu können nur ein Traum innerhalb eines Traumes?


Corona und die Deutschen. Teil 3: Ein Eldorado für Unmenschen und der Hass der Spießbürger

Keine Frage, es gab sie schon vor der Corona-Krise. Menschen, die eine Abneigung gegen alles und jeden haben. Während zuvor bereits Raucher und Haustiere ins Visier dieser Unmenschen gerieten, was von den Boulevard-Medien sogar befördert worden ist, und auch vor Kindern nicht zwingend Halt gemacht wurde, bietet die Corona-Krise diesen Leuten nun eine ideale Plattform, um auf alles und jeden los zu gehen.

Wenn den deutschen Spießbürgern einmal Sündenböcke für ihr persönlich empfundenes Unglück oder für ihre permanent und fast schon kollektiv vorhandene Unzufriedenheit präsentiert werden, ist ganz schnell ‚Aus die Maus‘. Das persönliche Unvermögen der Reflektion, der Egoismus, die Ellenbogengesellschaft, die Verzweiflung, die Vereinsamung. Es gibt sicherlich zahllose Gründe für diese Entwicklung. Stehen die Feindbilder einmal fest, sind ehemals formulierte Werte ganz schnell vergessen. Dabei sollte diese ‚ethnische Verhaltensstörung‘ eigentlich aus der Verarbeitung der deutschen Geschichte erkannt und verbessert worden sein. Aber genau das geschah nicht. Es geht um diese Psychose, dass Prinzipien, Bilder und Vorgaben von der deutschen Bevölkerung umgesetzt werden auf ‚Teufel komm raus‘. Ein Beispiel ist die Globalisierung, was gnadenlos, eiskalt und wider der Menschlichkeit und des Mitgefühls umgesetzt wird. Dabei ist es egal, ob bettelnde Menschen in der Fußgängerzone oder der Anteil der mittellosen Menschen zugenommen hat oder dass es nun als Normalität angesehen wird, dass es Menschen gibt, die im Müll nach Pfandflaschen suchen, um sich vom Pfandgeld etwas zu essen kaufen zu können. Es wird schlicht hingenommen. Dem Neo-Liberalismus wird gehuldigt, indem diejenigen, die wider Erwarten in der globalisierten Wirtschaft eine gut bezahlte Stelle bekommen haben, als Vorbild hoch gehalten werden. Dabei wird überdies in Kauf genommen, dass diese gut bezahlten Arbeitnehmer gefühlt das Doppelte leisten müssen, als etwa vor 25 Jahren, was wiederum zu neuartigen Krankheitsbildern wie ‚Burn Out‘ geführt haben dürfte. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht überraschend, dass nicht etwa, wie vielleicht allgemein angenommen, Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen an erster Stelle stehen, wenn man sich die Statistiken ansieht, die priorisierend nach Dauer des Arbeitsausfalls die häufigsten Erkrankungen auflisten, sondern neuronale Erkrankungen. Da kann man sich ja mal fragen, welche Erkrankungen unter diesem Sammelbegriff zu finden sind.

Das Ende des zweiten Weltkrieges hat ein Deutschland hervorgebracht, dass die vielen physischen und unsäglichen Grausamkeiten, die im Zuge der nationalsozialistischen Ideologie stattgefunden haben, durchaus aufgearbeitet und positioniert hat, so dass es sich generell im nationalen Kollektiv niedergeschlagen haben dürfte. Diese Schuld und Last wird, wenn auch manchmal nicht gerade vordergründig, aber dennoch gesehen und, ich sage mal, akzeptiert.
Doch, was wir Deutschen keinesfalls aufgearbeitet haben, ist diese o.g. Psychose, dass ein Prinzip, Vorgaben, Gesetz oder auch nur Meinungsbild, gnadenlos durchgezogen wird, koste es, was es wolle. Auch, wenn Mitmenschen, denen ich auf der Straße begegne darunter leiden.

Nicht zuletzt war gerade diese deutsche ‚Charaktereigenschaft‘ die Basis dafür, dass die wahnwitzigen, grausamen und menschenverachtenden Handlungen im Dritten Reich überhaupt durchgeführt werden konnten. ‚Es wird gemacht, was die Obrigkeit vorgibt und fertig ist‘. Es mag sein, dass dies generell eine menschliche und nicht spezifisch deutsche Eigenschaft ist. Aber durch den preußischen Militärdespotismus ist es den Deutschen sozusagen in die Wiege gelegt worden.

Doch nun zum Thema zurück. In den letzten Wochen, da die Corona-Krise andauert, bin ich nun zwei Mal grob angefeindet worden. Es ist vielleicht nicht einmal die zugrundeliegende Ursache oder das Thema als solches, was mich nachdenklich stimmt und eigentlich schon erzürnt, sondern eher die Art und Weise und der Tonfall, mit der diese ‚Mitmenschen‘ oder, wie ich sie oben bereits bezeichnet habe, ‚Spießbürger‘, zu Felde ziehen. Aber mehr dazu weiter unten.
Die erste Situation ergab sich in einem Supermarkt, oder, wie man heute sagen würde, einem Discounter. Im Gedanken vertieft, war ich hinein gegangen, ohne daran zu denken, einen Einkaufswagen (neudeutsch: ‚Trolly‘) mitzunehmen. Wie viele der Leser in einigen Jahren nicht mehr wissen werden, war dies eine Maßnahme, um den Abstand von min. 1,5m zwischen den Kunden im ‚Supermarkt‘ zumindest prinzipiell zu ermöglichen. Dabei erkannte dies eine Dame, die sich im Eingangsbereich befand, sogleich und raunte mich grob an. Dabei war der Wortlaut in etwa: ‚Sie müssen einen Einkaufswagen nehmen!‘. Aber wesentlicher war der eingesetzte Tonfall.


Der zweite Vorfall ereignete sich gestern. Ich war mit unserem überaus betagten Hund vor unserem Haus auf der Wiese. Unser Hund ist umgerechnet 90 Menschenjahre alt und leidet seit geraumer Zeit an starken Gelenkschmerzen und wird diesbezüglich behandelt. Es führt dazu, dass sie kaum laufen kann. Außerdem und ebenfalls wegen des Alters, kann sie das ‚Wasserlassen‘ nicht mehr gut unter Kontrolle halten, was dazu führt, dass ich mindestens alle zwei Stunden mit ihr runter gehen muss. Da es dabei eben nur darum geht, dass sie eben ‚Pippi machen‘ muss und sie nicht oder kaum Strecken laufen kann, gehe ich eben nur kurz mit ihr runter, so dass sie auf der Wiese eben ihr Pfützchen machen kann. Aber abgesehen von diesen Hintergründen, war diese Situation gegeben, dass unsere Hündin ihr Pfützchen gemacht hatte und ich mich wieder Richtung Hauseingang begeben wollte. Plötzlich rief eine alte Dame, welche auf der anderen Straßenseite stand, herüber, dass ich etwas verloren habe. Ich schaute mich auf dem Boden um, in der Annahme, dass mir vielleicht etwas aus der Tasche gefallen ist. Doch ich konnte nichts sehen und machte derartige Gestiken. Doch in diesem Moment schimmerte es mir bereits im Geiste, dass diese Anspielung sehr wahrscheinlich bösartiger Natur sein könnte. Und das bestätigte sich auch nachfolgend. Denn diese alte Dame, welche locker um die 70 einzuordnen war, legte sogleich nach. Ich hätte ‚am Hund etwas verloren‘. Daraufhin entgegnete ich, dass dort nichts sei. Sie sagte, sie habe gesehen, dass der Hund einen Haufen hinterlassen habe. Das konnte ich verneinen und ich versicherte ihr, dass der Hunde lediglich ein Pfützchen gemacht habe. Dazu kommt ja noch, dass einerseits ein Hund nicht gleichzeitig pinkeln und einen Haufen lassen kann, andererseits habe ich, gewissenhaft wie ich bin, natürlich darauf geachtet und unserem Hund dabei zugesehen, wie sie ihr Pfützchen machte. Nun, derart von einer Passantin einer Sachlage gegenüber gestellt, die garnicht vorhanden war, und die, sofern andere Leute dies verfolgten, einer Denunziation gleich kommt, bin ich, entgegen meiner üblichen Natur, die meist freundlich, defensiv, auf Kompromiss ausgerichtet und oft eher beschwichtigend ist, in den Angriff über gegangen. Alle übrigen, entgegen kommenden und denkbaren Reaktionen meinerseits hätten nämlich dazu geführt, dass es nach einer Rechtfertigung ausgeschaut hätte. Und eine Rechtfertigung kommt üblicherweise einem Schuldbekenntnis gleich. Und wofür sollte ich mich schuldig bekennen? Dass unsere Hündin ein Pfützchen gemacht hat? Dass unsere Hündin alt ist und deshalb alle 2 Stunden raus gehen muss und den Weg bis in den Wald nicht schafft? Auf diese Weise öffentlich in eine Ecke gedrängt, die meiner Gewissenhaftigkeit und Korrektheit unwürdig gewesen wäre, habe ich zu ihr gesagt, dass ich mich frage, was sie meint, wer sie denn sei, dass sie mich bezichtigt, derart schlampig zu sein, dass ich ein Häufchen nicht weg machen würde, wenn dort einer wäre. Dass ich es von ihr extrem arrogant finde, auf diese Weise auf Menschen zu zu gehen. Ich empfand dies als die Ursache ihrer ‚Anmache‘. Denn es ist der zugrunde liegende Gedanke, der erzürnen sollte. Welches Bild habe ich von einem Menschen, von dem ich annehme, dass dieser gelassen und entspannt neben seinem Hund steht, während der Hund ‚die Wiese voll scheißt, ohne dass dies vom Herrchen weg gemacht wird‘? Dazu kommt ja noch, dass, wenn jemand solche Äußerungen von sich gibt, im tiefen Sinne seiner Aktion, damit eigentlich hervorhebt, dass er oder sie selbstverständlich ‚besser oder gewissenhafter‘ ist als derjenige/diejenige, dem ich das an den Kopf werfe. Das ist schon skandalös, arrogant, egoistisch und unverständlich, meiner Meinung nach. Das musste ich als persönlichen Angriff erachten.
Ich habe ihr dann entgegnet, dass ich den Eindruck habe, dass ich wohl sehr viel korrekter sei, als sie es ist. Daraufhin schaute die Dame nur verständnislos und mit aggressivem Blick. Da ich den Eindruck hatte, dass von dieser Frau keinerlei Einlenken zu erwarten ist, habe ich dann noch so richtig in den Angriffsmodus geschaltet, was eigentlich vollkommen entgegen meinem Stil und Wesen ist, und habe sie gefragt, ob sie Langeweile und nicht besseres zu tun habe, als andere Leute zu kontrollieren? Daraufhin ging diese Frau ihres Weges.
Ich kann nur vermuten, dass diese beiden Vorfälle mit der Unzufriedenheit und der Corona-Krise zu tun haben. Aber es fällt auf, dass die Anfeindungen allen anderen Mitmenschen gegenüber zunehmen. Zumindest habe ich in den letzten Jahren nicht so viele Vorfälle mir gegenüber registriert wie gerade in der letzten Zeit.
Dabei ist es nicht einmal die Ursache oder der Grund, der mich beschäftigt und zunehmend reaktiver macht. Es ist der Tonfall, der von Aggression und einer Form der persönlichen Attacke geprägt ist. Diesen Tonfall kannte ich schon vorher. Dabei habe ich mich immer gefragt, was diese Menschen damit bezwecken und was deren ‚Ziel‘ dabei ist? Ob es nun um Hunde geht oder um sonstige Beweggründe. Der Tonfall kommt bei mir derart an, als würden sich diese Personen freuen, wenn man nicht mehr da wäre. Aus ihrem Dunstkreis verschwunden, wenn nicht sogar besser tot. Ich frage mich, was wäre, wenn man eine tödliche medizinische Diagnose hätte. Und man diesen Leuten entgegen würde, dass sie sich schon bald nicht mehr länger mit mir herum plagen müssten, denn sehr bald sei ich tot?
Diese Leute (aka ‚Spießbürger‘) würden dies nicht verstehen, ist meine Auffassung. Denn, und das ist mein falscher Gedanke, bei diesen Spieß- oder Wutbürgern gibt es keinen Hintergedanken oder eine Strategie bei ihren Aktionen oder Anfeindungen. Sie reflektieren nicht, denn ansonsten würden sie dies nicht in dieser Art machen. Sie agieren einfach drauf los und machen sich keine Gedanken. Ansonsten, sofern sie reflektieren würden, würden sie ja vielleicht entdecken, dass ihre Aggressionen den Mitmenschen gegenüber, in einer gewissen Art ferngesteuert sind oder dass deren Grundlage auf andere, äußere und sie betreffende Faktoren zurück zu führen sind. Diese Menschen legen also ‚einfach drauf los‘. Vielleicht fühlen sie sich danach besser. Aber das geschieht auf Kosten derer, die von ihnen denunziert werden. Und das kann man sich nicht gefallen lassen. Und wenn diese Spießbürger schon der Meinung sind, dass sie die Mitmenschen auf irgendetwas, was vielleicht nicht ganz korrekt ist, hinzuweisen haben, dann geht dies auch in einem freundlichen und menschlichen Tonfall und nicht in diesem Tonfall der absoluten persönlichen Zerstörung und Verachtung. Ja, eigentlich vernehme ich auch puren Hass in diesem Tonfall. Und ich frage mich, ob das sein muss? Letztlich ist es doch so. Wir Menschen leben, wenn es gut läuft ca. 75 Jahre auf diesem Planeten. Muss ich es anderen Menschen schwer machen, diese denunzieren, beleidigen und erniedrigen oder sonstwie ‚zu Leibe rücken‘, nur, damit ich mich besser fühle und meinen Frust los bin? Ist es bereits zu viel verlangt, diese geringe Einsicht und Reflektion in der Zeit des Menschenlebens zu verlangen? Was um alles in der Welt machen manche Menschen in ihrer Lebenszeit? Machen sie sich nur Gedanken um sich selbst?




Corona und die Deutschen. Teil 2: Die Wirkung der Medien

Jeder weiß es und jeder bekommt es mit. In den Medien ist bereits seit mehreren Wochen nur das das eine Thema vertreten: Die ‚Corona-Krise‘.

Anfangs dachten wohl noch viele, es handele sich um eine Art Grippe und es war im Handeln der Menschen nicht der primäre Antrieb.
Doch nun spürt man es. Die Panik- und Angstmache der Medien, die unaufhörlich mit den aktuellsten Infos und Berichten auf die Menschen einprasseln, ist nun zum primären Antrieb im Tun und Handeln der Menschen in Deutschland geworden.
Heute, als ich verzweifelt auf der Suche nach Toilettenpapier war, sah ich in ihre Gesichter und mir wurden ihre Reaktionen deutlich gemacht.
In ihren Gesichtern spiegelt sich die Angst und Verzweiflung.
Jede Vernunft, Lebensfreude oder Gelassenheit scheint ausgeräumt. Die blanke Panik davor, zu erkranken oder auch nur in Quarantäne zu müssen, hat aus den Menschen Wesen gemacht, die eher ihren Instinkten folgen, als besonnen, zwischenmenschlich zuvorkommend, weise und solidarisch zu handeln.
Immer mehr Menschen tragen nun eine Atemmaske. Immer mehr Menschen weichen anderen aus und schauen panisch, dass man ihnen nicht zu nahe kommt. Dabei folgt dies einem Handlungspotential, das uns Deutschen in die Wiege gelegt wurde. Gewissermaßen schon bald genetisch. Es wird auch der ‚Preußische Militärdespotismus‘ genannt. Ein wichtiger Begriff, vorallem, wenn man Abi im Fach Geschichte macht. Doch dazu vielleicht mehr in einem anderen Beitrag hierzu.

Niemand grinst, lacht, freut sich oder schaut auch nur freundlich. Es wird dem Tagesgeschäft nachgegangen und dazu gehört, wohl oder übel, dem Besorgen des täglichen Allerlei oder was man vergessen hat einzukaufen. Die Blicke verraten, dass man am liebsten garnicht hier sein möchte. Und doch, die Gewohnheit trägt einen nach draussen. Einkaufen. Eintrainiert und normalerweise das Normalste der Welt. Doch man könnte sich ja anstecken…
Kein Stück Optimismus, Freundlichkeit oder Menschlichkeit. Kampf ums Überleben. Das können wir Deutschen ganz gut. Diese Angst, es könnte schon morgen nichts mehr einzukaufen geben, kein Essen, Trinken oder Klopapier. Der Mensch, nun auch ‚Konsument‘ genannt, vorallem im Discounter, bangt um sein Konsumentenleben.
Krisenmenschen in der Krise. Die ‚anderen‘ sind die Gefahr, zumindest kann von ihnen Gefahr ausgehen. Das schlimmste scheint zu sein, dass es nachher nicht mehr so ist wie vorher.
Vorher waren die Zeiten noch schön. Man konnte ohne Angst einkaufen gehen. Man konnte überall hinreisen. Man konnte sich frei bewegen. Doch nun muss man Angst haben, jemandem zu nahe zu kommen.
Es ist traurig, was die Medien aus uns gemacht haben. Dass wir uns nicht nach dem richten, was wir selbst meinen, was die Realität und angemessen ist. Dass wir unsere Menschlichkeit und unser eigenes, in uns ruhendes Gewissen dabei verlieren.

Früher, ich erinnere mich als Kind Ende der 70er. Diskussionsrunden mit Intellektuellen nach dem Format von Helmut Schmidt. Sie saßen gemütlich in Leder-Sesseln, rauchten, tranken (manchmal sogar Alkohol!) und schwadronierten gemütlich und respektvoll über brisante Themen. Sie ließen andere ausreden und fielen nicht ins Wort. Könnte sein, dass es nur in meiner Erinnerung so erscheint und es nicht ganz so glanzvoll tatsächlich war. Aber es war sicherlich, im Vergleich zur heutigen boulevard- und schlagzeilengeilen und überaus oberflächlichen Presse, die sich anschickt, die Meinung und Überzeugung der sehr viel cleveren Menschen in Deutschland, die stets unterschätzt werden, zu bilden, sicherlich etwas anderes. Etwas beruhigendes, beschauliches, sachliches und auch menschliches darin.
Wenn wir das umsetzen und danach handeln, was uns, auch subtil, durch die Medien in den Geist gesteckt und dort hinterlassen wird, werden wir Menschen dabei zu Mündel einer sich selbst erhaltenden Medien-Industrie, die genau davon lebt.
Dabei ist ein Haken dieser Industrie, dass sie selbst nicht erkennt, dass sie gerade durch die Menschen in dieser Republik existiert, die sie selbst formen möchte.
Ich möchte mich nun kurz halten.
Liebe Mitbürger. Folgt nicht diesen angstmachenden Bildern und Äußerungen in den Medien. Sie leben davon, dass sie das präsentieren, was sie präsentieren und erwarten dadurch ihren Selbstzweck und Selbsterhaltung.
Wir Bürger und Menschen in dieser Republik haben uns nicht auf dieses reisserische, oberflächliche und zuweilen unmenschliche Niveau dieser Industrie zu begeben. Denn wir sind sehr viel weiter entwickelt und habe das nicht nötig.
Das, was wir nötig haben, ist Zwischenmenschlichkeit, Zusammenhalt, Verständnis, Solidarität, Optimismus und auch Lebenfreude.
Man stirbt nicht, wenn man einem anderen Menschen nun 20cm näher kommt, als von den Medien vorgegeben!
Lasst euch nicht unterkriegen und vorallem nicht beeinflussen. Die Medienwelt ist nicht unsere Welt. Informationen ja, dafür ist die Medienwelt gut. Aber zieht doch bitte eure eigenen Rückschlüsse. Ihr seid die Gesellschaft und ihr seid das Leben in dieser Welt. Wollt ihr Getriebene des Mediengeschehens sein, wie etwa seinerzeit im dritten Reich? Wir sind mehr und wir sind wertvoll. Es wird Zeit, dass wir das erkennen und zusammen halten.
Das Virus macht Angst, keine Frage. Aber macht es nicht mehr Angst in einer Welt der instinktiv reagierenden Tiere zu leben, die keine Rücksicht mehr auf die Mitmenschen nimmt?
Folgt dem eigenen Gewissen und nicht dem Tenor einer Industrie, die erhalten werden möchte. Vernunft ist angesagt. Auch vorsichtiges Umgehen. Letztlich möchte niemand an den Folgen dieser eher unbekannten Erkrankung sterben. Aber das ist kein Grund, seine Mitmenschen zu verachten oder zu umgehen. Im Gegenteil. Wenn es irgendetwas in der Art einer menschlichen Güte und einer Zusammengehörigkeit in eurem Geiste gibt. Lasst es die anderen mit Respekt und Freundlichkeit wissen.