Zitate: Hans Jonas

Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.

Der schlechten Prognose den Vorrang zu geben gegenüber der guten, ist verantwortungsbewusstes Handeln im Hinblick auf zukünftige Generationen.

Hans Jonas (*1903 +1993), Philosoph, Professor an der New School for Social Research in New York.

Corona und die Deutschen: Macht Wohlstand dumm?

Ja, ich weiß. Der Titel dieses Beitrages könnte provokativ wirken und vielleicht soll es das auch. Weshalb ich diesen Titel gewählt habe, erfährt man, wenn man von meinem heutigen Erlebnis erfahren und meine mir ins Auge gefallenen Fragestellungen und Erkenntnisse dazu gelesen hat.

Eigentlich kann ich dieses Thema nicht mehr hören, so sehr ist es seit fast einem Jahr in aller Munde und vorallem die Medien haben uns seitdem non stop mit ihren diversesten Perspektiven und Meinungsmache-Anmaßungen malträtiert. Dabei kann man folgende Tatsache festhalten, was ich aber schon in ähnlicher Form geäußert habe: Die Medien sind in keinem Falle dazu da, sich ein realistisches Bild von einem Thema zu verschaffen! Ihr Interesse liegt in den meisten Fällen und Situationen darin, das heraus zu posaunen, was die Masse hören will. Sie betreibt deshalb auch Meinungsmache- bzw. bildung, vorallem von Menschen, die geistig nicht in der Lage sind, oder die nicht die Zeit haben, sich selbst ein zumindest einigermaßen objektives Bild zu verschaffen.
Aber darauf möchte ich in diesem Beitrag nicht eingehen.
Vielmehr möchte ich eine Situation beschreiben, die ich heute erlebt habe. Sie zeigt in eindringlicher Weise auf, in welch absurde und eigentlich dumme Position man sich bringen kann, wenn man nicht in der Lage ist, zumindest die einfachsten Grundlagen seiner Selbst zu reflektieren. Dieses Beispiel hat tatsächlich vor wenigen Stunden stattgefunden. Ich gebe das vor, weil es vielleicht derart krass wirkt, als wolle man nicht glauben, dass es das gibt.
Zur Beschreibung/Herleitung der Situation.
Wir halten drei Hühner. Bei Hühnern gibt es eine sehr infektiöse und lebensbedrohliche Erkrankung, welche ‚Newcastle‘ genannt wird. Da es sich um eine Infektionserkrankung handelt, also durch Viren hervorgerufen wird, die sich stets genetisch verändern, müssen Hühner regelmäßig dagegen geimpft werden. Der Impfstoff gegen Newcastle wird, ähnlich wie beim Menschen der Grippe-Impfstoff, regelmäßig an die Mutationen des Virus angepasst, deshalb die regelmäßige Impfung, in der Regel alle 1,5 Monate. Da Newcastle sehr infektiös ist und bei einer ‚Pandemie‘ Millionen Hühner betroffen sein könnten, ist diese Impfung Pflicht und es wird dokumentiert, wer wann geimpft hat. Man achte an dieser Stelle bereits auf die Parallelen zu Corona. Diesen Impfstoff erhält man nicht bei einem Tierarzt und nicht für einzelne Hühner. Im Wesentlichen werden damit Hühnerfarmen versorgt, also, Betriebe, die mehrere tausend Hühner in der Massentierhaltung besitzen. Für kleinere Einheiten würde es sich für die Hersteller wohl nicht lohnen bzw. wäre der Impfstoff viel zu teuer. Der Impfstoff wird deshalb für eine ‚Stückzahl‘ oberhalb von 1000 Tieren ausgegeben bzw. man erhält ihn gar erst nur in diesen Gebinden.
Demnach muss man als Hühnerhalter mit sehr wenig Hühnern eine Quelle finden, wo man diesen Impfstoff beziehen kann. Als Impfgegner kann man nun einwenden, dass an der ganzen Impferei sowieso nicht viel dran ist, deshalb könnte man diese Impfung auch weg lassen. Ich kann jedoch aus der Praxis und Erfahrung heraus sagen, dass diese Impfung sinnvoll ist. Die Begründung würde den Rahmen sprengen, deshalb belasse ich es dabei und der Leser muss mir an dieser Stelle einfach glauben.
Unsere ‚Quelle‘ ist ein hiesiger Hühnerzucht-Verein, der alle 1,5 Monate diesen Impfstoff für seine zahlreichen Mitglieder bezieht und ausgibt.

Und genau dort war ich heute früh.
Es läuft dann so, dass man ein Gefäß mitbringt, in welchem der Impfstoff abgefüllt wird. Ich nehme dazu immer unsere halb mit Wasser gefüllte Wasserflasche aus der Tränke unserer Hühner und lasse den Impfstoff darin abfüllen. Während dieser Prozedur hat man Zeit, sich in einer Liste einzutragen. Diese Liste dient dazu, dass der Leiter des Vereins später per E-Mail eine Impfbescheinigung senden kann (siehe Impfpflicht oben).
Währenddessen kommt man auch immer mit den anderen Hühnerhaltern ins Gespräch bzw. es werden auch stets die aktuellsten Themen besprochen.
Es ist nicht schwer zu erraten, dass das aktuelle Gesprächsthema Corona und die in der nächsten Woche sehr wahrscheinlich Einzug haltenden weiteren Maßnahmen (Lockdown) war. Es wurde auch der neue Impfstoff angesprochen und die Skepsis dem gegenüber.
Als ich den Raum betrat, saß ein Herr im höheren Alter, von mir auf mindestens 70 Jahre geschätzt, am Tisch und war im Begriff, sich in die o.g. Liste einzutragen. Dieser Mann machte während des Gespräches eine abfällige Bemerkung hinsichtlich Corona, die auf (s)eine leugnerische Haltung hinsichtlich dieser Pandemie hinwies und die wohl zynisch gemeint war: ‚Ich bin heute früh auch kaum durchgekommen, wegen der ganzen Berge an Leichen auf der Straße‘.
Die Absurdität dieser Gesamtsituation und die Dummheit, die in dieser Aussage steckt, ist wohl kaum noch zu übertreffen. Denn anscheinend ist dieser Mann nicht mal in der Lage, die einfachsten Aspekte der bzw. seiner Existenz zu reflektieren.
Es beginnt wohl mit seinem mehr als fortgeschrittenen Alter. In einem Alter über 70 befindet man sich bekanntermaßen in der Top-Risikogruppe!
Wie kann man in dieser Lebenssituation Zweifel an Corona als solches und gegenüber der Bedrohung dadurch und deshalb an den Maßnahmen überhaupt haben, die ja vorallem die Risikogruppen(!) (also ihn!!) schützen sollen? Das ist mir schlicht unbegreiflich. 🙁
Doch wenn man weiter darüber nachdenkt und hinterfragt, kommt es noch dümmer.
Könnte es möglich/denkbar sein, dass ‚die Straßen eben nicht mit Leichen übersät sind‘, weil es bisher Maßnahmen gab, die gegriffen oder dies verhindert haben?
Noch eine Frage: ‚Müssen wir erst handeln, wenn die Straßen mit Leichen übersät sind, so dass man mit dem Auto nicht mehr durch kommt?‘
Doch man kann es noch krasser sehen. Dieser Mann hält es für sinnvoll, seine Hühner regelmäßig gegen eine gefährliche Infektionserkrankung zu impfen. Aber für sich selbst gilt das nicht?
Wie dumm kann man eigentlich sein, dass man diese einfachsten Grundgedanken und Fragen nicht reflektieren kann?
Man muss sich nun diese an Absurdität kaum noch zu übertreffende Situation mal vorstellen.
Da sitzen diese Leute dort und lassen sich Impfstoff für ihre Hühner abfüllen, doch wenn es um ihre eigene Infektionserkrankung geht, die hinter der nächsten Hausecke drohen könnte, da gilt das nicht bzw. wird ignoriert und darüber werden mehr als sinnlose und dämliche Sprüche geklopft?
Deshalb nun der Bogenschluss zu meinem provokanten Titel diese Beitrages: Macht Wohlstand womöglich dumm oder wie kann man sich dieses mehr als absurde und eigentlich dumme Verhalten und Gedankengut erklären?



Zitate: Andreas Jour-Spitzer

Es ist eine armselige und erbärmliche Situation. Nachdem uns die Naturwissenschaft gebetsmühlenartig das Dogma des Materialismus, die Nichtigkeit des freien Willens und die Bedeutungslosigkeit des Seins gepredigt hat, bleibt ihr nur noch die Dokumentation des durch das eigene Wirken hervorgerufenen Untergangs. Halleluja.

Andreas Jour-Spitzer, Betreiber dieses Blogs.

Zitate: Larry Dossey

Zukünftig werden unsere Nachkommen sicherlich mit Erstaunen auf ein Markenzeichen unserer Zeit schauen: Wie wir vom Materialismus getäuscht wurden, wie unsere genialsten Wissenschaftler ihren Verstand mit Begeisterung benutzten, um zu beweisen, dass der Verstand nicht existiert und wie sie ihr eigenes Bewusstsein dazu nutzen, zu beweisen, dass es in Wirklichkeit gar kein Bewusstsein gibt. Die Voraussetzung für das Überleben unserer Art ist es in erster Linie, die menschenunwürdigen, lähmenden und selbstmörderischen Geißeln des Materialismus zu überwinden. (…) Wir leben in einer Zeit der Krise, vor allem aufgrund der materialistischen Weltanschauung, die unserer Kultur zugrunde liegt, die Lebewesen als chemische Maschinen und den Geist als nichts anderes als ein Produkt des Gehirns betrachtet.

Diese Weltsicht hat eine Atmosphäre des Nihilismus geschaffen, das Gefühl, dass das Leben zwecklos und bedeutungslos ist, und es fördert auch unseren rücksichtslosen Missbrauch der Umwelt. Wie der Bericht der Galileo-Kommission eindeutig zeigt, zeigen viele zeitgenössische wissenschaftliche Untersuchungen, dass die Annahmen dieses Weltbildes falsch sind, und weisen auf eine ganzheitliche und spirituelle Perspektive hin. Als Kultur müssen wir uns dringend mit dieser neuen Perspektive auseinandersetzen, damit wir beginnen können, harmonischer miteinander und mit der natürlichen Welt zu leben. Der Bericht der Galileo-Kommission ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.

Dr. Larry Dossey, Herausgeber des „Journal of Science and Healing“.

Zitate: Max Planck

Ich betrachte die Materie als aus dem Bewusstsein heraus entstehend. Wir können nicht hinter das Bewusstsein kommen. Alles, über das wir sprechen, alles das, was wir als bestehend annehmen, postuliert Bewusstseins. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie in einem winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt – es ist der Menschheit nicht gelungen, das heißersehnte Perpetuum mobile zu erfinden – so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. (…)

Max Planck, Begründer der Quantenphysik und Nobelpreisträger für Physik.

Zitate: Wilder Graves Penfield

Nachdem ich mein ganzes Leben der Aufgabe gewidmet habe, die Zusammenhänge zwischen Geistes- und Gehirntätigkeit zu erforschen, drängt sich mir die überraschende Feststellung auf, dass von den beiden in Frage kommenden Möglichkeiten die dualistische die plausiblere zu sein scheint. Zwar ist die Geistestätigkeit eine Funktion des wichtigsten Gehirnmechanismus, aber der Geist besitzt darüber hinaus eine eigene Energie. Diese Form der Energie unterscheidet sich von der neuronalen Potentiale in den Neuritenbahnen. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Wilder Graves Penfield, Neurochirurg und Neurophysiologe, Schüler von Nobelpreisträger (Medizin) Charles Scott Sherrington.

Phänomen Traum: Serien-Träume. Die fehlende Prüfung.

Mit der Reihe ‚Phänomen Traum‘ möchte ich vehement der materialistisch orientierten Auffassung der Hirnforschung entgegentreten, die davon ausgeht, dass Träume im Grunde eine Art Neben- oder Abfallprodukt der Prozesse sind, die während des Schlafes potentiell im Gehirn stattfinden. Es sind nur Indizien, die ich liefern kann. Jedoch weisen diese in eine Richtung, die darauf hindeuten könnte, dass Träume viel mehr sind, als irgendwelche wert- und sinnlosen Geschichten, die sich das Hirn zusammen reimt.

Vielleicht kennen das auch einige meiner Leser. Es gibt Träume, die in ähnlicher Form immer wieder auftreten. Meist ist der Kontext, das Thema, das Resultat oder die Kernaussage vergleichbar. In einem meiner letzten Beiträge erwähnte die sog. ‚Fall‘-Träume, also, Träume, in denen man von irgendwo her herunter fällt. In diesem Beitrag möchte ich von Träumen berichten, in denen mir immer auf irgendeine Weise eine Prüfung fehlt.

Die Träume dieser Serie behandeln mein Abitur. In den ersten Träumen dieser Art war es immer so, dass ich anscheinend ausnahmslos jede Englisch-Stunde geschwänzt hatte. Doch mein Englisch-Lehrer hatte dies nicht immer mitbekommen. Deshalb bekam ich eine vier in Englisch. Ich war stets extrem verwundert, weshalb der Lehrer das nicht mitbekommen hatte. Oder hatte er es mitbekommen und wollte mich einfach nicht durch das Abitur rauschen lassen? Vielleicht, weil er ein zu guter Mensch war (unser Englisch-Pauker war real wirklich ein Mensch mit einem extrem guten Herz)? Eigentlich hätte ich jedoch eine sechs bekommen müssen, weil ich niemals am Unterricht teilgenommen hatte. Und deshalb hätte ich eigentlich kein Abi bekommen dürfen. In anderen Varianten dieser Traum-Serie war es eben doch aufgeflogen, dass ich niemals am Englisch-Unterricht teilgenommen hatte und deshalb hatte ich auch kein Abitur. Ich musste diese Englisch-Stunden deshalb noch nachholen und viele Jahre später noch zu dieser Schule gehen, um mein Abitur ‚rechtmäßig abzuschließen‘. Doch wie holt man all diese Englisch-Stunden nach? Es blieb aber immer das ungute Gefühl zurück, dass ich das Abitur entweder nicht oder nur unzureichend erhalten habe.
Als ob mir noch irgendwas fehlte. Eine letzte Prüfung. Eine letzte Klausur. Und dies würde sich bis heute fortführen und nicht enden.

Mein letzter Traum, vor einigen Nächten, war nun eine weitere Variation dieser Traum-Serie. Nun befand ich mich tatsächlich in der Situation, diese eine letzte Prüfung zu schreiben. Ich sehe das Papier vor mir, auf dem ich schreibe. Es ist wie ein Heftchen. Doch es ist anders. Ich tue mich schwer mit dem Thema. Es vergeht Zeit und das, was ich niederschreibe, ist total unvollständig und ungenügend. Die ersten Seiten in diesem Heftchen sind leer. Einige leere Seiten weiter habe ich wieder etwas geschrieben. So, als ob man eine unvollständige Geschichte oder Arbeit schreibt, bei der eben diese ersten Seiten fehlen. Und das, was ich geschrieben habe, war derart unvollständig, wirre und/oder falsch, dass es nur ein Desaster sein konnte. Ich spüre in diesem Traum, wobei ich scheinbar in einem Raum mit anderen in klassischer Manier eine Klausur oder so etwas schreibe, dass ich diese Klausur nicht schaffen werde. Das Resultat ist jedenfalls wieder das gleiche. Ich verbasel diese Klausur oder Prüfung und stehe letztlich wieder ohne Abitur da.
In diesem Zusammenhang wird mir ein anderer Traum wieder bewußt, den ich einige Tage zuvor hatte und an den ich mich aber jetzt erst wieder bewußt erinnere. Dabei lag das Schulgelände um eine Straße herum, bzw. es gab eine Straße, die gewissermaßen in diesem Schulgelände mündete. Fuhr man auf dieser Straße, gelangte man quasi direkt auf das Schulgelände und man befand sich auf dem Schulhof. Wobei die Schule selbst in keinster Weise der Schule glich, auf die ich gegangen bin.


Phänomen Traum: Oldenburg

Mit der Reihe ‚Phänomen Traum‘ möchte ich vehement der materialistisch orientierten Auffassung der Hirnforschung entgegentreten, die davon ausgeht, dass Träume im Grunde eine Art Neben- oder Abfallprodukt der Prozesse sind, die während des Schlafes potentiell im Gehirn stattfinden. Es sind nur Indizien, die ich liefern kann. Jedoch weisen diese in eine Richtung, die darauf hindeuten könnte, dass Träume viel mehr sind, als irgendwelche wert- und sinnlosen Geschichten, die sich das Hirn zusammen reimt.

Zuerst der Zusammenhang und die Vorgeschichte.
In diesem Traum bewegte ich mich in der Stadt Oldenburg. Genauer gesagt im Umfeld des Bahnhofs und des Hafens. In dieser Stadt habe ich von 1996 bis 2002 studiert und gelebt.

In meinem Traum kam ich wohl aus einem Zug. Daran erinnere ich mich nicht mehr, es war eher ‚der gefühlte geschichtliche Zusammenhang dieses Traums‘, sondern erinnere ich mich nur noch, dass ich mit meinem Fahrrad am Hafen stand und nach Hause fahren wollte. Aus den realen Begebenheiten heraus, ist dies nicht ungewöhnlich gewesen, denn seinerzeit bewegte ich mich viel mit dem Rad und in Kombination mit der Bahn. Um mich direkt fortzubewegen besaß ich tatsächlich nur ein Fahrrad, denn ein Auto wollte ich einerseits damals nicht. Andererseits hätte ich es mir als Student auch nicht leisten können und wollen.

Ich stand nun also mit dem Rad am Hafen. Mein Zuhause war, wie es damals auch war, meine WG gewesen. Ich war an einem Ort, von dem ich wusste oder den Eindruck hatte, dass es am Hafen war. Mir war der Ort bekannt. In diesem Traum. Ich fuhr an der Hafenlinie entlang und wusste, dass wenn ich in diese Richtung fahre, kommt eine Brücke, über die ich das Hafenbecken überqueren kann. Doch diese Brücke kam nicht. Ich stutzte und blieb stehen. Ich bemerkte, dass etwas anders war, als ich es kannte. Anstatt zu fahren, schob ich das Rad dann. Es kamen mir viele Erinnerungen hoch von damals. Aber im Traum war es irgendwie nicht damals. Das folgende ist schwer zu beschreiben. Es war wie damals und ich wollte nach Hause. Ich empfand die Empfindungen und Gefühle wie damals. Über die Beziehungen zu Freunden und Partner. Es war rein darauf basierend. Und von daher war ich in diesem Traum in Oldenburg. Als wäre ich dort zuhause und gleichsam aber nicht. Denn ich fand den Weg nicht mehr.

Dann wachte ich auf. Ich war wieder im ‚Real Life‘. Ich war auf dem Sofa eingeschlafen. Es war ca. 4:30 Uhr. Da ich wegen des Traums vom Erlebnis und den Eindrücken noch bewegt war, erinnerte ich mich nun auch im ‚Real Life‘ an meine Zeit in Oldenburg. Und deshalb öffnete ich YoutTube auf unserem TV und startete einige Clips über Oldenburg.

Als ich dann die Clips aus Oldenburg sah, wurde mir bewußt, dass es diese Gegend, von der ich im Traum annahm, das sie am Hafen war, in Oldenburg nicht existierte und auch heute nicht existiert. Sie hat dort niemals existiert! Die Gegend in meinem Traum war völlig ausgedacht und existiert als solches nicht in Oldenburg.
Nun kamen mir die Bilder aus dem Traum in Erinnerung und das sehr detailliert. Diese Bilder glichen eher einer alten Hafenstadt. Auf der einen Seite war eine Art schmaler Kanal mit hohen Kanalwänden und wirkte schon so, als sei es ein Bereich eines Hafens. Auf der anderen Seite befanden sich die Hinterhöfe alter Gebäude. Sie sahen schon so aus, als stünden sie in einer Gegend am Hafen. Alles sah eher alt und aber auch extrem detailliert aus. So, als ob diese Hinterhöfe und Gebäude sehr lange nicht renoviert worden waren. Fast wie das Bild einer sehr alten Hafengegend, die Hinterhöfe. Alles war in ein gelbliches Licht getaucht, so, wie der bekannte Sepia-Effekt. Ich glaube, das wichtigste hierbei scheint nun zu sein, dass ich keine Ahnung habe, welche Hafengegend in meinem Traum dargestellt wurde. Ich kann mich nicht mal erinnern, oder habe auch nur eine Ahnung, diese Gegend überhaupt schon mal gesehen zu haben, und sei es nur in einem Film. Es war ein Konstrukt, das aus mir selbst heraus kam bzw. ‚erstellt wurde‘. Es war die ‚gefühlsmäßige Darstellung von Oldenburg‘ in mir. Fast kommt es mir vor, als erlebte oder sehnte ich mir die Zeit in Oldenburg in diesem Traum herbei. Und es begann damit, was ich damals auch tat. Meine Gefühle in diesem Traum hatten etwas von Heimat.

Mittlerweile laufen in Reihe weitere Clips über Oldenburg im Hintergrund im TV weiter. Doch diese Bilder aus dem ‚Real Life‘ scheinen nichts mit dem zu tun zu haben, was ich im Traum erlebte. Denn sie sind nur das Oberflächliche. Ich erlebte in meinem Traum aber ‚Oldenburg, wie es früher für mich war‘.

Nun, da ich gerne und viel schreibe, könnte ich noch eine Weile weiter versuchen, das Erlebte mit Worten zu beschreiben. Doch es wird mir nicht gelingen, denn derartige Träume und Erlebnisse sind eher persönlicher Natur und deshalb könnte ich wahrscheinlich noch eine Stunde weiter schreiben. Doch es würde im Leser niemals das erzeugen können, was für mich oder in mir erzeugt hat. Diese Stimmung und Gefühle. Wie in die Zeit zurück versetzt.

Nun, wie kann so etwas kommen? Wie ist das zu erklären? Was geschieht in solchen Momenten?
Nun, wie sich unsere Welt bzw. unsere Realität im ‚Real Life‘ oder Wachbewußtsein darstellt bzw. zustande kommt, darüber meint man sehr viel zu wissen.
Hier ist es ganz klar. Wir besitzen Sinne. Sehen, Hören, Tastsinn, Rezeptoren für die Lage des Körpers, Gleichgewichtssinn, Geschmackssinn usw. usf.
Nehmen wir eine banale Situation und auch nur den Sehsinn. Ich schaue in den Garten. Photonen fliegen überall umher. Lichtgeschwindigkeit. Die Photonen kommen überwiegend von der Sonne. Objekte absorbieren Photonen. Vollständig oder teilweise. Objekte reflektieren Photonen. Vollständig oder teilweise. Diese (teilweise) reflektierten Photonen gelangen auf die Photorezeptoren meiner Augen, lösen dort eine Erregung aus, welche in Signale umgewandelt werden und zum Gehirn gelangen. Dort werden diese Signale wiederum interpretiert und in Bilder umgewandelt. Ich sehe die Realität so, wie ich sie sehe. Soweit, so logisch bzw. ‚erklärt‘?

Doch, wie kann eine solche Szene im Traum zustande kommen? Befinde ich mich mit meinem Körper und den dazu gehörenden Sinneswahrnehmungen etwa in einer solchen Umgebung mit reflektierten Photonen und all diesen Dingen? Ganz klar, nein. Wie kommt also dann eine solche Szene zustande? Schlimmer noch, wie findet die Trennung zwischen dem ‚Ich‘ und den städtischen Gebilden statt und zwar so, dass ich meine, mich in dieser Umgebung zu befinden? Wie muss ich mir das wissenschaftlich vorstellen, wo es doch keine physikalischen Begebenheiten in ‚dieser Traum-Welt‘ gibt?
Anscheinend muss es wohl doch möglich sein, dass eine städtische Situation, Häuser, Hafenbecken, Hinterhöfe, Farben usw. ‚erstellt oder generiert‘ wird und das auch noch ohne Photonen usw.. Das allein mag materialistisch gesehen schon fast unmöglich erscheinen, wenn man es korrekt und gewissenhaft beurteilen wollte.
Wir müssen sogar davon ausgehen, dass die gesamte Szene rein virtuell war, denn, wie oben beschrieben, gibt es im Traum keine Photonen und Sinneswahrnehmungen. Bei letztgenanntem könnte man noch diskutieren, denn so ganz sind Hörsinn, Sehsinn usw. während des Schlafes wohl nicht zu 100% ‚ausgeschaltet‘.
Ich befinde mich also im Traum in einer solchen ‚virtuellen Umgebung‘. Na ja, würde man jetzt wohl behaupten. Diese virtuelle Umgebung sind einfach Bilder. Doch wer oder was generiert diese Bilder in meinem Kopf? Da ich mal davon ausgehe, dass niemand sonst im meinem Kopf ist, kann ich es eigentlich nur ich selbst sein. Wobei man jetzt ja schon wieder überlegen muss, ob mit ‚Ich‘ etwas virtuelles gemeint ist oder irgendwie ‚Ich=mein Gehirn‘? Also, ich=Gehirn generiert diese virtuelle Szene. Ich=Gehirn meint, sich in dieser städtischen Szene zu befinden, wobei meinem Ich=Gehirn währenddessen nicht bewußt ist, dass alles nur Fake ist und eigentlich sogar das Ich selbst ist? Oder wird die städtische Szene autark einfach so und nutzlos und ohne Ursache generiert? Aber wieso ist es mir dann im Traum nicht bewußt? Und wieso soll das sinn- und nutzlos sein, wo doch das Kausalitätsprinzip in allen Dingen in der physikalischen Welt zwingend ist?
Es gibt ja nicht wenige Vertreter, die der Auffassung sind, dass alles im Grunde ohne tiefer gehenden Sinn ist. Demnach würde man schlicht annehmen, dass Aktivität im Gehirn stattfindet. Wieso und weshalb ist da eher nebensächlich und sehr wahrscheinlich völlig unbekannt. Zumindest kann man wohl aussagen, weil dort Energie in Form von Aktivitätspotentialen vorhanden ist. Demnach werden aus Gründen, die es nicht gibt oder mehr oder weniger unbekannt sind, quasi per se irgendwelche Dinge stattfinden. Nun werden wir wach und stellen fest, dass etwas da war und erinnern uns an einzelne Informationsfetzen und reimen uns daraufhin eine nette Geschichte zusammen. Das war es schon. Ob man es sich so einfach machen kann?
Bleiben wir bei der Aktivität, die sicherlich in irgendeiner Form im Gehirn, auch während des Schlafs, vorhanden ist. Welche Art Aktivität muss in meinem Gehirn stattfinden, damit ich diesen Traum über Oldenburg habe?
Gibt es überhaupt einen Zusammenhang zwischen der Art der Aktivität und dem, was ich träume? Nein als Antwort kann ich mir aus Sicht der Materialisten nicht vorstellen. Es würde wohl derart formuliert werden, dass eben die Vernetzung im Gehirn aufgrund der Erlebnisse und Erfahrungen besteht. Demnach ist wohl, während ich schlief, gerade in den Bereichen eine ‚Umverknüpfung‘ geschehen, in denen meine Erinnerungen aus Oldenburg ‚gespeichert‘ sind? Mh…schwer vorstellbar. Wieso machen die Träume eigentlich Sinn? Und wieso träume ich nicht von völlig absurden Dingen, die überhaupt nichts mit mir und meinem Leben zu tun haben? Okay, es gibt schon sehr verrückte Träume, zugegeben. Und dann sind irgendwelche wirren ‚Umverknüpfungen‘ passiert? Wo werden die Umgebungen generiert und wo das Ich in diesen Träumen?