Die Evolution und die ‚Soft-Skills‘ des menschlichen Geistes

Zu den Soft-Skills des menschlichen Geistes fallen mir folgende Eigenschaften ein: Vertrauen, Wünsche, Liebe, Hoffnung, Mut usw. usf. Wenn man das vor dem rein materialistischen Weltbild aus betrachtet, also Evolution und Atomismus. Wir sind aus den Elementen der Erde entstanden und bestehen daraus.
So muss man doch schlussfolgern, dass diese Eigenschaften enthalten sein mussten bei unserer Entwicklung. Sie wurden uns quasi ‚mit auf dem Weg gegeben‘. Sie sind inhärent.
Es ist doch ein oft zitierter Begriff, den Materialisten gerne aufführen, dass der Glaube an etwas Höherem, sagen wir, aber nur als Beispiel, Vorstellung oder Glaube, das das Bewußtsein nicht allein vom Gehirn generiert wird, sondern fundamentaler Natur ist oder sein könnte, einzig ‚Wunschdenken‘ sei oder der Hoffnung entspringe. Vielleicht der Hoffnung auf eine Existenz nach dem körperlichen Ableben.
In diesem Sinne wird ‚Hoffnung‘ ja eindeutig als Schwäche betrachtet, insofern, dass der- oder diejenige, die an so etwas glaube, eben der Realität nicht ins Auge sehen mag, die darin derart ‚wirklich sei‘, dass es eben eine Existenz nach dem Ableben nicht gäbe. Wer also dies nicht akzeptieren wolle, der hege die Hoffnung, dass es nicht so sei, was wiederum deshalb als eine Art Schwäche zu interpretieren sei. Weil nur diejenigen, die ‚es verstanden haben‘ die wahre Wahrheit und Wirklichkeit oder dergleichen verstanden hätten. Nur der- oder diejenige, die ‚der Wahrheit‘ ins Auge blicke, sei eben kein Träumer, der sich von der Hoffnung nährt.
Zumindest aber kann man sagen, dass bei beinharten Materialisten die Hoffnung ‚irgendein Firlefanz‘ sei, aber nicht das, was der Wirklichkeit entspräche. Eben Wunschdenken, Glaube und dergleichen. Für mich klingt es dann so, als ob das eine Art Schwäche sei oder als solches angesehen werde.
Nun zurück zu meinen anfänglichen Aspekten. Wenn die Hoffnung, der Wunsch, der Glaube usw. völlig nutzlos, sinnlos oder gar ohne jegliche Belang wären, wieso war es in der Ur-Elementen, woraus wir entstanden sind und welches somit im Zuge der Evolution zu dem geführt hat, was wir sind und was uns ausmacht, enthalten, so dass dies ‚in unserem Körper‘ (aus Sicht der reinsten Materialisten) ‚angelegt wurde‘? Das ist schon verrückt und in diese Richtung recht absurd.
Es beinhaltet darüber hinaus die Vorstellung, dass der moderne Mensch, angefüllt mit modernstem Wissen über die ‚Natur der Wirklichkeit‘, sofern es sowas überhaupt gibt, in der Lage sei, sich vom Verständnis über die Logik der Natur und deren Mechanismen, inklusive der Evolution und sämtlichen Aspekten der Werdung des Lebens, aber nicht beschränkt darauf, zu erheben, zu beurteilen und eine ‚bessere‘ und somit vernünftigere Position einzunehmen und die Natur verbessern zu wollen.
Oder man nimmt als Materialist die Position ein, dass diese Aspekte wie Hoffnung, Glaube, Mut usw. usf. reinste Zufallsprodukte bei der Werdung/Evolution des Bewußtseins (welches wissenschaftlich im Übrigen vollends ungeklärt ist) waren und demzufolge, weil man ja die Sinnlosigkeit, Nutzlosigkeit, Schwäche oder Vergeblichkeit dieser Aspekte hervorhebt, diese im eigentlichen Sinne sinnlos sind oder zumindest nicht gebraucht werden.
Dies führt natürlich zwangsläufig zum Transhumanismus, indem man diese Eigenschaften ’negieren‘ will. Die Ausmerzung der menschlichen Aspekte, bzw. dieser ‚Soft-Skills‘ des Menschen. Eben, weil sie aus dieser sehr perfiden und eigentlich absurden Perspektive ’sinn- und nutzlos und über sind‘. Welch absurde und perverse Situation. Der Mensch meint ’schlauer zu sein‘ als die Natur.
Überheblichkeit, Arroganz und Größenwahn kommen mir dabei in den Sinn.
Da ich es oben erwähnte, die ‚Evolution des Bewußtseins‘ könnte auch ein interessanter Aspekt sein, über den es sich nachzudenken lohnt.
Es ist doch markant, dass die Evolution, die insbesondere fundamental von denjenigen hervorgehoben wird, die sie nicht vollends verstanden haben, für alles möglich angeführt wird, bis hin zu menschlichen Verhaltensweisen. Wie oft habe ich schon Kommentare gelesen wie: ‚Das ist eben Natur‘, wenn es darum ging, dass beispielsweise eine Art ausgerottet wird, ein Tier gequält wird, oder gar, dass wir Menschen foltern, quälen und töten. In jedem Falle jedoch ist die Evolution als Prozess für die Entwicklung der Biologie anzusehen.
Doch, wie sieht die Sache für das Bewußtsein aus? Ist es einfach so aus dem Nichts im menschlichen Gehirn entstanden? Das ist doch markant, wenn man sich die Meinungen und Auffassungen vieler Materialisten betrachtet, die beispielsweise direkt oder indirekt Aussagen treffen, dass doch nur der Mensch ein Bewußtsein habe. Zumindest in der Form, wie es bei uns ist.
Ja, aber muss man nicht, gemäß der Evolution, eine schrittweise Entwicklung des Bewußtseins des Menschen annehmen? Kann man dementsprechend überhaupt sagen, dass unsere nächsten Verwandten vom Baume der Abstammung, überhaupt kein Bewußtsein besitzen?
Und wie schaut es mit der Abstufung aus, wie man es bei evolutionären Prozessen gewohnt ist? Gab es das beim Bewußtsein nicht?
Anders gefragt: Weche Ausdrucksform oder Aspekt des menschlichen Bewußtseins fehlt den Schimpansen? Sind es, vergleichbar mit den Genen, lediglich 2% Bewußtsein des Menschen, welches Ihnen fehlt?
Kann man vor diesem Hintergrund überhaupt von einer Korrelation zwischen Genetik/Evolution und Bewußtsein sprechen? Kann man demnach nicht sogar annehmen, dass es eine Korrelation überhaupt nicht gibt? Oder gar, dass das Bewußtsein oder dessen Entwicklung überhaupt nicht von der Evolution/Genetik abhängig ist? Gibt es Belege dafür? Inwiefern ’steckt das Bewußtsein in den Genen‘? Und falls man feststellt, dass es da kaum einen oder keinen Zusammenhang gibt, wie ist dann überhaupt die Entstehung des menschlichen Bewußtseins zu erklären?
Das sind doch, meines Erachtens und bewegte man sich auf diesem rein materialistischen Pfade, durchaus legitime und berechtigte Fragen!?
Doch, wie so oft, darauf gibt es wohl keine schlüssigen Antworten, geschweige denn, dass sich überhaupt mal jemand mit diesen legitimen Fragen beschäftigt hätte.
Warum? Weil wir es nicht wissen oder gar, uns vorstellen oder eingestehen können. Deshalb ist der Materialismus in sich inkonsistent, widerspricht sich selbst und kann aus sich heraus nicht zweifelsfrei, glasklar, folgerichtig und ohne Lücken hergeleitet werden. So gesehen ist es wahrscheinlich bloß eine weitere Ideologie, ein Weltbild oder Dogma, welches so gesehen sogar aus dieser Hoffnung heraus gebildet und erdacht wurde. Dass es eben so sei und nicht anders. Das ist absurd.

Fernsehen

Der blinde, fette Kasten erzählt von fernen Stätten,
die doch so nah herangekommen sind,
in die Globalität des eignen Heims,
wo die Eigentümer staunend glotzen.
Doch anschließend wird sich hingelegt,
und die Welt Welt gelassen,
denn all das sind nicht wir,
ist nicht die eigne Person.
Und die fette Glotze glotzt nicht mehr,
starrt in ein verdunkeltes Wohnzimmer,
denn es ist Nacht in der Welt.

(1998 – Realitäten in Persona oder auf einer virtuellen Bühne der Wiederholung)

Zitate: Charles Bukowski

Wir werden alle sterben, jeder von uns, was für ein Zirkus! Das alleine sollte uns dazu bringen, uns zu lieben, aber das tut es nicht. Wir werden terrorisiert von Kleinigkeiten, zerfressen von gar nichts.

Weg von der Menschheit zu sein, ist eine der wunderbarsten Erfüllungen.

Charles Bukowski (*1920 +1994), Dichter und Schriftsteller

Wie eine Zitrone und die Intuition zu mehr Reichtum führt

Die wundersamsten Ereignisse ereilen uns nicht im Offensichtlichen.
Die Intuition ist eine wertvolle Eigenschaft, die zu neuen Erkenntnissen führen kann und die uns folgt, auf Schritt und Tritt. Die Wahrnehmung dessen ist uns meist nicht bewusst und doch ein Teil von uns. Gerade in den Augenblicken der Unachtsamkeit ob der Dinge, die uns blenden, kann sie eine hilfreiche Führung der Dinge sein. Mitten in der Banalität, in der Oberflächlichkeit ist sie verborgen und überrascht uns eigentlich unbemerkt, aber sodann in aller Deutlichkeit, wenn wir unseren Fokus darauf richten.
Ich erwarb eine Zitrone. Es sollte keine unbedeutende, im Glanze ihrer selbst erscheinende Zitrone sein, die uns mit ihren oberflächlichen Schönheit blendet, denn dafür sind die meisten gemacht. In der Masse überschütten sie die Masse der Konsumenten mit einer äußeren Makellosigkeit und doch muss die Logik eingestehen, dass, wenn alle Kraft und Energie in die äußere Schale, in die Oberfläche, aufgewendet wird, so muss es an anderer Stelle einen Mangel geben, denn ungleich verteilt ist die Essenz dessen, was die Sonne, die einst für ihr Wachstum gesorgt hat, geschenkt hat. Es entsteht ein Ungleichgewicht.
In Zeiten der Oberflächlichkeit und vorallem der darauf ausgerichteten und geschulten Achtsamkeit, ist es ein seltenes Ereignis, der Intuition zu folgen.
Und so ließ ich mich in eher ungewohnter Weise zu einem hohen Grad von der Intuition treiben.
Die Aufgabe enthielt, eine einzelne Zitrone zu beschaffen. Ich wählte zunächst den Korb aus, der einzelne Zitronen enthielt, die nicht aus der Massenproduktion entstammten und somit in ihrer äußeren Erscheinung zu unterscheiden waren. Natürlich waren die Zitronen aus der Masse günstiger und in einem Netz zu einer Vielzahl hochgerechnet und wieder herunter gebrochen verführerisch günstig in der Anschaffung. Doch, was daraus gedanklich folgt, ist doch weniger, dass die Qualität dieser günstigen und in Masse entstandenen Zitronen in gleicher Weise verführt, wie ihr Preis. Gedanklich ist die Verführung, dass letzten Endes mehr Geld die Tasche füllt, mit dem ich mehr und glänzendere Dinge erwerben kann, die wiederum lediglich augenscheinlich zu einem Mehr im Leben führen sollen. Einem Mehr, das es nicht gibt und nur eine Illusion ist.
Und so wählte ich eine Zitrone aus, ohne meinen Fokus allein auf die Brillanz und rein auf die äußere Erscheinung zu richten. Zwar spielte dies bei meiner Wahl gewissermaßen auch eine Rolle, doch nicht die größte.
Ich griff und schaute und entschied mich für eine bestimmte, ohne genauer darüber nachzudenken. Ich hatte das Gefühl, dass genau diese Zitrone die richtige ist, nachdem einige Momente ohne Ratio und dessen Begleitung verflogen waren. Diese Zitrone hatte ich als schön empfunden. Zwar hatte sie einen Makel und diese Stelle war eine leichte Vernarbung an einer Stelle, die mir einzig auf das Wachstum zurück zu führen schien. Doch diese ‚Unschönheit‘ empfand ich nicht als Makel oder sonstwie einer Schlechtigkeit. Im Gegenteil, diese Zitrone erschien mir intuitiv richtig und auch oder trotzdem sehr schön. Ihre besondere Erscheinung erzählte eine Geschichte. Die Geschichte ihres Lebens, des Werdens und des Wachstums. Ich empfand, dass, allein weil ich sie gewählt hatte, diese Zitrone ein Teil meiner ist. Ich hatte sie gefunden und sie mich. Die Entscheidung war unser Verbund und es gab nichts, was mich hätte zweifeln lassen. Sie war wunderschön und das, was ich suchte. Da gab es nichts zu überlegen und demzufolge zu Zweifeln.
Später Zuhause, sollte sie für die Speise eingesetzt werden und meiner Frau fiel sofort auf, dass diese Zitrone, neben der kleinen Vernarbung, die ich bereits erwähnte. ebenfalls zwei kreuzförmig zueinander verlaufende kleine Risse hatte. Dies tat meiner Zuneigung dieser Zitrone keinen Abbruch, denn es war eben meine Zitrone, was sie unabwägbar und allein deshalb zu etwas Besonderem machte.
Ich musste meiner Frau versprechen, das nächste Mal bei meiner Wahl auf derartige Makel zu achten.
Sie wusste das zuvor beschriebene nicht. Dass genau diese Zitrone etwas Besonderes war, und sei es nur für mich aus den zuvor beschriebenen Gründen. Sie reagierte. Und, nach dem, was die Gewohnheit und die Augenscheinlichkeit und vielleicht sogar die Erfahrung gebietet, ist nur die Zitrone die beste von allen, die an der Oberfläche makellos ist. Eine derartige Zitrone muss, nach aller Logik, somit die beste sein und alles beinhalten, was eine makellose Zitrone eben verspricht, allein, weil sie keine Makel hat.
Wie, in aller Welt, sollte ich ihr meine Wahl und die oben beschriebenen Zusammenhänge erklären oder verständlich machen, ohne als Fantast, Träumer oder gar Spinner zu gelten? Wie macht man so etwas deutlich?
Ich weiß nicht, ob meine Zitrone diese kleinen Risse bereits bei meiner Wahl hatte, denn ich war ja meiner Intuition gefolgt. Zwar hatte ich sie mir bei meiner Wahl angeschaut und betrachtet, doch dies war mir nicht aufgefallen. Es wäre daher möglich, dass diese Zitrone diese kleinen Risse durch eine Quetschung in der Einkaufstasche erhalten hatte, was sie für mich nur noch wertvoller machte. Es war die Geschichte meiner Zitrone. Und, nachdem ich mich für genau diese Zitrone entschied (oder sie sich für mich?), gab es keinen Zweifel mehr und keine Möglichkeit mehr, mich von einem Gegenteil zu überzeugen, nämlich, dass sie nicht mehr die richtige für uns sein sollte. Jede logische Erklärung war aussichtslos ob meiner intuitiv gesetzten und gefühlt gefestigten Überzeugung.
Während wir diese Zitrone (trotz des zusätzlichen Makels) für die Speise verwendeten und in der Hälfte teilten, ergab es sich, dass diese Zitrone eine sehr starke Schale besaß, so dass diese kleinen Risse, wann und woher sie auch gekommen sein mögen, nicht bis ins Innere reichten und somit überhaupt keinen Einfluss darauf gehabt haben dürften auf die Zusammensetzung oder die Qualität dessen, was eine Zitrone im Inneren und letztlich für ihre Wirkung auf uns ausmacht.
Zwar war dies für meine Frau kein Argument, doch für mich ein weiteres Zeichen, dass diese Zitrone genau die richtige war und keine andere.

Das Gewand der Liebe

Die Sonne deiner Augen,
immerwährend,
ein Degen deines Geistes
spürbar in meinem Herzen.

Der Strom der Vereinigung
ist dein Lächeln,
der Beginn unseres Seins
magisch besetzt.

Schwellende Wogen
ausgiebiger Liebe
im schimmernden Spiel
der Ewigkeit.

Fortan,
der schäumenden Gunst
deines begehrenden Körpers nacheifernd,
liebestoll und besessen.

Meine verblassenden Worte
wie knarrendes Gehölz
im Hall des Vergangenen,
sie klingen: Ich liebe dich.

(1989 – Die poetische Beschreibung meiner Realität. In der Wirklichkeit jedoch eine Illusion.)

Zitate: Dr. Joseph Hyrtl

Hätte der Embryo im Mutterleibe Selbstbewußtsein und wüsste im Voraus, was beim Vorgang der Geburt mit ihm geschehen würde, müsste er diesen Vorgang zweifellos für seine absolute Vernichtung halten: Die ihn umschließenden Hüllen zerreißen, das Fruchtwasser, sein Lebenselement fließt fort; Die Nabelschnur, die ihn ernährt, wird zertrennt und überdies hat er, aller Lebensmöglichkeit beraubt, den erstickenden Sturz durch würgende Enge zu tun.
Ja, stünde der Embryo auf dem ‚Boden der Tatsachen‘, kein Zweifel, ein ‚Überleben der Geburt‘ müsste für ihn indiskutabel sein. Aber er weiß nicht, dass in ihm andere Organe für ein Leben in einer anderen Welt bereits vorsorglich angelegt sind: Lungen, um Luft zu atmen, Augen, um den Kosmos der Farben und Formen zu schauen; Mehr noch: Diese anscheinend hoffnungslose Vernichtung, der Geburtsakt, ist in Wahrheit der Weg in ein neues Leben. Insofern haben wir kein Recht, den Tod, der uns ebenfalls alles Leben zu rauben scheint, aus der lediglich irdisch-biologischen Perspektive zu beurteilen.


Dr. Joseph Hyrtl (*1810 +1894), Anatom

Phänomen Traum: Der realistischste und daher unheimlichste Traum meines Lebens

Ich war in einem Alter ca 13-15 Jahre alt. Da es schon Jahrzehnte her ist, kann ich das nicht mehr ganz genau sagen. Ich wurde mitten in der Nacht wach und öffnete die Augen, zumindest kam es mir so vor. Ich lag auf dem Rücken. Ich schlief damals immer auf dem Rücken.
Alles erschien, wie es zu erwarten war. Das Zimmer mit allen Möbeln usw. erschien, wie es sein sollte und auch die Beleuchtung war, wie ich es erwarten würde. Zwar war es nachts und deshalb sehr dunkel, aber es drang auch immer etwas Licht durch das Fenster in den Raum, so dass es nun nicht völlig stockdunkel war. Mein Bett stand in einer Ecke des Raumes, neben der Zimmertür rechts, wenn man zum Zimmer hinein kam. Ich lag mit dem Kopf Richtung Zimmertür, so dass rechts und hinter mir also die Zimmerecke war und links halt das Zimmer.
Wie ich also auf dem Rücken in das Zimmer schauend da lag, spürte ich, dass links von mir ein Wesen war, dass auf mich zumindest genauso wirkte, wie es in dem Clip beschrieben wurde. Klein und mit einer Art Kutte, ähnlich wie bei einem Mönch oder fast so, wie diese Schrott sammelnden Figuren bei Star Wars.
Ich merkte dann, dass ich mich nicht bewegen konnte, mit Ausnahme meines Blickes, aber ich konnte weder die Augen selbst, noch sonst irgendwas bewegen, was mit meinem Körper zu tun hatte. Das einzige, was ging, war mein Blick, quasi geradewegs ins Zimmer. Deshalb konnte ich mich auch nicht nach links drehen oder dorthin schauen und deshalb konnte ich dieses Wesen oder diese Gestalt auch nicht direkt anblicken. Und, ehrlich gesagt, wäre es mir auch viel zu unheimlich gewesen. Und deshalb kann ich nur sagen, wie ich es wahrnahm oder empfand oder spürte. Ich sah auch keine Details, kein Gesicht oder sowas, mehr die Umrisse oder die Silhouette.
Die Situation wurde dann, wie man sich vorstellen kann, sehr beängstigend für mich. Das steigerte sich zunehmend. Dann hatte ich das Gefühl, dass dieses Wesen, oder was immer es auch war, scheinbar etwas an oder auf meiner Brust machte, auf dem Brustbein. Es fühlte sich an wie eine Art Handauflegen und ich spürte den Druck auf meiner Brust. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich meine, ich nahm auch eine Art Gemurmel wahr. Das ganze bekam die Wirkung oder den Eindruck einer Zeremonie oder einer religiösen oder rituellen Handlung. Es war sehr strange und unheimlich.
Meine Angst steigerte sich dramatisch. Ich versuchte nun, wach zu werden, falls es ein Traum war, oder mich bewegen zu können, um mich aus dieser hilflosen, unsäglichen und beängstigenden Situation zu befreien oder um mich zu wehren, abwenden oder was auch immer zu können. Doch es gelang mir nicht. Ich konnte mich nicht bewegen, egal, was ich auch versuchte. Meine Angst wurde deshalb nun zur Panik. Es ist grauenvoll. Diese Hilflosigkeit und das Ausgeliefert sein. Man kann sich das nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Es ist vernichtend, zermürbend, erschreckend und erschütternd. Meine Panik wurde dermaßen stark, dass ich es nicht mehr kontrollieren konnte und es mich überkam. Es war nur noch blanke Panik und Angst. Entsetzlich.
Das letzte Bild, was ich von meiner Umgebung in Erinnerung habe, ist dann der Blick nach vorn und etwas oberhalb, die Umrisse eines oder des Wesens. Es wirkte nun so, als stünde es an meinem Bettende, also demnach genau in meinem Blick. Ich konnte aber nur die Silhouette sehen, als stünde es halt im Dunkeln. Dahinter war aber das Fenster. Also, einfach eine dunkle Gestalt, dessen Umrisse von hinten durch das Fenster, durch das etwas Licht von draußen herein schien, deutlich wurde oder zu sehen war. Es sah nun aus, nicht mehr mit einer Kapuze, sondern mit glattem Kopf ohne Haare. Eher wie eine Art ’schlanker Buddha‘. Es blickte auf mich oder mich an.
Ich war mittlerweile dermaßen in nackter, unendlicher Panik verfallen und nun wachte ich vor Entsetzen ob dieser unsäglichen Situation schreiend auf. Das heißt, ich wollte schreien, so laut, wie ich es Zeit meines Lebens noch nie und auch bis jetzt nie wieder wollte oder musste. Doch, ich war dermaßen panisch, dass lediglich ein heiseres Aushauchen heraus kam, wegen dieser entsetzlichen Panik und überwältigenden Angst. Derart aufschreiend bzw eher keuchend, richtete ich mich im Bett auf, als ich wieder die Kontrolle über meinen Körper hatte. Jetzt, also im Wachzustand, spürte ich noch ganz deutlich diesen Druck auf meiner Brust, was das ganze natürlich noch viel unheimlicher machte. Ich weiß bis heute nicht, was das war oder was geschehen war. Wenn es ein Traum war, so war es der realistischste Traum meines Lebens und gleichsam deshalb der unheimlichste. Eine Zeit lang dachte ich, ich sei von Aliens untersucht oder entführt worden oder so etwas in der Art. Oder vielleicht war das ein Nahtodeserlebnis?
Nun, über 35 Jahre später, erinnere ich mich noch ziemlich genau an diesen ‚Traum‘. Und ich hatte seitdem sehr viele Träume. Doch niemals wieder etwas in dieser Form. Ich frage mich oft, wie ich wohl reagieren würde, wenn ich ein solches Erlebnis (oder Traum) heute hätte? Würde ich genauso in Panik verfallen, wie in diesen jungen Jahren? Vielleicht war ich damals nur nicht reif oder erfahren genug, damit umzugehen? Gleichzeitig war dieses Erlebnis oder Traum dermaßen erschreckend, dass ich es lieber nicht noch mal erleben möchte.

Menschen, die sich zu einem hohen Grad über andere definieren.

Eigentlich kann ich nicht so recht sagen, wieso ich derartige psychologische Themen stets immer wieder aufgreife. Denn im Grunde hege ich kein Interesse für die Psychologie als solches. Deshalb muss ich annehmen, dass es mich überwiegend aus meinem Interesse heraus beschäftigt, was es mit unserer Welt auf sich hat. Da ich nun in der Welt der Menschen beheimatet bin, und im Grunde den ganzen Tag deswegen mit Menschen zu tun habe, muss ich mich anscheinend deswegen damit beschäftigen.
Um der Sache auf den Grund zu gehen, weshalb Menschen (also, auch ich) so sind, wie sie sind. Und weshalb deshalb ‚unsere Welt‘, deren exakte und vollumfängliche Definition noch ausstehen muss, so ist, wie sie ist. Oder zumindest, wie sie (uns) erscheint.
Im Zusammenhang mit der gedanklichen Beschäftigung zum Thema ‚Corona‘ hatte ich mich damit beschäftigt, weshalb die Presse im weiteren Verlauf der Entwicklung der Pandemie in Deutschland, immer wieder Schlagzeilen produziert, in denen das Thema Urlaub behandelt wird. Wer die Presse und deren Motivationen kennt, wird sich bereits denken können, welcher Art diese Artikel waren. Wie es nämlich immer so ist, waren diese Themen derart gewählt und ausgearbeitet, dass sie stets das Negative hervorhoben. Also, derart, dass es beispielsweise ein Grauen ist, dass man nicht in den Urlaub fahren kann oder ‚darf‘. Oder, dass man nicht dorthin reisen kann oder darf, wohin es einem gelüstet. Manchmal wurde dies mit einer hintergründigen Kritik formuliert, als werde dies ‚von den Oberen‘ oder Entscheidungsträgern gar ‚verboten‘. Doch ich möchte die Darstellungen und Ausführungen diesbezüglich hiermit abkürzen.
Ich bin, zumindest ansatzweise, auf dieses Phänomen in meinem Artikel ‚Corona und die Deutschen: Sind wir bornierte Urlaubsaffen?‘ eingegangen.
Dieses Phänomen nun beobachtend, hatte ich mich gefragt, weshalb der Aspekt oder die Motivation ‚in den Urlaub fahren‘ bei derart vielen Menschen dermaßen ausgeprägt bzw. beherrschend ist? Ich konnte beobachten, dass es Menschen gibt, die sich augenscheinlich tatsächlich so verhalten, wie es in der Presse, zwar etwas überspitzter und stereotypischer dort dargelegt, beschrieben wird. Nun mag es diverse offensichtliche Gründe geben. Sagen wir, dass der Alltag zu trist, öde oder facettenlos ist, um es milde zu formulieren, dass der Urlaub als eine Art Ventil fungiert. Ich kürze auch dies ab, um zu meinem eigentlichen Anliegen dieses Artikels zu gelangen.
Mir ist dann der Gedanken oder die Idee gekommen, dass es auch sein kann, dass es viele Menschen gibt, die sich zu einem sehr hohen Grad über andere definieren. Und dies ist ein grundlegender Aspekt der menschlichen Existenz, denn davon frei machen kann sich wohl niemand bzw. ist in letzter Konsequenz ohne dem kaum eine Entwicklung oder Definition des Selbst möglich. Es scheint jedoch eine Frage des Grades dessen zu sein, in welchem Umfang ich mich über andere definiere.
Ich halte es für möglich, dass es viele Menschen gibt, die sich zu einem derart hohen Grad über anderen Menschen definieren, dass es mir schwer verständlich erscheint. Um beim Thema Urlaub zu bleiben, so machen viele Menschen wohl zu einem bestimmten Maß Urlaub, um anderen etwas darüber erzählen zu können. Auch vielleicht, um ‚als jemand zu gelten‘. Vielleicht auch, weil ‚man es geschafft hat‘, wenn man mindestens ein Mal im Jahr im Urlaub war. Mittlerweile ist es ja bald so, dass einmalig im Jahr in den Urlaub zu fahren bereits als ordinär gilt. Denn ich habe sehr oft schon gehört, dass viele Menschen mehrmals im Jahr in den Urlaub fahren. Man darf dann auch nicht vergessen, dass man dann, also, wenn man im Urlaub war, auch etwas zu erzählen und zu berichten hat. Dieses kann man dann mitteilen. Viele dieser Menschen definieren sich dann wohl auch über die Reaktionen der Gesprächspartner und reflektieren darüber. Nach dem Motto: ‚Ich sehe, wie der andere reagiert, was er/sie sagt usw. und kann daraus schließen, ob mein Urlaub richtig, toll, erfolgreich, erholsam usw. usf. war‘. Zwar klingt diese Erkenntnis banal, aber anscheinend ist es das für mich nicht.
Was gibt es dazu zu sagen? Zunächst fällt mir auf, dass ich es als ein eklatantes Defizit wahrnehme, dass anscheinend ein eigenes Urteilsvermögen und Gewissheit durch die eigene Gewichtung des Handelns und Entscheidens fehlt. Es ist wohl ein Unterschied, in welchem Umfang oder Ausmaß ich die Reaktionen der Gesprächspartner gewichte oder benötige, um die Bedeutung meines eigenen Urlaubes einzuschätzen. Es mag Menschen geben, die zu einem eher ungesunden oder drastisch erhöhtem Maß davon abhängig sind. Vielleicht, weil es ihnen an eigenem Urteilsvermögen mangelt. Vielleicht, weil sie ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Vorstellungen oder gar sich selbst kaum kennen? Ja, ich hatte mir gedacht, dass es sogar Menschen geben mag, die ihr eigenes Selbst von anderen abhängig machen bzw. dies definieren und fast garnicht selbst einschätzen können, was gut und richtig für sie und vorallem für andere ist?

Ich bin dann auch fündig geworden, da ich gerne die Kommentare bei youtube lese und dort auch mitunter schreibe. Es war garnicht so schwer, solche Argumentationsstrukturen zu finden, die zudem interessant sind.
Es handelt sich um ein drastisches und markantes Beispiel und gerade deshalb macht es deutlich, wie derartig strukturierte Menschen unterwegs sind. Es macht gleichsam deutlich, wie verbreitet das Phänomen ist, dass es Menschen gibt, die sich zu einem sehr hohen Grad einzig durch andere definieren und sich deshalb augenscheinlich selbst kaum kennen dürften.
Ich hatte einen sehr interessanten Kanal entdeckt, der sich mit den Kriegsverbrecherprozessen in den sechziger Jahren in Deutschland beschäftigt und dazu die original Tonbandaufnahmen in Form von Videos dort listet. An sich also bereits ein sehr schwieriges, grausames aber auch interessantes Thema.
Dort bin ich auf solch einen markanten Kommentar gestoßen, der sich direkt auf die Gräueltaten zu jener Zeit bezieht: ‚Andere Nationen haben das selbe getan‘.
Nun klingt dies zunächst nach einer einfachen Milchmädchen-Logik. Doch der Aspekt, den ich oben ausgearbeitet habe, wird hier wieder deutlich. Denn, die dahinter liegende Gedankenwelt, die Definition des Individuums, des Selbst des Autors bezieht sich dabei direkt darauf, dass die Gräueltaten relativiert bzw. mit Gräueltaten anderer verglichen werden. Die zur Diskussion stehenden Gräueltaten erhalten dadurch eine Rechtfertigung oder eine Daseins-Berechtigung. Denn wenn es andere tun, kann es ja prinzipiell auch durch das Selbst getan werden. Ich vergleiche damit, was andere tun, um ein (oder gar mein) Handeln als richtig oder falsch einschätzen zu können. Wichtig ist hierbei wohl, dass die Handlungen selbst als solches nicht mehr angezweifelt werden, weil es eben auch durch andere getan wird.
Eine moralische Gewichtung der Handlung als solches scheint somit vom Selbst nicht mehr stattzufinden oder aufgehoben zu sein.
Als ein absurdes Beispiel könnte also demnach gelten, dass es legitim oder gar richtig erscheint, die Wände der Wohnung mit Kot zu beschmieren, weil es eben Menschen, vielleicht in geschlossenen Anstalten, gibt, die dies auch tun. Hierbei wäre sogar die moralische Bedeutsamkeit einer derartigen Handlung geringer einzuschätzen, als es die Gräueltaten waren, die durch das Wirken des nationalsozialistischen Regimes bzw. der Ideologie ausgeführt wurden. Und somit scheint, nach dieser Logik, die Legitimation der Handlung ‚Wände mit Kot beschmieren‘ noch sehr viel mehr gegeben zu sein, als das Massakrieren von Menschen. Und somit ist diese Handlung eher legitim, richtig und und fast schon als normal einzustufen?
Wenn man dies in letzter Konsequenz verfolgt, könnte man annehmen, dass derartige Menschen kaum ein Vermögen besitzen, um das eigene Handeln einschätzen oder moralisch gewichten zu können. Weil es andere tun, kann man es prinzipiell auch tun. Bei diesem Beispiel, welchem man häufig begegnet, wird aber noch etwas anderes deutlich, denn es fehlt anscheinend sogar an prinzipiellem Rechts- oder Unrechtsverständnis und das auch wohl noch zudem, was die Moral und Ethik angeht.
Es mag sein, dass meine Beobachtung nicht besonders erscheint und bekannt ist. Ich finde jedoch, dass sich darüber sehr viele Entscheidungen und Handlungen erklären lassen, die Menschen ausführen. Denken wir an das dritte Reiche, wird dadurch sogar das Mitläufertum vieler Menschen der damaligen Zeit in unserem Land völlig logisch erklärbar. Und noch viele andere Dinge, wie etwa die Ausgrenzung von Minoritäten. Sehr viele Menschen werden allein deshalb entweder nichts dagegen unternommen haben, oder gar mitgeholfen haben, weil sie nach der o.g. Milchmädchen-Logik verfahren sind und ihr eigenes Selbst über andere definiert haben, inkl. der Aufhebung einer moralischen Selbsteinschätzung bzw. Gewichtigung. Wenn also der jüdische Nachbar getreten und abtransportiert wird, muss es wohl legitim und richtig gewesen sein, weil die anderen es auch machen.
Weil ich diese Logik und Ursache von menschlichen Entscheidungs- und Handlungsweisen als sehr ausschlaggebend für zahlreiche Reaktionen und Handlungen der Menschen erachte, werde ich meine Liste der Grundmotivationen der Menschen in meinem Beitrag ‚Irrational denkende und handelnde Wesen leben in einer rationalen Welt‚ ergänzen müssen.