Kategorie: Gesellschaft & Politik

Mein Haus, mein Auto, mein TV, mein Handy. Aber die Umwelt will keiner haben.

Keine Frage, um die Qualität des eigenen Bewußtseins zu verbessern, bedarf es oftmals nur kleiner, banaler Maßnahmen.
So reicht ein Wort aus, um sich selbst hinsichtlich des Schutzes der Umwelt zu sensibilisieren.
Denn üblicherweise sagt man: Die Umwelt.
Aber wieso sagt und vorallem denkt man nicht: Meine Umwelt? Oder Deine Umwelt? Oder unsere Umwelt?
Die Umwelt scheint ein Ding zu sein, das fern von uns selbst irgendwas abstraktes zu sein scheint.
Und dass uns deshalb anscheinend nicht weiter tangiert. Irgendwie ‚ein Ding‘.
Doch Umwelt ist beispielsweise und ganz konkret die Luft, die wir zum Atmen brauchen.
Oder das Wasser, das wir trinken müssen, um zu überleben.
Eine intakte Umwelt ist die Grundlage, die unsere und meine Existenz sicherstellt.
Wenn ich also in dem Bewußtsein durch die Welt gehe, dass es nicht Die Umwelt ist, sondern Unsere Umwelt, die Umwelt meines Nächsten und auch Meine Umwelt, dann beginnt ein Prozess in uns selbst, der dazu führt, dass man eher reagiert, wenn jemand unsere Umwelt verpestet oder mit Füßen tritt.

Seitdem ich so denke und es mir stets bewußt mache, finde ich z.B. das Verhalten, dass Leute das Auto laufen lassen, während sie bequem zum Bankautomaten gehen, eine Zumutung.
Denn sie verpesten damit unsere und meine Umwelt. Die Umwelt gehört nicht allein denjenigen, die sie verpesten. Sie gehört allen und jedem ein Stück weit. Damit ist das laufen lassen des Motors ein echter Angriff auf unser und speziell mein Wohlergehen.
Dieser gedankenlose Banause verpestet also nicht irgendwas, was mich nichts angeht. Er verpestet unsere und meine Welt.
Das muss man sich bewußt machen!
Wenn er schon so blöde ist, und sich keine Gedanken um sein eigenes oder das Wohlergehen seiner Nachkommen macht, was bereits nicht zu tolerieren ist, dann muss er sich dafür verantworten, die Umwelt seiner Mitmenschen zu verpesten!
Er verpestet nicht irgendwas abstraktes. Es ist ganz konkret meine und unser aller Luft, die verpestet wird!

Was mir zur Regierungszeit von Helmut Kohl einfällt

Helmut Kohl ist heute gestorben.
Ich weiß. Man soll nicht schlecht über Verstorbene sprechen.
Daher halte ich hier lediglich fest, was mir zu der Zeit einfällt, wo diese Person regiert hat und wie diese Ereignisse sich seinerzeit für mich ganz persönlich dargestellt haben.

  1. Helmut Kohl ist nicht regulär durch Wahlen an die Macht gekommen. So stellte es sich für mich seinerzeit dar. Ich war 13 Jahre alt.
    Er hat nur durch einen Trick Helmut Schmidt, der ihm -meiner Meinung nach- in mannigfaltiger Art und Weise bei weitem überlegen war, absetzen können.
  2. Zur Zeit, als die CDU mit Helmut Kohl an die Macht kam, war unsere Familie vom Sozialamt abhängig, weil meine Eltern sich haben scheiden lassen. Meine Mutter sagte damals: „Wenn die CDU an die Macht kommt, werden uns mit Sicherheit Leistungen gestrichen.“ Tatsächlich, wenn ich mich recht erinnere, gab es Kürzungen im Sozialsystem.
  3. Nach dem Fall der Mauer kamen sehr viele Menschen nach Deutschland, die vorher hier nicht gelebt haben. Viele dieser Menschen haben sehr schnell Häuser bauen können. Es gibt sogar halbe Siedlungen, wo sich diese Menschen Häuser gebaut haben. Während gleichzeitig im Sozialsystem Kürzungen vorgenommen worden sind. Das habe ich nie wirklich verstanden, wie man mit dem eigenen Volk derart umgehen kann.
  4. Als ich das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachgemacht hatte und Bafög bezog, um über die Runden zu kommen, sah ich ein Interview im Fernsehen, wo Helmut Kohl von einer ‚Bringschuld‘ für Leute sprach, die Bafög bezogen. Anschließend fühlte ich mich schlecht und kam mir vor wie ein Sozial-Schmarotzer. Dabei hatte ich nur vor, mich weiter zu bilden und somit meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Dazu nahm ich Rechte wahr, die dazu vom Staat geschaffen worden sind. Kohl (oder seine Experten-Mitarbeiter) hatte wohl dieses Grundprinzip nicht verstanden, dass es aus Sicht des Staates sehr viel lukrativer ist, Menschen zu unterstützen, die später potentiell mehr verdienen und somit mehr Steuern zahlen können als dass man gar nichts wieder bekommt. Zudem zahlen diese Leute einen Teil der geliehenen Mittel sogar wieder zurück. Selbst lebte Kohl von seinen Verdiensten wohl auch nicht so schlecht. Gelder, die von Steuerzahlern stammten. Ich glaube nicht, dass ihm jemand deshalb mal ein schlechtes Gewissen eingeredet hat.
  5. Zur vierten Bundestagswahl, bei der Kohl kandidierte, hatte jemand in Ibbenbüren auf ein Wahlplakat der CDU mit Kohl drauf ein Graffiti hinterlassen: „Unser dicker König“. Das fand ich lustig. Es repräsentierte die subjektiv wahrgenommene Unendlichkeit seiner Regierungszeit. Es stand auch für das Gefühl in der Bevölkerung der Stagnation und des puren Machtinteresses dieser Person, die einfach nie genug von Macht und Einfluss haben konnte und immer wieder kandidierte und immer wieder kandidierte und immer wieder kandidierte und immer wieder….
  6. Ich erinnere mich daran, dass die Wirtschaft in den 80er Jahren nie wirklich in Bedrängnis war bzw. es wirtschaftlich sehr gut ging. Dennoch wurden jedes Jahr 40-50 Milliarden DM an Schulden aufgenommen. Dabei gab es doch das Prinzip nach Keynes: In guten Jahren spart man. Das ersparte Geld setzt der Staat wieder in schlechten Jahren ein, um Arbeitsplätze zu sichern und die Wirtschaft zu unterstützen. Das hatte Kohl oder deren Wirtschaftsexperten wohl auch nie wirklich verstanden. Da kommt über einen so langen Zeitraum einiges an Milliarden an Schulden zusammen, was unter anderem zum immensen Schuldenberg geführt hat, den wir heute noch abtragen müssen. Besten Dank auch.
  7. Nach der Parteispendenaffäre sah ich eine Diskussionsrunde, wo jemand zugegen war, der Mitglied der Kommission war, die diese Affäre untersuchen sollte. Dieser Mann war selbst Mitglied der CDU. Er äußerte sich empört und sprach von erschreckenden Verhältnissen innerhalb der CDU. Als Beauftragte PCs der CDU sicherstellen sollten, waren diese verschwunden oder zerstört und Belege vernichtet worden oder ähnliches, genau erinnere ich mich nicht mehr an die Einzelheiten dieses Zeugen. Das ist nur das, woran ich mich erinnere.

NRW wählt Langeweile

Mein Gott. Was ist das ein niederschmetterndes Wahlergebnis heute in NRW.

Wieder haben die alten ‚Nachkriegsparteien‘ die meisten Stimmen erhalten.
Ich schreibe hier ‚Nachkriegsparteien‘, nicht weil ich nicht weiß, dass es z.B. die SPD bereits vor dem zweiten Weltkrieg gegeben hat.
Ich schreibe das, weil CDU, SPD und FDP Parteien sind, die seit dem zweiten Weltkrieg quasi nichts fundamental geändert haben.
Es wurde nichts gewagt, z.B. das Steuersystem reformiert, es wurde alles belassen wie es ist. Nach dem Motto ‚Bleibt alles anders‘.
Oder: ‚Wenn ich nichts mache, kann ich auch nichts falsch machen.‘

Es wurde nur an zahlreichen Schrauben gedreht und alles derart extrem komplex gemacht, so dass niemand mehr durchsteigt und dadurch die Gefahr steigt, dass das Resultat des Systems unfair und undurchschaubar wird.

Dabei befinden wir uns aber nicht mehr in der Nachkriegszeit, sondern im 21. Jahrhundert.
Es reicht nicht mehr, zu palavern und die Hände in die Taschen zu stecken. Es muss gehandelt werden!

Dieses Jahrhundert, eigentlich schon seit Ende des vergangenen Jahrhunderts, verlangt nach neuen Lösungen!

Ich spreche hier von folgenden Problemen und Herausforderungen:

1. Massive Umweltzerstörung
Auch wenn es viele nicht wahr haben wollen: Es gibt fast keine Natur mehr in Deutschland. Aktuelles Beispiel: Der sog. ‚Stumme Frühling‘.
Was ist das? Es meint, dass wenn weiter mit Insektiziden im großen Stil die Felder zugemüllt werden, sehr bald keine Vögel mehr zu finden sein werden. Einfach, weil es keine Insekten mehr gibt und Vögel daher verhungern werden. Daher wird es irgendwann kein Gesang mehr in den Gärten geben. Was eine tolle Vorstellung für die Zukunft, vorallem der Zukunft unserer Kinder!
Zynisch: ‚Na ja, die kann man ja vor ein Smartphone setzen, kriegen die eh nichts mehr vom Real Life mit.‘
Es gibt noch unendlich viele weitere Umwelt-Themen, das würde jetzt allerdings diesen Rahmen sprengen. Leute, denkt doch zumindest an die Zukunft eurer Kinder! Wenn ihr bereits auf eure Zukunft keinen Wert legt, doch bitte für eure Kinder: Es geht um nichts geringeres als um die Zukunft unserer Spezies!

2. Gerechte Verteilung des Wohlstandes
Menschen, die in der Fußgängerzone nach Pfandflaschen im Mülleimer suchen. Mehr als 1,5 tausend Kinder, die in Osnabrück wöchentlich zur Tafel gehen müssen, weil sie zuhause nichts zu essen bekommen. Renter, die vom Sozialamt Zulagen bekommen müssen, weil sie sonst erfrieren oder verhungern würden. Ein Mindestlohn, von dem ein Arbeitnehmer nicht existieren kann  usw. usf.
Als Gegensatz dazu Superreiche, die nicht wissen, wohin mit dem Geld. Die noch subventioniert werden durch massive Steuerbegünstigungen. Manager, die mehrere Millionen Gehalt pro Jahr erhalten inkl. Gelder für Vorstandspositionen usw. usf.
Das alles scheint mittlerweile völlig normal.
Ist es aber nicht! Es muss geändert werden!

3. Renten
Es kann doch nicht sein, dass wenn man 35-40 Jahre gearbeitet hat, mit dem Geld der Rente nicht (über)leben kann! Aus der eigenen Verwandtschaft und Bekanntschaft stelle ich Fälle fest, die schlicht menschenverachtend sind, insbesondere im Vergleich zu den Renten, die beispielsweise Politiker bekommen, die lediglich wenige Jahre in Positionen mit Verantwortung waren.
Das Thema Rente ist an dieser Stelle sicherlich noch ausbaufähig, möchte es jetzt aber nicht weiter behandeln.
Die Rente muss, zumindest nach dem Vorbild Österreich, angepasst und verbessert werden. Schluss mit der Angst- und Panikmache!
Lasst euch nicht verarschen, es wäre genug Geld da, wenn es nicht nach Brüssel oder Frankfurt geleitet werden würde. Es steht uns zu, denn wir haben dafür ein Leben lang gebuckelt!

4. Steuersystem
Ich habe bereits erwähnt, dass das Steuersystem Wohlhabende begünstigt.
Außerdem muss es stark vereinfacht werden, damit man es als normaler Arbeitnehmer versteht und auch selbst einschätzen kann.
Steuern, die nicht das bieten, was sie versprechen, z.B. die Ökosteuer, müssen rigoros abgeschafft oder zumindest umbenannt werden. Das schafft Transparenz. Ansonsten muss der Verdacht gestattet sein, dass es sich hier nur um Geldbeschaffung handelt und der normale Bürger nur verarscht und abgezockt wird.

Das ganze Thema, was man alles dringend ändern muss(!) ist sehr umfangreich und deshalb habe ich hier nur die aus meiner Sicht auffälligsten Punkte genannt.

All das wollen die o.g. ‚Nachkriegsparteien‘ im Grunde aber nicht wirklich anfassen, sondern eher vermeiden.
Diese Parteien sind satt, quasi die Altlast des Wirtschaftswunders.
Und jedes Jahr langweilen sie mich mit ihren Ausdünstungen im Fernsehen, ohne Inhalte und Fundament. Ohne Willen zur Veränderung und ohne Rückgrat, um notwendige Änderungen durchzusetzen.

Nun geht es wieder los, nach dieser Wahl.
Das unwürdige Geschachere, wer welche Position bekommt.
Inhalte? Pah, was juckt mich das Gerede von gestern!
Was kotzt mich dieses würdelose Gelechze und Zugeschiebe nach den besten Posten an!

Wieso wählen die Menschen diese Altlasten?
Früher waren zumindest noch Politiker mit Charakter und Willensstärke dabei (siehe Brand und Schmidt).

Doch heute handelt es sich doch nur um Opportunisten, die im Grunde ihren gesamten beruflichen Weg danach ausgerichtet haben, eine möglichst erfolgreiche und glatte Karriere hinzulegen. Keine Frage, dass es hier nicht um das Wohl des Volkes, der Bevölkerung oder der Spezies geht.

Was bin ich müde, dies mit anzusehen.
Ich glaube, der Mensch hat es nicht besser verdient.
Das Leben heißt Veränderung!
Was sagt uns dazu das Ergebnis dieser Wahl?

Weitere 4 Jahre Langeweile und Kompromisse mit denen, denen das Wohl der Bevölkerung völlig egal ist, die nur reich sein und ihre Gier gestillt sehen wollen. Warum ist das alles so primitiv?

Liebe Niedersachsen, wehrt Euch, denn das ist nicht schwer, kauft einfach kein Homann mehr

Es ging heute durch die Presse. Homann, ein bekannter und regional ansässiger Feinkosthersteller, will seine Werke in Dissen und Bad Essen dicht machen und entweder in Polen oder Sachsen wieder aufbauen.
Damit einhergehend würden in der Region ca. 1500 Arbeitsplätze wegfallen.
Die Stimmen der Interviewpartner, Mitarbeiter der Betriebe, wirkten ziemlich entmutigend, enttäuscht und hilflos.

Dabei ist man nicht völlig machtlos. Vielmehr besitzt der einzelne Konsument mehr Macht als er meint.

Das Problem ist eben der Zusammenhalt, was uns durch politische Maßnahmen in der jüngsten Vergangenheit versagt, aberzogen oder gar unterbunden wurde.
Denn das Gute an der radikalen, neoliberalen Marktwirtschaft ist die Einfachheit mit der es funktioniert.
Der Hintergrund dieser aller Entwicklungen läßt sich mit einem Wort beschreiben: Geld.
Es geht einzig ums Geld, das ist auch schon alles.

Man muss lernen, als mündiger Bürger und Konsument diese Monstren der Wirtschaft zu lenken und zu beherrschen.

Angenommen, die Mehrheit (zumindest) der Niedersachsen würde ab heute keine Produkte von Homann mehr kaufen, und zwar stringent, diszipliniert und auch nicht nur für eine Woche, sondern langfristig, und damit meine ich mehrere Jahrzehnte, würde sich die Führung dieses Unternehmens es sich mehrmals überlegen, ob sie die o.g. Werke schließt.
Das ist doch keine Kunst, sich das auszumalen.
Es würde auf jeden Fall wirken!

Seid ihr also bereit, diese Boykott zu leben und damit den Kollegen dieser Werke zur Seite zu stehen?
Auch, wenn ich fürchte, dass es niemals zu diesem Boykott kommen wird (dafür habe ich meine pessimistischen aber berechtigten Gründe), habe ich persönlich beschlossen, für den Rest meines Lebens keine Homann-Produkte mehr zu kaufen.
Ich kann euch versprechen, dass ich mich daran halten werde, wie ich es bereits mit anderen Produkten getan habe.

Für mich ist das keine besondere Herausforderung, denn ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und habe meine Prinzipien.
Ich kaufe nicht einfach wie ein Konsumvieh alles, was mir im Geschäft zwischen die Finger kommt, sondern ich wäge stets genau ab, ob ich das kaufen will oder gutem Gewissens nach kaufen kann oder dergleichen.

Wird sich jemand daran beteiligen?
Werdet mündig und nutzt eure Macht!

An sich ist das kein Problem.
Das Internet hilft dabei, sich zu organisieren, Informationen auszutauschen und sich abzustimmen.

Verlasst euch nicht auf die Politik oder die Wirtschaft und nehmt euer Schicksal selbst in die Hand!
Wozu seid ihr sonst auf der Welt? Wollt ihr nur essen, arbeiten und schlafen gehen?
Gebt euch nicht auf!

6000 km in 20 Monaten mit dem Rad zur Arbeit: Wieso gibt es keine Steuerfreibeträge?

Mein Tacho beweist es: Ich bin in den letzten 20 Monaten 6000 km mit dem Rad gefahren.
Der Großteil der Strecke setzt sich aus dem Weg zur Arbeit und wieder zurück zusammen.
Fast täglich fahre ich den Weg zur Arbeit hin und zurück.
Wenn es nicht gerade regnet oder schneit oder ich mich sonstwie nicht gerade schlecht fühle.

Einfache Strecke ca. 10,15 km, täglich also ca. 20,2 km.

Bei einem Verbrauch von ca. 7,5 l pro 100 km (unser Auto im Stadtverkehr), habe ich umgerechnet 450 l Sprit gespart.
Bei einem Preis von im Mittel und geschätzt 1,38 Euro pro Liter Super, habe ich 621 Euro in 20 Monaten und 372 Euro in 12 Monaten gespart.

Dabei habe ich ca. 1048 kg CO2 (Annahme von 2,3 kg pro Liter Treibstoff Super) per Verbrennung durch unser Auto nicht ausgestoßen.

Weiterer Benefit: Ich fühle mich besser und bin potentiell gesünder. Unter dieser Annahme könnte es sein, dass ich länger gesund bleibe als wenn ich nicht Rad fahren bzw. mich sehr wenig bewegen würde.

In Summe, wenn also Millionen Menschen in der Bundesrepublik mit dem Rad zur Arbeit fahren würden, ließen sich sehr wahrscheinlich enorme Ausgaben im Gesundheitsbereich sparen.

Das sind die Fakten.

Doch wenn ich (mit dem Rad) zur Arbeit fahre, treffe ich eher selten auf andere Radfahrer.
Eigentlich kann man diese an einer Hand abzählen, wenn es hoch kommt!

Da habe ich mich gefragt, wie man mehr Menschen auf das Rad bekommen könnte.
Freiwillig oder aus idealistischen Gründen, wird das wohl leider schwer umsetzbar sein.
Dies bereits allein, weil es so viel bequemer ist, sich im warmen Auto, von Musik berieselt, zur Arbeit gleiten zu lassen.

Doch, wäre es nicht eine gute Idee, wenn man Arbeitnehmern, die nachweislich mit dem Fahrrad zur Arbeit (und/oder zurück) fahren, ganz einfach Steuervergünstigungen in Form z.B. von Freibeträgen zusprechen würde?

Die Grundfrage ist doch: Wie kann ich die Umwelt schonen oder schützen und gleichzeitig die negativen Aspekte des bestehenden, radikal-kapitalistischen Systems ohne viel Aufwand nutzen und umwandeln?
Und vielleicht sogar langfristig eine Änderung des Bewußtseins hervorrufen?

Da halte ich doch einen Steuerfreibetrag für ideal geeignet!
Sehr viele Menschen wechseln bereits wegen 100 Euro pro Jahr die Versicherung oder den Handyvertrag.
Was also, würde es allein bewirken, wenn man, sagen wir 400 Euro pro Jahr, an Steuern sparen könnte?
Das wäre doch enorm. Aber ich denke, um eine prägnante Umwälzung in diesem Sinne zu erreichen, müßten schon mehrere hundert Euro jährlich drin sein.

Doch, wieso gibt es das nicht längst schon?
Könnte man annehmen, dass der Umweltschutz und die Gesundheit der Bevölkerung der Politik nicht wichtig ist?
Dass es kein übergeordnetes Ziel im politischen Handeln und lediglich Lobbyismus gibt?

Wieso gibt es keine einfachen Anreize, die Bevölkerung dazu zu bringen, nicht mit dem Auto zur Arbeit zu fahren und sich gesünder zu verhalten?

Klar, die technische Umsetzung dürfte anspruchsvoll sein.
Schließlich muss man jedweden Mißbrauch unterbinden.
Vielleicht wird es sogar Leute geben, die ihr Fahrrad in den Kofferraum packen, um somit vorzutäuschen, mit dem Rad zur Arbeit gefahren zu sein.
Da habe ich auch bereits Ideen, um derartige Betrugsfälle ‚abzufangen‘.
Es liefe alles nur auf die Raffinesse der technischen Umsetzung hinaus. Ich halte es aber nicht für unmöglich.
Es ist, wie so oft, einfach nur eine Frage des Willens.

Sinnvoller, als eine Pseudo-Steuer (Ökosteuer) zu erheben, mit dessen Geldern rein garnichts für die Umwelt gemacht wird, würde es auf jeden Fall sein.

Ökosteuer: Ein zynischer Hoax zum Stopfen von Steuerlöchern

Wenn man noch jung und unbefangen ist, denkt man sicher, dass mit den Geldern der Ökosteuer, ganz sicher ökologische Maßnahmen finanziert werden. Vielleicht wird hier ein Naturpark begründet oder dort Wälder aufgeforstet. Vielleicht wird die Begrünung von Städten damit finanziert oder Arten geschützt, die ansonsten vom Wildwuchs der Zivilisation vom Angesicht der Erde getilgt werden würden?

Leider ist dies nicht so. Denn mit den Geldern der Ökosteuer werden lediglich allerlei Löcher in den Finanzkassen des Staates geflickt.
So fließt das Geld etwa in den Sozialhaushalt oder in die Rentenkassen.

Wieder eine Steuer, die eigentlich ein Hoax ist, da sie nicht das leistet, was sie verspricht.
Wieso hat man die Steuer nicht gleich ‚Steuerlochsteuer‘ genannt?
Weil sonst niemand bereit wäre, dafür zu zahlen?
Weil es sonst allzu offensichtlich wäre, dass sie nur dazu dient, weiteres Geld einzutreiben?

Wieso macht man sich einen Scherz aus einem Thema, das derart wichtig und eigentlich sehr ernst ist?
Ein Thema, das für unsere Kinder und Kindeskinder sehr wichtig sein wird, wenn erst alles ruiniert ist, was diese zum Leben benötigen?
Ist das nicht mehr als zynisch?

Davon mal abgesehen, dass die kassierten Gelder nicht dafür eingesetzt werden, wofür es namentlich deklariert ist, könnte man ihr noch zu Gute halten, dass durch die Besteuerung von Energie, dessen Verbrauch gedrosselt werden könnte. Weil es eben mehr kostet (Strom, Treibstoff usw.).
Das wäre ja keine schlechte Sache, wenn denn die Gelder auch für den ‚Wiederaufbau‘ einer besseren Umwelt ausgegeben werden würden und nicht zweckentfremdet werden.

Aber mal ehrlich: Wer ausreichend Geld hat, dem ist es doch völlig egal, ob er an der Tanke 1,30 Euro pro Liter zahlen muss oder 2 Euro.
Das bedeutet, dass die Ökosteuer hauptsächlich die Menschen trifft, die sowieso wenig auf der Tasche haben.

Letztlich werde ich das Gefühl nicht los, dass hier einzig ein Instrument geschaffen werden sollte, um mehr Geld einzunehmen.
Würde dem Staat etwas daran liegen, dass sich unsere Umwelt verbessert, würde genau dieses Geld z.B. zur Aufforstung und Renaturierung Deutschlands eingesetzt werden. Oder vielleicht noch in die Subventionierung von Solarpanel auf jedem Dach in Deutschland oder dergleichen.
Weil dem nicht so ist, hege ich die Vermutung, dass dem Entwickler dieser Steuer die Umwelt sprichwörtlich völlig schnuppe gewesen sein muss. Hauptsache, es kommt weiteres Geld rein für das niemals gesättigte Monster der monatlichen Ausgabenströme, die schon längst niemand mehr durchschaut.

Das Märchen von der Gentechnik zur Beseitigung des Hungers in der Welt

Mir hat so manches während meines Biologie-Studiums nicht gefallen.
Aber das, was ich während einer speziellen Vorlesung hören musste, hatte mich tief empört und wirkt bis heute nach.

Wenn man jung ist, ist man voller Ideale.
Man möchte die Welt verändern. Ganz klar, man ist voller Energie und Ideen.
Viele der uralten Prinzipien, nach denen die Welt der Menschen funktioniert, hat man noch nicht kennengelernt.
Man ist auch vielleicht etwas naiv.
Zum Beispiel beim Thema ‚Hunger in der Welt‘.
Wenn man noch sehr jung ist, stellt man sich vor, dass stets eine Delegation, vielleicht der UN, daran arbeitet, in allen Teilen der Welt, in der aufgrund der geopolitischen Lage oder aus klimatischen Gründen, kein oder nur sehr spärlicher Ackerbau möglich ist, die Lage zu verbessern.

Oder, dass es generell einen Willen oder eine Motivation gibt, für alle Menschen die Lage zu verbessern und vorallem den Hunger zu lindern oder zu beseitigen.

Dies habe ich mir früher so vorgestellt.
Doch spätestens seit der o.g. Vorlesung wurde ich eines Besseren belehrt.

Das Thema handelte von gentechnisch ‚optimierten‘ Pflanzen, speziell Mais.
Da ich mit Schwerpunkt Genetik im Hauptstudium studierte, als ein passendes Thema.

Der Vortrag ging über 45 Minuten und der Referent war ein Vertreter des Max-Planck-Institutes.
Leider weiß ich nicht mehr, welches Institut genau dahinter steckte.

Während des Vortrages wurden die Vorteile des gentechnisch behandelten Mais hervorgehoben.
Natürlich ging es darum, dass ein höherer Ertrag die Folge wäre.
Durch den höheren Ertrag würde z.B. Farmer X in den USA soundsoviel mehr Dollar pro Gewichtseinheit verdienen.
Sowieso fiel das Wort ‚Dollar‘ sehr häufig. Soundsoviel mehr Dollar pro Ernte und Hektar usw. usf.

Damit ist der Sinngehalt der Vorlesung auch bereits kommuniziert.

Keine Rede davon, dass man Mais verändert, damit dieser in kargen Landschaften angebaut werden könnte und dort die Ernährung verbessert oder sonstwie Bestrebungen, Pflanzen zu verändern, damit Menschen etwas zu essen haben, bei denen es derzeit schlecht ausschaut.

Irgendwie bekam ich den Eindruck, dass niemand wirklich Interesse daran hat, Gentechnik einzusetzen, damit etwas übergeordnetes, für die Menschheit vorteilhaftes, gestaltet werden könnte.
Der hauptsächliche Vorteil von Gentechnik scheint wohl der zu sein, Farmer noch reicher zu machen als sie eh schon sind.
Und natürlich, um noch mehr aus Mutter Erde raus zu holen.
Bis das Maximum erreicht ist. Ein Maximum, das es ja nicht gibt, denn sonst wäre ja kein Wachstum möglich. Vom Wachstum ist allerdings die Wirtschaft abhängig. Ein ewiger Kreislauf des perversen und stupiden Systems, das anscheinend niemand so richtig begreift.
Denn sonst würde man sich diese beschwörenden Formeln des stetigen Wachstums nicht gebetsmühlenartig jedes Jahr wieder vorbeten.

Mein Talent soll dazu dort einfliessen. Ein Rädchen im Kommerz des globalen Kapitalismus sollten wir Studenten sein.
Noch mehr Geld verdienen mit dem, was jetzt mehr geerntet wird.

Wenn man also in den Medien hört, dass Gentechnik dazu eingesetzt werden könnte, den Hunger in der Welt zu bekämpfen, so ist dies vielleicht theoretisch möglich.
Doch praktisch denken daran wohl nur einige wenige Idealisten.
Wirklich interessiert ist daran sicherlich nicht die Wissenschaft.
Der Grund, weshalb die Wissenschaft das überhaupt macht, liegt wohl eher im Geltungsbedürfnis einzelner Wissenschaftler und weil es halt möglich ist. Es ist das alte Spiel, dass uns bereits aus Zeiten des Zweiten Weltkrieges bekannt ist. Es wird gemacht, was möglich ist. Es wird nicht darüber nachgedacht, ob es sinnvoll ist oder sogar Schaden bereiten könnte. Man redet sich dann heraus. Wie viele Wissenschaftler gab es im dritten Reich, die das alles damit abgetan haben, dass es ihr Forscherdrang sei, siehe Werner v. Braun. Egal, ob dabei tausende Menschen ihr Leben lassen müssen. Hauptsache gemacht, Basta.
Praktisch und tatsächlich geht es nur um den Rubel. Und der muss rollen.

Daher kann man von diesem Argument, dass es zum Stillen des Hungers in der Welt eingesetzt werden könnte, so viel halten, wie von der Erkenntnis, das in China manchmal ein Sack Reis umfällt.
Es dient wohl nur der Industrie, um die naiven und nicht wissenden Massen positiv auf die Gentechnik einzustimmen.
Lasst euch also nicht verarschen.

Mit Gen-Mais soll noch mehr geerntet werden für die, die eh schon genug (Geld und Macht) haben.
Nächstenliebe und die Menschheit als Ganzes, diese Gedanken spielen im globalisierten Kapitalismus keine Rolle.
Und wer gar meint, Biologie zu studieren mit ethisch-moralischem oder philosophischem Hintergrund, der sollte es gleich sein lassen.

Die Elbphilharmonie wird eröffnet. Kinder in der Tafel. Wie passt das zusammen?

Gerade sehe ich mit Schmerz die Live-Übertragung im NDR zur Eröffnung der Elbphilharmonie.
Gut, ich bin kein Hamburger, doch trifft mich dieses Ereignis als wäre ich einer.
Schon oft hatte ich davon gehört. Es war in den Medien auch kaum zu übersehen oder zu überhören.
Ein Prestigeobjekt, mittlerweile scheut man selbst die Verwendung dieses Begriffes nicht mehr, dessen Baukosten auf knapp 800 Millionen Euro geschätzt werden. Dabei handelt es sich nicht etwa um Gelder, die irgendwelche Investoren bereit gestellt haben.
Nein, es handelt sich um Steuergelder. Ein Hohn.
Dabei ist nicht jedem klar, wieviel Geld das eigentlich ist.
Einer Schätzung des Handelsblattes nach, würde man mit einer Milliarde Euro, aufgeteilt in 50 Euro-Scheinen, die man aneinander legt, 70mal die Erde umwickeln können. Ein Wahnsinn.
Wie oft würde man die Erde umwickeln können bei 800 Millionen Euro? 60 Mal?

Schnitt.

Ende letzten Jahres nahm ich an einer Veranstaltung teil, bei der der Leiter der Tafel in Osnabrück zugegen war und eine Spende entgegen nahm. Er berichtete, dass in Osnabrück ca. 400 Kinder wöchentlich zur Tafel kommen (müssen), um eine Mahlzeit zu erhalten, da sie zuhause nicht genug zu essen bekommen.
In Hamburg wird es dieses traurige Ereignis sicherlich auch geben. Vielleicht im Verhältnis zur Einwohnerzahl äquivalent.
Wenn also Osnabrück ca. 160.000 Einwohner hat mit ca. 400 Kindern, die zur Tafel kommen.
Hamburg hat ca. 1.700.000 Einwohner. Wenn man per Dreisatz schätzen mag, könnte es also in Hamburg auf diese Weise geschätzte 4250 Kinder geben, die eine Tafel aufsuchen müssen. Das ist natürlich alles nur bezogen auf hiesige Verhältnisse und genau weiß ich das nicht.
Doch da Osnabrück eine verhältnismäßig wohlhabene Stadt ist (sein soll), denke ich, dass diese ‚Hochrechnung‘ vielleicht sogar plausibel sein könnte.
Doch auch wenn es nur 3000 Kinder in Hamburg sein sollten, wird doch mein Fingerzeig mehr als deutlich.
Wie können Politiker eine Baumaßnahme dieses Ausmaßes vor diesem Hintergrund planen und durchdrücken?
Wir erinnern uns. Politiker dienen dem Volk. Das Volk ist der Souverän.
Demzufolge müssen sie zum Wohle des Volkes handeln.
Wie kann dann ein solches Gebäude gebaut werden, wenn mehrere tausend Kinder in der Stadt zur Tafel gehen müssen, um etwas zu essen bekommen?

Nun lassen sie sich feiern. Es sind alle da.
Ob Bundespräsident, Bundeskanzler(in), Bürgermeister von Hamburg usw..
Natürlich auch jede Menge Promis.

Doch zumindest die Politiker sind keine Promis, keine Stars in diesem Sinne.
Sie sind die Diener des Volkes, welches sie bezahlt, damit sie im Sinne des Volkes handeln und dieses vertreten. Makaber.
Ein Trauerspiel der Vernunft, des Vertrauens, das die Bürger in die sie leitenden Personen gesetzt haben.
Eigentlich ein Armutszeugnis der Kompetenz der verantwortlichen Personen.

Wenn man es so sieht, ist daran zu zweifeln, ob hier tatsächlich die Interessen des Volkes vertreten werden.
Das Prestigeobjekt soll von weit her sichtbar sein.
Ein Monument der Eitelkeiten, der Macht.

Die Message ist klar. Das immergleiche Lied vom Erfolg, von Macht und Gewinn.
‚Hochmut kommt vor dem Fall‘, fällt mir dazu als Redewendung ein.

Die Verlierer des Systems dürfen es sich ansehen. Auch und besonders von weitem, soll es sichtbar sein.
‚Wenn du da rein darfst, hast du es geschafft.‘
Angeblich soll es für die Bevölkerung, für jeden, sein.
Doch wie lange die Hamburger dafür arbeiten und Steuern zahlen müssen, also umgerechnet, wird wohl nicht erwähnt.

Und die tausende Kinder müssen halt weiter täglich zur Tafel kommen, um etwas zu essen.
Den Verlierern wird nicht einfach so geholfen. Sie haben nichts und bekommen auch nichts.
Wie lange man wohl die Hamburger Tafel mit 800 Millionen Euro hätte unterstützen können?

20 Jahre? 30 Jahre? 40 Jahre? Länger?

Wie lange noch wird man mit dieser geringen Qualität an Bewußtsein weiter kommen?
Wie lange noch müssen wir diese Fehlleitungen ertragen?

Dieses unerträgliche Mißverhältnis zwischen dem, was der Auftrag, die Pflicht, die Verantwortung, die Vernunft und die Ratio ist und dem, was tatsächlich mit der zur Verfügung gestellten Macht angestellt wird.

Ich stelle mir vor, ich sei zu diesem Zeitpunkt der Bürgermeister dieser Stadt.
Könnte ich ruhig schlafen?