Kategorie: Gesellschaft & Politik

Umweltzerstörung: Wen wird man eines Tages zur Rechenschaft ziehen können?

Ganz klar, macht man sich die massive Umweltzerstörung mit allen Facetten in der heutigen Zeit bewußt, ist es zum Verzweifeln. Es staut sich auch Wut darüber, dass nichts geschieht. Dass die Zukunft unserer Kinder vernichtet wird, im Grunde nur deshalb, um den Wohlstand und den Reichtum einiger weniger zu sichern und auszubauen.
Ob dieser Ohnmacht und Wut, habe ich mich gefragt, wie es sein wird in etwa 100-200 Jahren? Werden die Generationen zurück schauen und ebenfalls wütend darüber sein, dass heute nichts dagegen unternommen wurde? Wird man sich fragen, wen man zur Rechenschaft ziehen können wird?
Ich hatte mir überlegt, dass es in der Politik sicherlich schwierig sein wird, jemanden heran zu ziehen.
Sicherlich werden sich die Politiker damit heraus reden, dass sie innerhalb der im Verhältnis kurzen Regierungszeiten ‚alles dafür getan haben, dass dem Umweltschutz genüge getan wird‘.
Außerdem werden es die Nachkommen sein und die heutigen Politiker, die tatenlos dem Lobbyeismus anheim fallen oder aus Bequemlichkeit oder anderweitig gearteten Gründen nichts unternehmen, werden dann nicht mehr greifbar sein.

In einem interessanten Gespräch mit einem Freund ergab sich hinsichtlich dieser Personengruppen das gleiche ernüchternde Ergebnis. Doch er hatte einen anderen Gedanken. Er meinte, dass man auf jeden Fall die Wissenschaftler zur Rechenschaft ziehen können wird. Denn wenn es jemand gewußt hat, dann sie.
Ich finde, er hat damit absolut Recht.

Gleichsam möchte ich nicht ausschließen, dass die folgenden Generationen kein Interesse daran haben könnten, jemanden zur Rechenschaft zu ziehen.
Aber wenn, könnte dieser Personenkreis sicherlich zu jenen gehören, die im Fadenkreuz sein werden. Und das zu Recht, denn aus Kreisen der Wissenschaft kommt so nun mal ebenfalls kaum etwas. Jedenfalls habe ich in den Medien noch nie etwas davon gehört, dass Kreise der Wissenschaft sich über die Vernichtung der Umwelt oder der Lebensgrundlagen der kommenden Generationen empören oder dagegen etwas aktiv unternehmen. Ist ja auch klar, denn sie sind Teil des Systems und möchten natürlich nicht ihren Job oder die eigene Lebensgrundlage verlieren.

Wie kläglich und durchschaubar das gesamte ‚System Mensch‘ doch ist.

Unser Gesundheitssystem, oder: Wenn ich zum Wutbürger werde

Puh…ich glaube, ich brauche mal einen Blog-Beitrag, in dem ich mich mal richtig auskotzen kann.
Über das Gesundheitssystem, denn es ist derart marode, dass es zum Himmel schreit!
Ich weiß wovon ich schreibe, denn ich bin in den letzten Jahren äußerst oft bei Ärzten und in Krankenhäusern gewesen. Das hat mit persönlichen Zusammenhängen zu tun, Verwandte und Bekannte, die krank sind bzw. waren.
Was ich in diversen Krankenhäusern erlebt habe, spottet jeder Beschreibung!
Es zeugt von menschenunwürdigen und würdelosen Verhältnissen, die ich nicht länger hinnehmen möchte.
Ein Grund mit, weshalb ich diesen Beitrag schreibe bzw. mich mittlerweile gezwungen fühle, ihn zu schreiben.
Denn so kann es in Deutschland nicht mehr weiter gehen.
Klar, ich könnte jetzt einen Roman darüber verfassen, was ich erlebt habe.
Hier ein kleiner Abriss:

1. Mit Verdacht auf Schlaganfall ohne Betreuung lange Zeit allein gelassen
Mit Symptomen eine Schlaganfalls (Schwindel, Übelkeit, fehlendes Erinnerungsvermögen, Bewußtlosigkeit) wird eine Patientin in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort wird sie mehr als eine Stunde in einen großen Raum mit weiteren kürzlich eingelieferten Patienten geschoben und sich selbst überlassen! Es gibt nur eine Person, die in der Nähe ist und vor einem PC sitzt und anscheinend völlig unbeeindruckt Verwaltungskram erledigt. Es wird weder durchgegangen und nach den Patienten geschaut noch irgendwie auf diese geachtet. Die Patientin kommt nach einiger Zeit gewissermaßen wieder zu sich. Ihr ist kalt. Niemand schaut nach ihr. Nachdem sie sich wieder sammeln konnte, zieht sie sich an. Die Person am Rechner unternimmt nichts, schaut nicht mal danach. Die Patientin verlässt das Krankenhaus. Erst jetzt wird eine Krankenschwester darauf aufmerksam. Es kommt zu einem kleinen Tumult/Wortgefecht, wo ich zugegen war und wir uns über diese Zustände aufregen und beschweren. Jetzt kommt eine Ärztin hinzu, die anscheinend aufgrund der Lautstärke Wind bekommen hatte und versucht uns zu beruhigen. Ich hatte den Eindruck, dass das Personal völlig überfordert und hoffnungslos unterbesetzt war. Ich finde diese Zusammenhänge unverantworlich und fahrlässig! In meiner Hilflosigkeit ob dieser unsagbaren Situation wäre ich fast handgreiflich geworden, wozu noch das freche und provokative Verhalten der Krankenschwester beigetragen hat. Man kann diese Situation nicht nachvollziehen, wenn man das nicht selbst erlebt hat. Es ist einfach nur zum verzweifeln.

2. Die Kur bzw. Reha
Was früher eine Kur war, nennt man heute Reha. Ich habe mich erst über diese Wortspielerei amüsiert. Aber mittlerweile weiß ich weshalb das so ist. Denn eine Reha ist knallhart danach ausgerichtet, dass man wieder fit für den Beruf gemacht wird, koste es was es wolle! Es ist nichts menschliches dabei, es geht nur um die Kohle. Selbst wenn jemand mit dem massiven Programm, das man während einer Reha ausführen soll, völlig überfordert ist und zusammenbricht! Eine Patientin mit einer unheilbaren chronischen neuronalen Erkrankung wird aufgefordert, morgens um 7 Uhr Nordic Walking im Winter zu machen. Unverantwortlich. Das Programm geht von morgens 7 Uhr bis spät Nachmittags. Veranstaltungen sind terminlich so gelegt, dass man es gerade so schafft, von einer Veranstaltung zur anderen zu gelangen. Wie auf einem Bahnhof, wo man den Anschlusszug nicht verpassen darf. Wenn man Veranstaltungen nicht machen möchte, weil man schlicht dazu nicht in der Lage ist, muss man sich rechtfertigen. Und Reha als solches. Reha-Maßnahmen werden vom Träger wie die Rentenversicherung finanziert. Sie sind weiterhin dazu da, die Berufsfähigkeit festzustellen. Man kann sich nun vorstellen, dass wenn eine Klinik z.B. von der Rentenversicherung abhängig ist, dass diese natürlich nicht alle Patienten ‚kaputt schreibt‘ im Sinne von wenige oder keine Stunden Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Ein absoluter Mega-Skandal! Denn so verlassen unzählige Patienten die Reha-Klinik und müssen arbeiten gehen, obwohl sie es nicht mehr können.

3. Auszubildende im zweiten Lehrjahr hat Professor noch nicht gesehen, da auf Station für Privat-Patienten
Während eines Aufhaltes haben wir eine Pause auf einem Balkon gehalten und uns mit einer Auszubildenden unterhalten. Sie sagte, sie sei im zweiten Lehrjahr und habe den für die Station zuständigen Professor bislang nicht ein einziges Mal gesehen. Er sei immer im Klinik-Abschnitt für die Privat-Patienten. Ungeheuerlich! Hurra, es lebe die Zweiklassen-Medizin!

4. Papierkorb klebt auf Zimmerboden fest
In einem Fall war ich zu Besuch in einem Osnabrücker Krankenhaus. Der Boden des Zimmers sah recht ungepflegt aus zumindest seit Jahrzehnten nicht überholt. Eine Patientin sagte, der Papierkorb klebe förmlich auf dem Boden fest, denn es würde nicht richtig sauber gemacht.

5. Patientin mit halbseitiger Lähmung wird nicht von Toilette abgeholt
Es ist kaum zu beschreiben, wie unsäglich und unwürdig Zustände in deutschen Krankenhäusern sein können. Hier handelte es sich um eine halbseitig gelähmte Patientin, die zur Toilette musste und daher klingelte. Es kam keine Schwester! Erst nachdem wir uns beschwert hatten, es waren mittlerweile mindestens 20 Minuten vergangen, kam jemand. Doch damit nicht genug. Die Patientin war natürlich irgendwann fertig und klingelte von der Toilette aus, damit man sie abholen möge. Doch wieder kam niemand. Ich glaube, die Patientin verharrte so gefühlt nochmal 20-30 Minuten, bis sich eine Schwester gewissermaßen ‚erbarmte‘, die Patientin von der Toilette zu holen.

6. Angehörige und Patienten machen den Job der Schwestern und Pfleger
Der Aufenthalt unter 5. war für mich der schlimmste, den ich als Angehöriger erleben musste. Es waren unsägliche Zustände in diesem Krankenhaus. Es kam fast nie eine Schwester, egal wann und wie oft man klingelte. Da es sich um ein Vierbett-Zimmer handelte, war die Luft schnell verbraucht. Alle Patienten kamen überein, dass das Fenster ab und an mal geöffnet werden könnte, damit etwas frische Luft in den Raum kommt. Doch da selten jemand kam, haben dies die Angehörigen gemacht sowie weitere Tätigkeiten wie Dinge holen, Türen aufmachen, Jacken und Kleidung wegpacken, Patienten aufrichten usw. usf. Es war der Horror, dies mit anzusehen. Da meine Angehörige die einzige war, die sich auf den Beinen halten konnte, hatte sie die meiste Zeit für frische Luft gesorgt. Als ich meine Angehörige aus dem Krankenhaus abholte, da sie entlassen wurde, fragte eine Dame, die im Rollstuhl saß: Wer macht uns denn jetzt das Fenster auf?

Ich könnte noch zahlreiche weitere Punkte festhalten, die ich erlebt habe. Doch das würde wohl zu viel für diesen Beitrag werden.
Ich denke, es wird wohl extrem deutlich, dass es in Deutschland mit der gesundheitlichen Versorgung, wenn man es so noch bezeichnen mag, auf jeden Fall so nicht mehr weiter geht!

Ich fordere die Politik auf, diese Zustände umgehend und dringend zu beseitigen!
Ich werde meine nächste Wahl nach diesen (und natürlich nach zahlreichen weiteren) Aspekten ausrichten und möchte alle Leser dazu animieren, es ebenso zu halten.
Ich werde mich in nächster Zukunft mit den Parteiprogrammen der diversen Parteien auseinandersetzen und weiter berichten, welche Partei denn vor diesem Hintergrund überhaupt in Frage kommt.

Extremes Klima, extreme Ignoranz in den Nachrichten

Unser Wald Ueberschwemmung-640x479 in Meiner Empfindung nach, spielt das Wetter in immer kürzeren Abständen verrückt. Ganz besonders im Sommer 2015 war dies beinahe täglich spürbar.
Im Mai war es außergewöhnlich kühl. Dann täglich wechselhaftes Wetter. Im Juli dann der Hitze-Schock: 39 °C war keine Seltenheit.
Das ging dann ein paar Tage so und wieder leicht kühler.
Der Sturm Zeljko im Juli wirbelte alles ziemlich durcheinander, was man auf dem zweiten Bild in diesem Beitrag sehen kann. Der ganze Waldboden war voller Blätter und Äste.

Dann gab es noch am 16. August Unwetter mit kräftigen Regenfällen, so dass das Bächlein in unserem Wald den selbigen in großen Teilen überschwemmte, siehe Foto links.

 

Unser Wald Sturm-480x640 in Sowieso beschleicht mich das Gefühl, dass sich das Klima rasant verschlechtert.
Doch eigentlich habe ich dieses Gefühl bereits seit 20 Jahren. Daher gehe ich nun von einer Realität aus. Man kann eine Weile den positiven Stimmen vertrauen: „Das ist normal und das gab es schon immer“. Doch nach zwei Jahrzehnten Beobachtungen und dann diese Zuspitzung in den letzten Jahren, da kann ich das nicht mehr glauben. Denn schließlich habe ich auch schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel und mittlerweile meine eigenen Erfahrungen. Wenn man ehrlich ist, vernimmt man auch keine Stimmen des Zweifels mehr, insbesondere nicht von Seiten der allseits gelobten Wissenschaft.

Schlimm genug, diese Einsicht, dass das Klima durch Menschhand chaotischer wird. Doch sind wir uns eigentlich darüber bewußt, dass sich dieses Rad nicht einfach wieder zurück drehen läßt, dass es real auch nicht wieder zu stoppen sein wird, dass sich die Spirale immer schneller und extremer drehen wird?

Wenn ich dann aus unserem Wald komme und die Nachwirkungen der Stürme oder Regenfälle beobachtet habe, wundert es mich schon, dass in der Tagesschau immer nur die gleichen, gebetsmühlenartigen Nachrichten kommen: Griechenlandkrise, Griechenlandkrise, Griechenlandkrise.

Um mich herum geht gefühlt ‚die Welt unter‘, doch den Nachrichten fällt nichts besseres ein, als über die Griechenlandkrise zu berichten. Na toll.
Wieso ist das eigentlich so, dass die eigentlich dringlichen Probleme von den Nachrichten ignoriert werden? Sollen die Nachrichten beruhigen und uns mit Themen beschwichtigen, die im Vergleich unbedeutend sind? Denn wenn das Wetter immer schlimmer wird und unser Leben nachträglich verändern wird, welche Rolle spielt dann die Börse, Griechenland, China oder die FIFA?

Haben wir dieses Thema aus unserem Bewußtsein verdrängt, weil es sowieso keine Lösung gibt oder wir vor den Konsequenzen zurück schrecken, welche da wären, weniger Auto fahren, weniger Energie verschwenden, lieb gewonnene Bequemlichkeiten aufgeben, Abstriche im Luxus machen?

Um uns herum wird alles schlimmer und schlimmer. Doch uns fällt nicht besseres ein, als uns zu verstecken und zu hoffen, dass alles eines Tages weg sein wird und wohl nicht so schlimm wird, wie alle sagen.
Doch das wird es, darauf können wir uns verlassen. Wenn wir nicht unser Bewußtsein erweitern und unser Verhalten danach ausrichten, wird es uns nicht gut gehen in der Zukunft, so viel steht jetzt schonmal fest.

Schmachten im gelben Möbelladen

Da waren wir wieder, ein Tag im gelben Möbelladen. Tatsächlich waren es wohl 2-3 Stunden, gefühlt eben (mindestens) ein Tag. Also, im Grunde wie immer wenn man dort ist. Doch heute ist Samstag direkt nach den Weihnachtsfeiertagen. Daher, so denke ich, wird das Geschäft recht leer sein, denn niemand hat nach der weihnachtlichen Materialschlacht noch Geld übrig. Doch das war wohl naiv gedacht, denn ein erster Blick auf den vorgelagerten Parkplatz läßt ahnen, dass man bereits froh sein kann, dass man überhaupt noch einen Parkplatz für sein Gefährt bekommt. Eine Sache, die ich wohl niemals verstehen werde. So kostspielig wie alle sagen, kann das Weihnachtsfest ja nicht sein, wenn noch derart viel Geld übrig ist, um nochmal eben ein paar Möbel zu kaufen.
Nachdem ich wider Erwarten dennoch einen Parkplatz ohne Androhung eines Rechtsstreites ergattern konnte, geht es hinein in die Höhle des Löwen bzw. Elches.
Und spätestens wenn man die Treppe zum Eingang hinauf schreitet, beschleicht einen das ungute Gefühl, dass man gleich wieder durch diese Möbelstrecke hindurch gedrückt wird, auf der einem auf der rechten und linken Seite die tollen Ideen zur Schau gestellt werden, die sich die kreativen Designer Lovlund und Ingmarson in Schweden ausgedacht haben.
Der Vorteil der Möbelstrecke: Man kann sich quasi nicht verlaufen.
Der Nachteil ist wohl der, dass man sich wie eine Art Vieh vorkommt, das einen abgesteckten Pfad entlang geführt wird.

Sowieso ist das gesamte Konzept aus Sicht des Konzernvorstandes perfekt. Es hat anscheinend mit ausgezeichneter Perfektion die Idee verfolgt, wie man mit so wenig Beschäftigten und noch weniger Aufwand wie möglich am meisten Umsatz generiert.

Zwar sieht man hier und da ein paar Beschäftigte herum laufen, doch haben Sie schon einmal nachgefragt? Entweder sind diese Mitarbeiter umzingelt von fragenden Kunden oder man bekommt lapidare Antworten. Und meistens wird man nur auf das Lager verwiesen, wo man sich alles selbst heraus ziehen kann. Sowieso steht meist alles nicht dort, wo man es vermutet. Ist man im Lager und findet etwas nicht, wird man auf den Platz in der Fläche verwiesen. Dann muss man den ganzen Wanderpfad entgegen dem Strom nochmal abwandern.

Raucher haben es besonders schwer. Ziemlich genau zur Hälfte des Geschäftes befindet sich das Restaurant. Bis man dort ist, sind je nach Suchanfrage, Tagesform und Geldbeutel mindestens 45 Minuten vergangen. Zeit für eine Zigarrette, insbesondere wenn man Kaffee trinkt. Doch das geht seit geraumer Zeit aufgrund des Schutzes der Nichtraucher nicht mehr. Was also tun? Wie komme ich zum Ausgang, um zumindest dort eine rauchen gehen zu können? Die Antwort lautet dann, mindestens 5-10 Minuten durch die Strecke quälen, nur um eine rauchen zu gehen. Anschließend das gleiche wieder zurück zum Restaurant. Besonders wenn man in Begleitung ist, unterläßt man dies dann aus Rücksicht.
Dann heißt es stark sein, denn folgt man der Möbelstrecke, werden noch einmal locker 45-60 Minuten vergehen, bis man frühestens das Geschäft verlassen kann. So folgt man der Viehstrecke also mit einem Schmacht, der sich geschnitten hat. Man wird reizbar.
Und die letzten Etagen werden zähneknirschend ob des schlechten Service abgeschlendert, mit dem Ziel, das Geschäft so rasch wie möglich zu verlassen.

Doch da hat man ja noch nicht mit dem bereits oben erwähnten Lager gerechnet. Hier kann man sich seine Ware als Kunde bitteschön selbst aus dem Regal ziehen. Vorbei sind die Zeiten, wo einem das noch von freundlichen Mitarbeitern zurecht gelegt wird. Angestellte für das Lager sind wohl viel zu teuer. Das Geld kann das gelbe Geschäft sich auch sparen, wenn ich es selbst mache. Das Konzept geht auf und wird gleich irgendwie im Hintergrund mit kommuniziert. Hier bist Du selbst (geduzt wird man schließlich sowieso schon). Hier darf ich mir die Ware gleich selbst aus dem Lager ziehen. Doch zunächst muss es erstmal gefunden werden. Doch es ist ja alles total logisch ausgezeichnet gewesen, so dass ich es gleich selbst gut finde. Eine Problematik, die sich erst garnicht ergäbe, wenn ich mein Zeug zusammen gestellt bekommen würde.
Die Kassen sind seltsamerweise immer voll. So bleibt die letzte Schlacht zu schlagen: Wo befindet sich die Kasse mit der kürzesten Schlange? Und angestellt. Weitere unnötige Minuten, die mich nach 2,5 Stunden von meiner Zigarrette abhalten. Man möchte dann nur noch raus. Doch was ist das? Als Kunde darf ich auch selbst abkassieren! Wow.
Ich erinnere mich, als anfangs diese sog. ‚Express-Kassen‘ eingeführt wurden, mussten die umliegenden KassiererInnen aushelfen, wenn ein Kunde damit nicht zurecht kam. Na toll, dachte ich, da kann man als KassiererIn mit seinem KnowHow sich selbst arbeitslos machen. Nämlich dann, wenn es nur noch solche Express-Kassen geben sollte. Tolle Perspektive.
Die Kunden übernehmen immer mehr meinen Arbeitsplatz und ich bin demnächst überflüssig. Ob die Liebe zum ‚ich mach als Kunde am besten alles selbst‘ jemals so weit gehen wird? Aus diesem Grund stelle ich mich prinzipiell niemals an die Express-Kassen, mögen sie auch noch so praktisch oder schnell sein.
Mir egal, denke ich, ich habe die letzte Hürde an der klassischen Kasse geschafft. Doch da gibt es noch diese Hot Dogs, die man sich, wie sollte es anders sein, auch gleich selbst zusammenbasteln muss. Da geht doch alles gleich viel schneller, wenn ich es als Kunde gleich selbst mache.
Völlig geschafft und mit einem Schmacht, der sich langsam aber sicher als Sternchen vor meinen Augen abzeichnet, ziehe ich an meiner Zigarrette, nachdem ich die Drehtür durchschritten habe. Diesmal bin ich mit wenigen Euro durchgekommen. Ein kleiner Durchbruch aber auch im Sinne meiner Annahme, dass nach dem Weichnachtsfest nicht mehr Geld übrig ist. Komisch, wieso das für die anderen gefühlten 2500 Kunden nicht zutrifft? Ich glaube, ich brauche eine Gehaltserhöhung…

Leben auf der Kippe

DSC 0828-508x640 in Manchmal wundert es mich, was man so am Straßenrand findet.
Einst wanderte dieses Tier wohl durch unsere Wälder und erfreute sich seines Lebens.
Doch nun ist es auf dem Müll gelandet mitsamt den ausgemusterten Stühlen auf einem Haufen.
Erschossen, präpariert und zur Vergnügung einige Jahre an die Wand gehängt und ab dafür in den Müll.
Wie ein Sinnbild für unser Verhalten der Natur gegenüber.
Wenn es zur Ernährung gewesen wäre oder wegen sonst einem Grund, der irgendwie Sinn machen würde. Und, um der Geschmacklosigkeit noch eins drauf zu setzen, wird es respektlos entsorgt.
Ich frage mich bei solchen Szenen, wie man als Mensch reagieren würde, wenn jemand, der über uns steht, mit uns so verfahren würde. Wenn z.B. Außerirdische eben Menschen töten und köpfen würden und den Kopf als Trophäe im Aufenthaltsraum aufhängen würden. Da würde dann z.B. der Kopf eines Nachbarn (oder gar mein Kopf) hängen. Grausame Vorstellung.
Ich frage mich, wieso diese Reflektion beim Menschen nicht geschieht, denn sonst würde so etwas schwerlich denkbar sein. Scham- und respektlos. Das kann nur der Mensch.

Je stärker die Streiks, desto schwächer der Journalismus

Wie mir bereits in meinem Beitrag ‚Meinungsmache Nachrichten‚ aufgefallen war, kommen Streikende und deren Gewerkschaften nicht gerade glimpflich dabei weg, wenn man sich – im wahrsten Sinne des Wortes – das Recht herausnimmt, für besseren Lohn und Arbeitsbedingungen zu streiken.
Was sich mir diese Woche im TV an Beiträgen entgegenschlug, war jedoch schon fast am Ende des guten Geschmackes und hinterlässt bei mir den Eindruck, dass das Niveau des guten Journalismus doch noch immer wieder unterboten werden kann.

Einmal davon abgesehen, dass ich das Gefühl hatte, dass die ganze Woche eine wahre Hetze gegen die Streiks der GDL auf fast jedem Sender zu verfolgen war, war mir jedoch der folgende Beitrag bei ‚Hallo Niedersachsen‘ mitte dieser Woche besonders negativ aufgefallen.
Was sich da abspielte, kann ich nur als schamlos und zynisch aburteilen.
Der Beitrag zu den Streiks der GDL war, wie sollte es anders sein, von vornherein auf contra getrimmt. Soundsoviele Reisende sitzen hier und dort fest, nichts geht mehr, usw. usf. Dann aber der Höhepunkt. Es wurde eine Reisende herausgepickt, die Krankenpflegerin ist. Wie jeder weiß, sind besonders die Pflegeberufe nicht gerade dafür bekannt, geregelte Arbeitszeiten zu haben oder dass dort ein hoher Verdienst zu erwarten ist. Die Frau gab an, von der Arbeit zu kommen und erschöpft zu sein, da sie bereits seit 6 Uhr oder so auf den Beinen sei. Leider weiß ich nicht mehr genau die Einzelheiten. Aber es kam in etwa so heraus, dass die Frau mehr als 40 Stunden die Woche arbeitet und irgendwas zwischen 1400 und 1600 verdiente. Es kommt mir jetzt auch nicht auf die Einzelheiten an, denn es geht mir um die Art, mit welchen Methoden gegen die Streiks gewettert wird.
Diese Frau wurde nun also instrumentalisiert und zu einer streikenden Bahnangestellten geschickt. Die Jounalisten dabei mit Kamera hinterher.
Die Frau konfrontierte die streikende Bahnerin damit, dass sie ja bereits seit früh am Tag unterwegs sei und so sehr viel schlechtere Arbeitsbedingungen und Verdienst habe, dass der Eindruck erschien, dass die Bahnerin doch wohl auf einem so hohem Niveau streike, dass es lächerlich wirken sollte. Und mit einem Ausdruck a la ‚Der habe ich es gegeben. Siehste, den Bahnangestellten geht es viel zu gut und wissen garnicht wie gut sie es haben‘, ging die Krankenpflegerin dann davon. Alles festgehalten auf Kamera und als quasi Beweis dafür, dass diese Streiks doof sind. Stimmungsmache par excellence und auf niedrigstem Niveau.

Dabei ist es doch ganz einfach und eigentlich das, was dabei stattgefunden hat.
Liebe Jounalisten,  es ist nicht so, dass die Bahner zu viel verdienen. Oder, dass es denen zu gut geht.

Nein, die zu bemitleidende Krankenpflegerin hat viel zu schlechte Arbeitsbedingungen und im Vergleich einen viel zu miserablen Verdienst, als dass es sich vergleichen ließe!

Denn was ist sonst die Kernaussage dieses Beitrages?
Erst, wenn alle min. 50 Stunden die Woche bei einem Verdienst von max. 1600 Euro brutto arbeiten, darf gestreikt werden?
Oder dann auch nicht, weil es dann wieder Leute gibt, die wiederum bei viel schlechteren Bedingungen arbeiten müssen?
Nun, es geht noch weniger, wie ich in meinem Beitrag ‚Mindestlohn‚ vorgerechnet habe. Denn mit Mindestlohn liegt man nur noch unwesentlich oberhalb der Armutsgrenze. Wäre es dann im Sinne derer, die Streiks gleich ganz abschaffen wollen?

Das ist der richtige Übergang zu dem, was ich heute (Sonntag, 19.10.2014) Abend bei DAS (NDR) gesehen habe. Nach dem üblichen ’nichts geht mehr und (diese) Streiks sind schlecht‘-Gezaudere dann ein Sprecher der Lufthansa vor der Kamera.
Er äußerte gar, dass man über eine Änderung des Streikrechts nachdenken müsse. Zumindest für Bereiche, die in der Öffentlichkeit Auswirkungen haben. Denn im Zusammenhang der Globalisierung, könne es nicht sein, dass in Deutschland nichts mehr ginge, oder Zitat: ‚Alles am Boden liege.‘

Okay, darauf habe ich gewartet. Wenn die Zügel erstmal losgelassen sind, kann natürlich das Argument des imperativen Kapitalismus nicht mehr weit sein. Denn wenn es ans Geld geht, sind heutzutage auch die Grundrechte nicht mehr sicher.

Dann beschneiden wir doch unsere Grundrechte, wenn es der Wirtschaft dient, kein Problem!

Liebe Arbeitnehmer und Zuschauer: Lasst euch nicht beeinflussen, denn es geht um unsere(!) Rechte.
Irgendwann, wenn über Jahre hinweg keine Lohnerhöhung mehr kommt, seid ihr dran und wißt nicht mehr, wie ihr eure Rechnungen bezahlen sollt. Dann müßt ihr ran und für eure Rechte einstehen, für einen Lohn z.B. mit dem man die Kinder satt bekommt.
Lasst euch also nicht einnehmen von einseitig gelagerten Beiträgen und behaltet euch einen wachen Geist.

Ach, habe ich den Beitrag erwähnt, bei dem Journalisten mit Kamera hinter Bediensteten der Lufthansa herliefen und diese zur Rede stellen wollten? Denn bei der Lufthansa wird ab Morgen Mittag gestreikt…

Mindestlohn: Zuviel zum Sterben, zu wenig zum Leben

Lange wurde darum gerungen, endlich soll er kommen, der – meines Erachtens – viel zu niedrige Mindestlohn. Gleichsam ist es wohl das einzige Mittel der Politik, Unternehmer dazu zu bringen, die eigenen Mitarbeiter zumindest nicht in völliger/tatsächlicher Armut leben zu lassen.

Ich weiß nicht, ob sich jemand schon einmal die Arbeit gemacht und nachgerechnet hat, was denn überhaupt bei einem Verdienst dieser Art herauskommt.
Dabei ist es ganz einfach. Bei 40 Stunden die Woche und 4 Wochen den Monat (Schnitt) lautet die Formel: 160×8,50=1360 Euro brutto(!).
Nun wollen wir mal die Steuern und Sozialabgaben abziehen, sind bei einem kinderlosen Paar und Steuerklasse 3 ca. 1080 Euro netto.

Wie weit kommt man mit 1080 Euro?

Beispiel: Während eines Beratungsgespäches bei einer Bank nannte mir der Bankangestellte einen Betrag von 1000 Euro, der von der Bank angenommen wird, den zwei Personen monatlich zur Begleichung der regulären Kosten für die normalen Dinge des Alltages wie Lebensmittel, Pflegeartikel, Kleidung und dergleichen benötigen.

Okay, ziehen wir das ab, bleiben diesem Paar 80 Euro übrig, um zumindest Wohnung, Strom, Heizung, Telefon, Auto und vieles mehr zu finanzieren.
Ganz klar, dass das nicht geht.

Komisch. Wenn ich mich an meine Großeltern erinnere, meine ich, dass allein das Gehalt meines Großvaters ausgereicht hat, um den gesamten monatlichen Bedarf zu stemmen. Und mein Großvater war Handwerker, nicht etwa in einer höheren Position irgendwo.

Wir können also festhalten: Beim Mindestlohn darf man kein Single sein und der Partner muß definitiv auch arbeiten.

Tja, da haben sich die Zeiten wohl geändert, denke ich, und gehe mal davon aus, dass dann der andere Partner auch noch arbeiten gehen muss.
Halt. Was ist, wenn einer der Partner krank ist und garnicht arbeiten gehen kann, vielleicht weil er/sie eine Behinderung hat?
Und was ist, wenn dieser Partner selbständig war und keine Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt hat und ihm/ihr daher auch keine Erwerbsminderungsrente zusteht?
Klar, das wurde natürlich nicht berücksichtigt, wäre ja auch zuviel verlangt von Personen, die ihren Lebensunterhalt von unseren Steuern beziehen und einzig dafür bezahlt werden, dem Wohl des Volkes zu dienen.

Aber wollen wir mal den ironischen Unterton lassen, bzw. ich lasse es nun.
Bleibe ich halt sachlich.

Wir können also festhalten: Beim Mindestlohn müssen beide Partner gesundheitlich oben auf sein.

Okay, der andere Partner muss auch arbeiten gehen.
Ganz klar, denke ich. Dann ist der andere Partner in einer besseren Position, hat eine gute Ausbildung, bekommt auch einen passenden Job  und verdient dann halt entsprechend mehr und alles ist wieder gut, denn das Paar hat dann wieder ausreichend Geld, wenn man es in der Summe betrachtet.
Dann wäre es also abhängig davon, mit wem ich zusammen bin. Ich müßte dann also bei meiner Partnerwahl berücksichtigen, dass er/sie auch einen entsprechenden Job hat, der meinen geringen Verdienst ausgleicht.
Doch ist das real? Kann man aufgrund dieser Annahme für die Bevölkerung einen Mindestlohn definieren?

Aber was ist, wenn man die Partnerwahl nicht vom Beruf des Geliebten abhängig macht, was sehr wahrscheinlich die Regel sein wird und eher der Realität entsprechen dürfte?

Wir können also festhalten: Verdient man selbst nur Mindestlohn und möchte man sich mehr leisten können als das nackte (Über)Leben in einer Gesellschaft wie der hiesigen, muss man sich einen Partner suchen, der mehr als den Mindestlohn verdient.

Dann könnte man also den folgenden Fall definieren. Beide Partner haben einen ‚Mindestlohn-Job‘. Das Gehalt des ersten Partners haben wir oben bereits berechnet. Bleibt der zweite Partner. Dessen Steuerklasse kann somit bei Klasse 1 ausfallen.
Unter Berücksichtigung der gleichen Parameter kommen wir hier ebenfalls auf ein Brutto-Gehalt von 1360 Euro.
Netto dürften dann abgerundet ca. 1013 Euro übrig bleiben. In Summe kommen wir dann auf: 1080+1013=2093 Euro netto.

Unser Beispiel-Paar liegt damit 189 Euro über der Armutsgefährungsgrenze für Deutschland (2013, Quelle: Wikipedia Armutsgrenze) und dass, obwohl beide einen Fulltime-Job haben.

Abzüglich der oben erwähnten 1000 Euro bleiben dem Paar nun 1093 Euro für Wohnung, Strom, Heizung, Telefon und Auto.

Die Kosten für eine Wohnung zur Miete dürften von Stadt zu Stadt variieren. In der heutigen Zeit wird es fast unmöglich sein, eine Wohnung für unter 500 Euro Kaltmiete zu finden. Ich bin aber mal unrealistisch positiv gestimmt und nehme an, es gelingt dem beschriebenen Muster-Paar, eine einigermaßen akzeptable Miet-Wohnung für, sagen wir 450 Euro Kaltmiete, zu finden. Es läßt sich über den Verbrauch streiten, daher nehme ich einfach ab jetzt Erfahrungswerte am unteren Limit. Strom 90 Euro, Heizung 60 Euro, sonstige Nebenkosten (Müll, Beleuchtung außen, Wasser usw.) 40 Euro und Telefon 35 Euro monatlich. Das Auto lassen wir erst außen vor.
1093-450-90-60-40-35=418 Euro
Wir dürfen nicht vergessen, dass wir bisher lediglich die Lebenshaltungskosten sowie Wohnen mit Verbrauchswerten und Telefon berücksichtigt haben.
Was gibt es noch außer Arbeiten, Essen und Wohnen?
Das ist nicht schwer: Auto/Bus/Bahn (Weg zur Arbeit), Urlaub, neue Möbel, soziale Verbindlichkeiten (z.B. Geburtstage, Taufen, Hochzeiten, Jubiläen, etc.), Weihnachten, neue Haushaltsgeräte (irgendwas geht immer kaputt), Versicherungen, Haustiere, Arzt/Medikamente (Eigenanteil) etc. und ich habe sicherlich noch etwas vergessen.

Wir können also festhalten: Beim Mindestlohn muss man wohl oder übel auf den ein oder anderen Aspekt des normalen Lebens verzichten und muss jeden Euro min. zweimal umdrehen, bevor man ihn ausgibt. Ach ja, man muss verdammt viel Glück (und Zeit) haben, eine Wohnung für 450 Euro Kaltmiete zu bekommen.

Nach den ganzen o.g. Beispielen und Rechnungen wird doch eines deutlich: Der Mindestlohn sorgt lediglich dafür, dass ein gesundes Ehepaar (Möglichkeit der Steuerklassen 1 und 3) trotz zweier Fulltime-Jobs gerade so in der Öffenbtlichkeit als ’nicht arm‘ auffällt. Tatsächlich sind kaum oder keine großen Sprünge möglich. Ein Auto kann man schon fast vergessen und wenn man sich etwas kaufen möchte, was teurer als 100 Euro ist, muss man an andere Stelle wie Lebensmittel oder ähnlichem sparen oder einen Kredit aufnehmen, wonach man aber wieder in den Folgemonaten weniger in der Tasche hat und daher stets am knapsen ist.

Alle anderen als das oben beschriebene gesunde Ehepaar fallen durch und stehen tatsächlich in Armut, wenn z.B. nur ein Partner arbeiten gehen kann.

Ich habe mich schon immer darüber gewundert, wieso von Seiten der Politik dieses selbstlose Bestreben zu mehr Gesundheit vertreten wird.
Vielleicht ist das auch ein Grund: ‚Werdet bloß nicht krank, denn dann seid ihr am Arm. Und vergesst die Zeiten als noch das Gehalt eines Partners ausgereicht hat, um eine ganze Familie über Wasser zu halten. Mehr Leistung wird gefordert, sonst frisst euch die kalte Hand des Kapitalismus und/oder Globalisierung auf.‘

Nach diesen ganzen Ausführungen und Verdeutlichungen mag man garnicht darüber nachdenken, wie viel Geld diesem Musterpaar (noch schlimmer: Bei Singles!) geblieben ist, als es noch keinen Mindestlohn gab!

Ich finde es eine Schande, dass es überhaupt Unternehmer(Innen) gibt, die unterhalb von 8,50 Euro Menschen beschäftigen.

Ganz klar, wer solch einen  Business-Plan mit derart schlechten Perspektiven ausarbeitet, dass nicht einmal die Mitarbeiter vernünftig bezahlt werden können (dabei erachte ich als vernünftig alles oberhalb von 10 Euro), der sollte solch ein Geschäft erst garnicht eröffnen (dürfen).
Das kann nur bedeuten, dass die Produkte oder Dienstleistungen entweder nicht gefragt sind, oder einen dermaßen schlechten Ruf genießen, dass niemand dafür so viel Geld ausgeben möchte, dass die Mitarbeiter des Herstellers oder Anbieters davon leben können. Dann heißt es entweder Preise erhöhen oder das Geschäft gleich sein lassen oder aufgeben. Etwas zu machen einzig als Selbstzweck bringt nur Armut, wie man oben sehen kann.
Zum Geschäftsleben gehört in einem gehörigen Maße Vernunft, Verantwortungsbewußtsein für seine Mitarbeiter und auch ein Sinn zum Geld generieren durch die Geschäftsidee oder Strategie, damit davon die Beschäftigten leben können. Alles andere ist Hampelei und hat nichts mit dem Geschäftsleben oder Selbständigkeit zu tun.
Hier muss die Politik Lösungen schaffen, damit nicht durch niedrige Preise, vielleicht aufgrund einer extremen Konkurrenzsituation, die Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen an der Armutsgrenze knapsen, nur weil die beteiligten Unternehmer kein Gewissen haben oder sonstwie gesellschaftsfeindliche Einstellungen haben und somit letztlich vielleicht sogar den sozialen Frieden gefährden.

Wieso die Gier der Untergang der Menschheit ist

Ich denke, man benötigt nicht viel Fantasie, um sich den Werdegang der Menschheit, wie es sich bis jetzt abzeichnet, vorzustellen.

Sämtliche Rohstoffe für Güter und Waren, die unsere Konsumlust befriedigen sollen, stammen letztendlich aus der Erde.
Das meiste davon hat sich in millionen Jahren entwickelt und formiert, so dass es nun von uns geerntet werden kann.
Auch verständlich und logisch, dass dieses Reservoir bei steigender Zehrung irgendwann verbraucht sein wird.

Doch was ist das, das uns trotz allem so weiter machen läßt, obwohl die Prognose für die Zukunft negativ ausfallen muss?
Obwohl unsere Umwelt sich zum Negativen hin entwickeln muss, mit Stürmen, Überschwemmungen und Katastrophen?
Weshalb konsumieren wir so viel, wieso ist die Börse nie wirklich zufrieden und warum wird der kapitalistische Imperativ als Rechtfertigung für Leid und Tod akzeptiert („Wenn Ölreserven in Gefahr sind, kann man in aller Ruhe und unter Zustimmung der breiten Öffentlichkeit einen Krieg vom Zaume brechen“)?

Ein Aspekt scheint die Gier zu sein. Doch was ist Gier?
Ich habe für mich ein Gedankenexperiment hergestellt.
Angenommen, man gäbe jedem Bundesbürger zwei millionen Euro, also so viel, dass er/sie bis zum Ende seiner Tage nicht arbeiten müßte und sich vieles leisten könnte, was man für ein gutes Leben benötigt. Natürlich mit der Auflage, den Großteil richtig zu investieren, so dass nicht gleich alles ausgegeben werden dürfte.

Die Frage ist, ob der Mensch sich dann zufrieden geben würde?

Würden die wilden Spekulationen an der Börse abflachen, weil alle genug Geld haben?
Würden Raubdelikte und Diebstahl aufhören, weil jeder genug Geld hat?
Würde man eher über die Ausbeutung der Natur nachdenken, weil man nun die Muße dazu hat, da man nicht mehr im stetigen Kreislauf zwischen Geldverdienen und Rechnungen bezahlen gefangen ist?
Würde der Mensch inne halten und sich fragen, was die ganze Spirale noch soll?
Würden Manager mit Verantwortung weiterhin bestrebt sein, auch das letzte aus den Mitarbeitern heraus zu holen?
Würden Tierquälereien im Sinne der Massentierhaltung und Fleischproduktion aufhören, weil alle genug Geld haben, um es den Tieren besser ergehen zu lassen?

Schlicht gesagt: Würde die Gier nach mehr und immer mehr abnehmen oder gar aufhören?

Wenn ich mir das alles vorstelle, komme ich zu dem Ergebnis: Nein, es würde alles so weiter gehen, weil viele noch mehr haben wollten als diese zwei millionen Euro.

Das ist die Gier.

Wie kann man demzufolge annehmen, dass die Zukunft der Menschheit rosig verlaufen wird?
Dass die Technik uns aus diesem Dilemma befreien wird?
Dass die Wirtschaft oder die Wissenschaft alles schon richten wird?

Ich denke, wir müssen sehr aufpassen, dass wir unsere Existenz ob dieser Gier nicht verzocken.
Und es ist Zeit für eine Veränderung. Eigentlich war sie es schon vor einigen Jahrzehnten.
Diese unersättliche Gier muß bekämpft werden. Und dies geht einzig mit einer Änderung im Denken und im Bewußtsein.