Kategorie: Sonstiges

Corona und die Deutschen. Teil 1: Toilettenpapier


Eine kleine Reihe über die aktuelle ‚Corona-Krise‘. Dieser Begriff, der uns von den Medien ins Hirn gebrannt wurde.

Eigentlich gibt es sehr viel tiefgründigere Themen, die man in Verbindung mit diesem Virus in unserem Lande bringen könnte. Aber da es so schnöde, unverständlich, aber auch gerade deshalb in idealer Form symptomatisch für das aktuelle Geschehen und Zusammenhänge sein kann, möchte ich dieses Thema voranschicken.

Schon sehr lange heißt es, dass viele Menschen viel Toilettenpapier kaufen, seitdem vom Virus in den Medien berichtet wird. Doch eine gewisse Zeit lang, vor ca. 3-4 Wochen, gab es meistens, wenn ich mich in einem Discounter aufhielt, noch etwas davon in den Regalen.

Vor ca. 4 Wochen kauften wir zwei Pakete. Das war bereits ein Paket mehr als wir es sonst für geeignet hielten. Wer würde schon denken, dass so etwas, im Vergleich z.B. zu Trinken, Essen und dergleichen, schnödes und unwichtiges wie Toilettenpapier mal eng werden würde?
Im Laufe der Zeit beobachtete ich, dass die Regale immer häufiger leer wirkten und ausgeräumt waren.
Vor ca. 1,5 Wochen war im Markt um die Ecke wieder etwas zu erstehen und deshalb kaufte ich Toilettenpapier ein. Ein Paket, nicht mehr. Mir wäre es zu peinlich, unsolidarisch und auch geistig unter meinem Niveau gewesen, nun wie ein Tier ebenfalls tonnenweise davon zu kaufen. Aber da war die Menge, die ein einzelner Kunde kaufen durfte, bereits limitiert.
Also, kaufte ich ein Paket. Nach 1-1,5 Wochen wurde das Toilettenpapier bei uns im Haushalt nun wiederum knapp. Wir schauten dann in den letzten zwei Tagen auf unseren Wegen, die wir sowieso zurück legten mussten, in fünf(!) verschiedenen Geschäften rein in unterschiedlichen Regionen (Wallenhorst, Glandorf), doch überall waren die Regale ausgeräumt.
Nun war bei uns nur noch eine Rolle vorhanden, so dass tatsächlich ein Notstand zu drohen schien.
Irgendwo musste ich also Toilettenpapier her bekommen, wenn ich, bzw. wir in unserem Haushalt, mir/uns noch zivilisiert den Hintern reinigen wollte(n).
Also, bin ich heute durch geschlagene sechs(!) Geschäfte gefahren. In zwei Geschäften stieß ich auf Toilettenpapier und jedes Mal war der Kauf auf eine Packung limitiert.
Wie ist das alles zu erklären? In einer sog. ‚Krise‘ sind nicht etwa Lebensmittel knapp, sondern so etwas wie Toilettenpapier? Ist das ein deutsches Phänomen oder ist das in fast allen europäischen Ländern so?

Auch auf Nachfrage bei Bekannten, Verwandten und Freunden gab es keine übereinstimmende oder schlussendlich zweifelsfreie Erklärung dafür. Meist erklärte man mir, dass genug Toilettenpapier im Haushalt vorhanden sei. Aber das nicht wegen Corona, sondern (angeblich) immer schon.
Na ja, vielleicht ist das schon des Rätsels Lösung?

Aus meiner Sicht gibt es zwei Erklärungsansätze, die sich schlüssig anhören.

1. Listen der Bundesämter für/bei Katastrophen
Auf diesen Listen ist aufgeführt, was man alles benötigt im Falle einer Katastrophe. Unter anderem ist Toilettenpapier aufgeführt. Sind die Menschen damit einkaufen gegangen?

2. Angst vor Quarantäne
Dies klingt mir sehr schlüssig. Die Menschen haben Angst davor, dass sie wegen Corona in Quarantäne sind und decken sich deshalb mit Toilettenpapier ein?
Aber gibt es nichts wichtigeres als Toilettenpapier? Trinken, Essen, Rauchen, Handy usw. usf. Letzteres habe ich auch nur aufgeführt, weil das Handy mittlerweile gefühlt sogar wichtiger scheint als Essen oder Trinken.
Ist diese pessimistische Einstellung, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass man in Quarantäne muss, tatsächlich realistisch oder handelt es sich um bloße Angstmache der Medien?

Wieso sind die Menschen derart pessimistisch? Handelt es sich um eine Grundeinstellung der Menschen in Deutschland?

Die Welt des Menschen: Irrational denkende und handelnde Wesen leben in einer rationalen Welt.

Ein Artikel für alle, die auf der Suche sind nach Antworten auf die großen Fragen der Menschheit.

So viel kann ich schon zu Beginn verraten, finale Antworten auf die großen Fragen der Menschheit habe ich auch nicht. Doch, das ist nicht weiter schlimm, denn damit befinde ich mich in guter Gesellschaft.
Im Zuge meiner ca. 35 Jahre dauernden Studien und Recherchen, bin ich jedoch zu der ein oder anderen Erkenntnis gelangt, die vielleicht für den Leser interessant sind und zu weiteren Diskussionen und Überlegungen anregen dürften.
Und in gewisser Hinsicht wage ich zu behaupten, dass meine Erkenntnisse einer gewissen Wahrheit nicht entbehren.

Der Mensch als irrational handelndes und denkendes Wesen

Ich stelle in den Raum, dass folgende Eigenschaften des Menschen der Antrieb oder die Ursache für einen extrem hohen Prozentsatz seiner Entscheidungen und die daraus resultierenden Handlungen verantwortlich sind:

  1. Bequemlichkeit
  2. Gier
  3. Egoismus
  4. Macht
  5. Angst
  6. Liebe

Dies sind lediglich Oberbegriffe und sie lassen sich sicher noch sinnvoll und in Teilaspekte untergliedern.
Auffällig ist, dass bis auf Punkt 6. die übrigen Punkte Eigenschaften darstellen, die sich im Kontext der konstruktiven, friedlichen, harmonischen und gerechten (d.h. sozial ausgeglichenen) Co-Existenz der Menschen untereinander potentiell negativ auswirken (können/dürften).

Es ist nun keine Kunst, eine Vielzahl an Beispielen zu nennen, wo diese Eigenschaften in eklatanter Form zu völlig irrationalen Entscheidungen und Handlungen führen.
Ein prägnantes Beispiel dürfte wohl die Börse sein. An der Börse treffen nämlich Rationalismus und Irrationalismus direkt aufeinander. Auf der einen Seite Zahlen, Daten, Fakten (Produktions- und Herstellungszahlen, Angebot, Nachfrage usw.), auf der anderen Seite eine Vielzahl an psychologischen Aspekten, allen voran die Gier und die Angst (siehe oben), aus denen letztlich die Börse selbst und die jeweiligen Kurse resultieren.

Rationale Welt

Ein Blick in die Wissenschaft reicht, um in Erfahrung zu bringen, dass unsere Welt nach strengen Gesetzen funktioniert (Naturgesetze). Vieles lässt sich mathematisch berechnen, es gibt Konstanten, Ausdrücke, und was die Wissenschaft als Fakt definiert, lässt sich jederzeit reproduzieren.
Auch wenn man konstatieren muss, dass die Wissenschaft noch längst nicht alles herleiten kann, es handelt sich dabei womöglich nur um einen kleinen Prozentsatz von allem, was sich uns darstellt.
Aber das, was man einwandfrei nachweisen und herleiten kann, ist eindeutig rational, was ein Wesenszug der Resultate der Wissenschaft als solches ist.
Und wer nicht so recht an die Rationalität glauben oder sich dies nicht vorstellen mag, der nehme das Beispiel Kausalität und probiere das ganz simpel im Alltag aus oder beobachte es. Sie werden feststellen, dass es für alles eine Ursache gibt. Nehmen Sie irgendein Beispiel aus ihrem Alltag. Nichts ist auf Mal verschwunden oder durch unerklärliche, mysteriöse Umstände derart entstanden. Oder noch ein simpleres Beispiel: Ordnung in Ihrer Wohnung. Je aufwendiger die Planung, die Strategie und vorallem dadurch die Effektivität der daraus resultierenden Maßnahmen ist, desto ‚ordentlicher‘ wird die Wohnung sein. Also, es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Unsere Welt ‚funktioniert‘ rein rational und nach dem Prinzip der Kausalität. Je rationaler Sie vorgehen und die richtigen Ursachen erkennen, desto mehr Ordnung wird entstehen.

Fragen

Nun stellt sich die Frage, wie der Mensch mit seinem Irrationalismus, bzw. seinen vorherrschenden o.g. Wesenszügen, in diese mutmaßlich ‚rational funktionierende Welt‘ passt bzw. sich harmonisch darin einfügen lässt?

Eine weitere, interessante Frage ist, wie sich aus einem System, das anscheinend und annähernd nach mechanistischen Prinzipien und nach der reinen Logik zu funktionieren scheint, eine Lebensform entwickeln konnte, welche tendenziell eher irrational denkt, handelt und entscheidet?
Ist aus diesem quasi mechanistisch zu verstehenden System (Natur) etwas völlig neues und konträres entstanden? Wie ist das möglich?

Oder ist es eher so, dass die Natur als solches in seinen Grundfesten eben nicht rein rational, mechanistisch und nach der puren Logik zu verstehen ist und wir Menschen dies nur derart verstehen und als idealisiertes System ‚überstülpen‘?
Wie realistisch mag es sein, dass die Natur nach der Mathematik funktioniert, die wir gewissermaßen per Reverse Engineering im Nachhinein aufgedeckt, definiert und sogar verstanden haben?

Oder liegt die ‚Wahrheit‘ irgendwo zwischen diesen Vorstellungen, d.h. gibt es keinen reinen Rationalismus und Irrationalismus, kein Schwarz und Weiß, sondern eher sehr viel Grau?

Ist die Wissenschaft demnach als Lebensmaxime (manche sprechen derweil sogar davon, dass die Wissenschaft Religionen ablösen wird) oder philosophische Struktur überhaupt für uns Menschen geeignet? Und was geschähe dann mit Moral und Ethik?

Ist die menschlichen Gesellschaft vorstellbar, in der sich Paare einzig nach körperlicher Attraktivität zusammen finden und vorallem langfristig zusammen (be)stehen, unabhängig von der Liebe und irrationalen Beweggründen?


Evolution: Ultimatives Ziel erreicht. Und jetzt?

Ja, dieser Artikel sollte eigentlich die philosophischen Aspekte behandeln, die aus dem Verständnis der Naturwissenschaften resultieren. Es wäre ein ziemlich umfangreicher Beitrag geworden.

Deshalb greife ich mir nur einen Aspekt heraus und zwar die Theorie der Evolution.
Jeder hat schon mal zumindest davon gehört und im Grunde lassen sich die Kernaussagen in wenigen Worten zusammen fassen.

Das Wesen der Evolutionstheorie beruht auf der Annahme, dass das Leben nicht etwa von einer höheren Macht erschaffen wurde, sondern sich aufeinander aufbauend entwickelt hat. Beginnend bei den Kleinstlebewesen, respektive Bakterien, bis zu den hoch organisierten Lebensformen wie z.B. Dinosaurier, Elefanten, Walen oder uns Menschen. Dabei erklärt die Evolutionstheorie nicht, wie das Leben als solches begonnen hat, also quasi die Entwicklung vor den Bakterien. Wenn man so will, setzt die Evolutionstheorie ab dem Zeitpunkt ein, ab dem es bereits relativ hoch organisierte oder sich selbst replizierende Lebensformen wie Bakterien gegeben hat.

Für die Zeit vor den Bakterien gibt es alternative Erklärungsversuche, wie etwa die sog. ‚präbiotische Evolution‘. Die präbiotische Evolution ist im gewissen Sinne etwas anstrengend, heikel und auch spekulativ, aber darauf möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen.

Wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist, erklärt sich einerseits durch zufällige (Betonung auf ‚zufällige‘) Mutationen im Genom (der bereits vorhandenen Lebensformen), und einem Evolutionsdruck, der gewissermaßen und grob die Richtung der Entwicklung bestimmt, was sich ’selektive Auslese‘ nennt.
Dann wäre noch das Prinzip ‚Survival Of The Fittest‘ zu nennen, was soviel bedeutet wie, dass der Organismus sozusagen ‚obsiegt‘, der am besten an die jeweiligen Bedingungen im Lebensraum angepasst ist. Weil er besser angepasst ist (durch die o.g. Mutation(en)), wird er sich im Laufe der Zeit besser vermehren können und deshalb zumindest dominieren, wenn nicht gar andere Arten obsolet machen bzw. verdrängen bzw. überleben.

Im Grunde war es das bereits an Theorie.
Der Rest ist im Grunde nur eine Sache des subjektiven Vorstellungsvermögens. Im Sinne von: Kann ich mir das vorstellen oder nicht?
Man sollte dabei die enormen Zeiträume im Auge behalten und versuchen, ein Gefühl dafür zu bekommen.
Viele, die letztlich doch skeptisch dieser Theorie gegenüber stehen, scheitern im Grunde oftmals daran, sich diese enormen Zeiträume vorzustellen, die die Evolution zur Verfügung hatte, um die heutigen und vergangenen Lebensformen zu entwickeln. Da sprechen wir von etlichen hundert Millionen Jahren, wenn nicht sogar mehr. Im Grunde kann man davon ausgehen, dass sobald die Erde einigermaßen abgekühlt war, Wasser kondensierte und Meere bildete, es etwas später mit der Entstehung des Lebens bereits begonnen haben musste.

An den Mechanismen dieser Theorie ist auf jeden Fall etwas dran, was sich anhand der zahllosen Fossilienfunde eindeutig nachvollziehen läßt, auch, wenn viele sog. ‚Missing Links‘ bis heute fehlen bzw. nicht gefunden wurden oder gefunden werden können. ‚Missing Links‘ sind genau die Lebensformen, die Sprünge in der Entwicklung einer Art oder Gattung aufzeigen. Es gibt daran, wenn man nicht schon ausgesprochen kurzsichtig, unwissend und/oder wagemutig und/oder dogmatisch verblendet ist, im Grunde kaum etwas zu zweifeln.

Nach dieser kleinen Exkursion in die Grundlagen dieser Theorie, komme ich nun zur Zielgebung, d.h. die Dominanz einer Lebensform über andere Lebensformen.
Im Grunde könnte man aussagen, dass die Spezies Mensch mittlerweile alle ‚Auflagen‘ zur Erfüllung des Ziels, also die Dominanz über alle anderen Lebensformen auf diesem Planeten erfüllt haben dürfte. Es gibt heute quasi nichts mehr, was wir nicht dominieren können oder zumindest könnten. Ja, unsere technische Entwicklung hat uns sogar dazu befähigt, den gesamten Planeten in die Luft zu sprengen. Zynisch betrachtet, wäre dadurch ja eine totalitäre und nicht mehr zu übertreffende Dominanz nicht nur über unsere direkten oder indirekten Konkurrenten, sondern sogar über das Leben als solches gegeben.
So gesehen könnte man sagen, dass wir im Grunde das Endziel der Evolution erreicht haben, obgleich man sagen muss, dass wir dieses Endziel noch nicht ganz ausgeführt haben. Denn wir haben beispielsweise mit Hilfe eines Atomkrieges noch nicht alles in die Luft gesprengt oder noch nicht alle Lebensgrundlagen und Spezies zerstört etc. etc.

Etwas zynisch formuliert, könnte man also sagen oder denken: Nun, da wir alle Voraussetzungen zum Gewinn dieses Spiels der Evolution erfüllt haben, wieso geschieht jetzt nichts? Bekommen wir keinen Preis oder etwas in der Art? Eine ‚Extra-Mutation‘ als eine Art ‚Sonderpreis‘?
Ist das Ziel der Evolution vielleicht falsch interpretiert und läßt dies nicht Zweifel an der ‚Zielvorgabe‘ oder auch sogar an anderen Aspekten dieser Theorie aufkommen? Weil wir es falsch oder unvollständig verstanden haben?
Geht es garnicht darum, als absoluter Sieger hervor zu gehen?
Wäre es besser gewesen, wir hätten die Technik nicht so weit ausgebaut, dass wir damit das Leben auf diesem Planeten bedrohen könnten, sondern nur bis dahin, dass wir im Gefüge dieser Mechanismen und im Einklang mit den anderen Lebensformen weiterhin mit schwimmen können und nicht so dominant sind, dass wir diese gar ausrotten können und vielleicht werden?

Haben wir das Prinzip der Evolution wirklich richtig und vollends verstanden?
Sind deshalb vielleicht auch die anderen Annahmen bezüglich dieser Theorie von uns nicht völlig exakt und korrekt?

Man könnte vor diesem Hintergrund auch denken, dass die Evolution keine Zielvorgabe hat und eben ein Mechanismus ist, der ziellos ist. Es gibt kein Ziel, alles ist ’nur zum Spaß‘ oder einfach da, ohne jeglichen Hintergrund oder irgendetwas, was auch nur in irgendeiner Form tiefgründiger ist oder sein könnte.

Oder sind die evolutionären Vorgänge nicht das, was wirklich wesentlich ist?
Gibt es mehr? Oder gar mehr, was wir erreichen können oder müssen?
Die Eroberung des Weltalls?
Und was passiert dann? Wieder nichts?

Ist die Evolution als solche bereits eine Fehlentwicklung gewesen, wenn es zu so etwas perfidem und und zu solch einem absurden Ergebnis wie uns Menschen führt? Einer Spezies, die sich aufgrund der Grundmechanismen der Evolution derart entwickelt hat, dass sie alles dominiert und vernichtet? Quasi als ultimatives Endziel?

Dann muss man sich fragen, wieso überhaupt der Drang zur Entwicklung, das Leben, das leben will, Überlebenswille auf Teufel komm raus, wenn daraus eine Spezies resultiert, die das Leben als solches vernichtet?

Tja, wie ihr seht, ist es wie mit fast allen Dingen und Fragen in dieser Welt. Es gibt keine finalen Antworten.
Wohin man blickt, gibt es nichts oder niemanden, der mir befriedigende Antworten auf die einfachsten Fragen liefern kann.
Ich weiß einfach nicht, was ich von dieser Welt halten soll.
Man wird hier hinein geboren und niemand weiß Bescheid. Alle machen mit, doch niemand hat auch nur auf die einfachsten Fragen eine Antwort. Wenn das nicht zermürbend ist? Worauf könnte das alles hindeuten?

Brain Fuck N° 1 : Autonomes Fahren

Ja, das Autonome Fahren. Kaum eine Ausgabe einer Zeitschrift oder Zeitung, die ohne dieses Thema auskommt.
Es wirkt, wie die Einstimmung auf eine unausweichliche Verheißung der Wirtschaft, die uns alle glücklich(er) macht.
Seltsamerweise habe ich noch nie einzelne Personen oder gar Menschengruppen wahrgenommen, die brennend auf diese Technik warten, jubelnd auf der Straße stehen und es kaum noch aushalten können, mit einem solchen Vehikel zu fahren. Im Grunde widerspricht es ja der Erfahrung des Autofahrens als solches. Das Fahren wird zur Nebensache, ein notwendiges Übel. Denn eigentlich wussten wir es schon lange. Das Autofahren ist doch nur lästig und hält von den wichtigen Dingen des Lebens ab.
Kurioserweise wird damit in diesem Zusammenhang sogar geworben, obgleich es bisher noch kein autonom agierendes Fahrzeug zu kaufen gibt, was an sich bereits markant aber auch suspekt anmutet. Die alten Taschenspielertricks der Marketing-Industrie für das Kaufvieh der Moderne.
Das Autonome Fahren spart Zeit. Man kann dann bereits auf dem Weg zur Arbeit arbeiten oder zumindest die News lesen, um auch über die aktuellen Börsenkurse informiert zu sein. Na, wenn das kein echter Vorteil ist…

Wenn das Autofahren zur Nebensache wird, was machen dann all die Leute, für die Autofahren eine Betätigung, Spass, Herausforderung oder gar Leidenschaft ist? Diese Menschen sind wohl kaum die Zielgruppe dieser neuen und innovativen Technik. Aber die werden sich schon noch umgewöhnen (müssen). Und schließlich werden auch diese Leute profitieren vom Mehr an Zeit, die sie dann bereits im Auto zum Arbeiten nutzen können oder dafür, so wichtige Fragen der Kinder wie ‚Pappa, wo bist du gerade?‘ noch auf dem Heimweg zu beantworten.

Dabei ist es ja nicht nur das Autonome Fahren, das Einzug hält. Online-Module, mit denen diese Fahrzeuge ständig eben ‚online sind‘, werden ja auch gleich mit eingebaut. Diese Fahrzeuge kommunizieren natürlich (nicht nur) mit den umgebenden Fahrzeugen und mehr. Die völlige Digitalisierung des Lebens und der Lebensumstände. Wo ist wer, was macht wer gerade? Alles kein Problem.
Glücklich darüber dürften diejenigen sein, die sich diese Daten aneignen. Eine weitere Schatzgrube der Kommerzialisierung des Lebens der Massen, mit dem sich (wieder einmal) Billiarden verdienen lassen. Entsprechende Profile dieser Menschen, in Verbindung mit den zahllosen anderen Daten, die ein Mensch landläufig hinterlässt, dürften eine gute Stange Geld wert sein.

Der zweite Vorteil, der aktuell immer wieder hervor geholt wird, sind die Unfallzahlen.
Dabei gilt das jedes Jahr neu aufgeworfene Credo: Jeder Unfalltote ist zu viel. Im Jahre 2017 waren es mehr als 3000 Unfalltote in Deutschland. Bei Milliarden Fahrten jährlich ist das natürlich viel zu hoch. Um die Zahl 3000 auf, sagen wir, 2 pro Jahr zu senken, bedarf es natürlich der Technik des Autonomen Fahrens. Und dies ist natürlich eine Rechtfertigung schlechthin. Und es war natürlich die Hauptmotivation der Entwickler, die Unfallzahlen zu minimieren, ganz klare Geschichte. Und einzig aus diesem Grunde wird das Autonome Fahren sinnvoll sein. Deshalb schlage ich vor, dass man einen Großteil der zukünftig eingenommenen Gewinne in die Erforschung der Antibiotika-Resistenzen steckt, denn deren ‚Opferzahlen‘ dürften aktuell bereits jährlich in der Bundesrepublik höher als 3000 sein. Das wäre doch mal sinnvoll. Man sollte dies den Spekulanten, Aktionären und Profiteuren der Technik des Autonomen Fahrens vorschlagen. Ob die darauf eingehen werden? (/Ironie Ende)

Mit total vernetzten und automatisierten Fahrzeugen sollten Auffahrunfälle oder Unfälle als solches garnicht mehr vorkommen. Kann ja auch nicht, denn die Algorithmen ‚wissen ja alles‘ bzw. beherrschen jede Situation. Wer’s glaubt. Wer einmal in seinem Leben ausgiebig programmiert hat, weiß, dass ein Programm nur so schlau ist, wie die Entwickler, die dieses Programm umgesetzt haben.

Dann wären wir bei den neuronalen Netzen, eine Programmform, die in Anlehnung an die Funktion von Nervenzellen, also Neuronen, angelehnt ist. Aber die müssten es doch hinkriegen, auf jedwede Situation angemessen zu reagieren? Das hängt davon ab, wie gut das Netz konditioniert ist und in der Lage sein wird, sich selbst zu konditionieren bzw. anzulernen oder weiter zu entwickeln.

Die Antwort der Natur war in diesem Zusammenhang die Entwicklung des Bewußtseins. Das Bewußtsein befähigt das Individuum zur individuellen Lösungsfindung je nach Situation, Zeit, Umstand, Umgebungsfaktoren und Zusammenhang. Gewissermaßen eine Übertragung der Verantwortung auf das Individuum, welches innerhalb eines gewissen Freiheitsgrades eigenmächtig entscheiden und handeln kann.
Das geht schneller, d.h. die Organismen können sich schneller und effektiver an geänderte Lebensumstände (biotisch und abiotisch) anpassen. Als Beispiel kann der Angriff eines Löwen gelten. Wie kann ein menschlicher Vorfahre am effektivsten dieser Gefahr begegnen und das Aussterben der ganzen Art verhindern, also bevor allesamt aufgrund ihrer Dummheit oder Handlungsunfähigkeit von Löwen aufgefressen worden sind? Wenn nun rein genetisch das Verhalten ‚Lauf weg und klettere auf einen Baum‘ etabliert wird, könnte dies gemäß der Mechanismen der Evolution Jahrtausende, wenn nicht länger dauern. Und was, wenn das nächste Mal ein Tiger angreift? Es ist also klar, dass ein Bewußtsein und die dadurch mögliche Bildung des ‚Ichs‘ oder Egos eine ziemlich geniale ‚Idee‘ der Natur war. Dabei gilt, je komplexer der neuronale Aufbau, desto komplexer das Bewußtsein und die damit einhergehende Handlungsfreiheit, d.h. das autarke Handlungsvermögen.
Was im Übrigen beinhaltet, dass alles Leben ein Bewußtsein haben dürfte. Aber das würde jetzt in ein anderes Themengebiet führen.
Nun, was soll das ganze Geschwafel über das Bewußtsein, wir waren doch bei neuronalen Netzen?
Ganz klar, ein auf Silikon gebanntes und künstlich geschaffenes neuronales Netz wird niemals so gut sein wie ein ‚echtes Bewußtsein‘. Denn einem neuronalem Netz sind per se Grenzen gesetzt. Das natürlich und über Jahrmilliarden entwickelte Bewußtsein ist das aktuelle Optimum, was an individueller Intelligenz, Handeln und Ermessen möglich ist. Zudem ist es um Zehnerpotenzen effektiver als jeder aktuell umsetzbare Rechner.
Mag sein, dass man ein wie auch immer geartetes Bewußtsein eine Tages künstlich erschaffen können wird. Aber das wäre nun wirklich Sciencefiction. Heute weiß niemand auf der Welt auch nur ansatzweise, was überhaupt das Bewußtsein ist oder gar, wie es zustande kommt oder funktioniert.

Und was bedeutet das schon wieder? Nun mit der Entwicklung des Autonomen Fahrens werden neue Ängste in den Markt gehauen. Denn wenn bereits ein Fahrzeug selbständig und anscheinend intelligent durch die Gegend fährt, ist es ja nicht mehr lange hin, bis auch Androiden durch die Gegend laufen und uns ablösen werden. Die ebenso intelligent, wenn nicht sogar intelligenter sein werden.
Laßt euch nicht verarschen. Bisher weiß niemand, wie das Bewußtsein funktioniert, wie es zustande kommt und worum es sich dabei eigentlich handelt. Meine o.g. Ausführungen haben auch nur die Vorteile skizziert, die ich annehme.

Wir können also festhalten, dass das Autonome Fahren erneut einen Markt der Extreme öffnet und ein Bedürfnis schafft, von dem die Menschen bisher nichts wussten. Oder besser gesagt, nichts wissen konnten. Einfach, weil es dieses Bedürfnis und diese neue, tolle Technik bisher nicht gab. Aus Sicht der Wirtschaft ist es stets eine gute Sache oder das marktwirtschaftliche Optimum, neue Bedürfnisse zu schaffen, mit denen man Billiarden Euro, Dollar Yen oder was auch immer verdienen kann. Das wiederum heizt die Spirale an. Mal abgesehen von den Haupt-Profiteuren, das sind Unternehmen, deren leitende Manager und Vorstände sowie Aktionäre, wird es ein neues und modernes Ziel der gesichtslosen Massen sein, von dieser Entwicklung zu profitieren. Diesem Ziel, quasi als nüchterner Ersatz für die materialistisch nicht zu beantwortende Frage nach dem eigentlichen Sinngehalt des persönlichen oder gar des Lebens als solches, kann man dann nachstreben. Für diejenigen, die das Glück haben werden, von dieser Technik materiell zu profitieren, wird es als Genuß ausreichend sein, sich das Leben zu erklären. Denn ein Leben mit und durch die Technik entspricht dem Konsens, dem Dogma und dem Weltbild des Materialismus, den die Wissenschaft als einzige Wahrheit proklamieren mag.
Letztlich handelt es sich beim Autonomen Fahren einerseits um einen neuen, modernen und hippen Begriff. Das muss man eben haben, um sich, oberflächlich betrachtet, günstig darzustellen.
Andererseits ist es wohl primär schlicht ein neues Verkaufsargument. Wer möchte schon die alten Kamellen mit veralteter Technik kaufen? Und Kaufen sollte ja unsere Hauptaufgabe, Lebensinhalt und Lebensziel sein.

Doch die meisten werden wohl, wie schon so oft, leer ausgehen.
Das alte, würde- und geistlose Gesicht der Zahlen, des Kapitalismus und des Kommerzes.
Die Rechnung werden also, wieder mal, andere begleichen müssen.

Lasst euch nicht mit diesen blumigen Marketing-Verheißungen einlullen.
Für uns ‚Organische Lebensformen‘ gibt es immer noch erstrebenswertere Ziele als die der Wirtschaft.
Auch wenn das vielen nicht bewußt ist. Das sind dann eben arme Schweine.

Und deshalb ist das Autonome Fahren ein klassischer ‚Brain Fuck‘.
Unser Gehirn wird gefickt und mit Inhalten gefüttert, die uns persönlich und ‚effektiv‘ eigentlich nichts bringen, sondern eher nur den Profiteuren aus Wirtschaft oder Politik.
Aber nur wenigen fällt es auf, wenige scheren sich drum oder interessieren sich für diesen Zusammenhang.
Deshalb Scheiß drauf! Das ist eben der Lauf der Dinge. 🙂

Die Nachrichten des heutigen Tages

‚Trump verhängt Sanktionen gegen Rußland‘
Oh Mann, dieses Spiel der ehemaligen Großmächte ist sowas von ‚den menschlichen Geist verletzend‘, dass es für mich bereits eine Überwindung ist, da zuzuhören. In einer Welt, in der nur Zahlen, Konsum, Wirtschaft und Profit herrschen, ist es kein Wunder, dass privilegierte Hohlköpfe mit dem Bewußtsein eines Vorschulkindes die Welt regieren. Denn was dazu an geistiger Qualität notwendig ist, passt wohl augenscheinlich geschrieben auf eine Briefmarke.
Als sei alles nur ein Spiel!?
Die Verantwortung von Milliarden Menschen und ein vielfaches an anderen Lebensformen in der Hand von Psychopathen.
Na, wenn das keine positive Perspektive für die Zukunft der Menschheit ist.

Seinerzeit, nachdem die Mauer gefallen und das alte System der UDSSR am Ende war, hatte ich doch tatsächlich die Hoffnung, dass sich der Westen nun an Rußland annähert. Eben, weil nun die Chance dafür gegeben war. Doch anscheinend geht es nicht um einen globalen Frieden, Verständigung, Ausgleich und Harmonie. Es geht wohl nur um Macht, Differenzen, Gier, Neid und vorallem Feindbilder.

‚Konflikt Israel und Palästinenser‘
Tagesschau vor 20 Jahren? Nein, die aktuelle Ausgabe. Nur die Namen haben sich leicht verändert. Ansonsten das gleiche wie damals. Die einen schießen Raketen hier und dort drauf, die anderen reagieren mit sonstigen Angriffen. Das ist alles nicht auszuhalten. Seitdem ich Nachrichten in irgendeiner Art verfolge, ist diesen Parteien keine Einigung gelungen. Nicht zu fassen. Dabei ist es doch ganz einfach. Wenn man in ein Land zieht und die dort lebenden Menschen quasi vertreibt, muss man sich nicht wundern, wenn diese sich wehren. Und, was unternimmt man da? Klar, man erschießt hier und dort jemanden. Ganz klare Geschichte, klingt einleuchtend und hilfreich.

‚Liga Saudi-Arabien beschießt Jemen‘
Die Liga der saudiarabischen Staaten (oder sowas in der Art) hat Ziele in Jemen beschossen. Die durch Öl zu Reichtum gekommenen Scheichs haben sich, quasi als Extra-Ausgabe, um Steuern zu sparen, eine fette Armee aufgebaut und räumen hier und da in der Region auf. Doch warum werden immer wieder unschuldige Menschen dabei getötet, was wohl kaum zu vermeiden ist, und, laut Moderator des Films ‚keine Rücksicht genommen‘?
Tja, da muss ich mich doch fragen, ob es sich bei den Moslems ähnlich wie mit den Christen verhält?
Den ganzen Tag schlaue Verse aus der Schrift vortragen und auswendig gelernt haben und nichts dabei gelernt?
Steht in den Schriften etwa: Macht sie alle platt??
Doch, der Glaube und Rituale sind das wichtigste.
Aber nicht verstanden, was in den Schriften steht?
Ist die intellektuelle Herausforderung etwa zu groß?

 

Ich frage mich, wieso ich in einer solch fragwürdigen und vorallem unwürdigen Welt leben muss?
Eine Welt, scheinbar ohne Werte, Würde, Moral und geistigem Anspruch.
Wieso ist das so primitiv, dass es zum Himmel schreit?
Ein bisschen mehr hätte ich mir schon erwartet, als ich meinen ersten Schritt in diese Welt gesetzt hatte.
Es beschämt mich und möchte am liebsten ausbrechen.
Gibt es nicht irgendwo eine weiter entwickelte Spezies, die mich mit nehmen möchte?
Bitte holt mich hier ab von diesem Planeten der Schwach- und Hohlköpfe!

Im ersten deutschen Fernsehen geht ab kurz vor 8 Uhr alles gerecht zu…

Ja, in der heilen Welt des deutschen Wohnzimmers, geht kurz vor 8 Uhr alles sehr gerecht zu.

Um 8 Uhr kommt die Tagessschau und für diejenigen, die bereits vorher einschalten, gibt es die sonstigen, interessanten News aus der Welt des Wetters und Börse.

Zunächst kommt der Wetterbericht.
Seit 3 Monaten immer das gleiche: Die Hitzewelle mit min. 30-35 C°.
Die Natur, die Tiere und der Mensch leidet unter dieser extremen Hitze.

Ein Schelm, der da nicht an den längst bewiesenen, aber unbeachteten Klimawandel denkt.
Zu meinem Erstaunen, haben die Meteorologen in den letzten Tagen doch tatsächlich und öffentlich im TV eingeräumt, dass diese unerträgliche Hitze, die dazu führt, dass Städte wie Hamburg und Bremen das Trinkwasser limitieren (müssen), auf den Klimawandel zurück zu führen ist! Nein! Ehrlich? Ist doch nicht wahr… da war das langjährige Studium und die seit Jahrzehnten andauernden Auftritte im TV doch nicht umsonst gewesen.

Nach dem deprimierenden Wetterbericht bekommen auch direkt die Verursacher des Klimawandels eine Plattform geboten: Die Börse im Ersten.
Welche Werte gibt es, wieviel konnte (wieder mal) mehr aus der Erde herausgeholt werden?
Wer ist der Verlierer, wer der Gewinner? Wetteifern um die letzten Ressourcen, die letzten geilen Posten auf dem hart umkämpften Markt. Das Gesetz des Dschungels, Survival Of The Fittest, Darwin hatte doch Recht, alles nur ein Kampf um Fleisch und Blut. Wer den anderen platt macht, hat gewonnen, so einfach ist das. Die Natur kann man ungestraft und ungefragt platt machen.
Wer fragt da schon genauer nach? Eben: Fragen sind nur unangenehm und unbequem. Man müsste nachdenken, um diese Fragen zu beantworten und das will ja keiner. Zumindest nicht in der einfachen, von Zahlen beherrschten Welt der Finanzen und Bilanzen.
Diese von Menschen gemachten Welt, in der rein rational argumentiert und gehandelt wird, deren Motivation jedoch völlig irrational ist. Ängste und Emotionen sind der Antrieb. Das ist dann in Summe aber befriedigend. Weil man eben zu den Gewinnern zählen könnte. Nur zu doof, dass man dabei vergisst, dass dieses System völlig blöd ist, denn es zerfrisst die Lebensgrundlage der Menschheit. Aber das ist ja nur Panikmache.
Und dass die alten und kranken Menschen wegen der Hitzewelle tot umfallen, könnte letztlich ja nicht an der Hitze liegen, sondern nur daran, dass sie eben alt und/oder krank waren. Warum sind sie auch nicht jung und fit? selbst schuld!

Tja, in der heilen, deutschen Welt im TV kurz vor 8 ist doch alles noch völlig in Ordnung:
Denn in der darauf folgenden Tagesschau gibt es auch nicht wirklich Neues zu sehen, außer die üblichen Brandeinsätze der Feuerwehr in Schweden und Griechenland. Puh…ist das langweilig.
Aber gleich kommt ja der Tatort.

Intelligenz und Verhalten. Meine ersten Erfahrungen als junger Mensch.

Ganz klar, es gibt Wegpunkte der Erkenntnis im Leben eines Menschen, die stets in Erinnerung bleiben.
Eine tiefgreifende Einsicht hinsichtlich des Zusammenhanges zwischen Intelligenz und Verhalten ereilte mich, als ich etwa Anfang zwanzig war.
Ich war seinerzeit als Handwerker tätig, ein Ausbildungsberuf, den ich direkt nach meiner regulären Schulzeit erlernt hatte.
Aufgrund meines jungen Alters und der damit verbundenen fehlenden Erfahrung, hatte ich lediglich meine persönliche und autodidaktische Einschätzung oder Vorstellung dessen, wie es sich in der Welt der Menschen mit der Macht und der Position und der damit verbundenen Intelligenz verhält.
So war ich der einfachen aber logischen Annahme, dass sich je nach gesellschaftlicher, politischer oder beruflicher Position die Intelligenz der betreffenden Person äquivalent verhält. Je angesehener und gehobener die Position, desto intelligenter die Person.

Nun kann man diese Annahme natürlich noch präzisieren. Was bedeutet z.B. Intelligenz und wie misst man sie?
Aus meiner damaligen Sicht (in Grundzügen vertrete ich es heute immer noch) äußert sich Intelligenz durch intelligentes Verhalten.
Welches Verhalten ist intelligent? Es könnte sich um Verhalten handeln, das Rückschlüsse zulässt, dass die- oder derjenige objektiv betrachtet, soweit das irgend möglich ist, unter Berücksichtigung sämtlicher bekannten Informationen und Faktoren, die bestmögliche Entscheidung getroffen hat und zwar nicht nur für sich, sondern für die Mehrzahl der denkbaren Zusammenhänge und Faktoren.

Mein gedankliches Beispiel seinerzeit war schlicht aber einleuchtend: Welches Auto fahre ich?

Ich dachte, dass sich doch anhand eines simplen Vorganges wie die Wahl des Autos, bereits der Grad der Intelligenz abmessen ließe. Dementsprechend war ich davon ausgegangen, dass die Menschen mit einem gehobenen Grad an Intelligenz auch ein Auto besäßen, dass davon zeugt. Dies müsste man noch weiter präzisieren.

Aber ich denke, es ist sinnvoll, wenn ich meine Geschichte als solche an dieser Stelle weiter führe.
Ich war also Handwerker und für eine gewisse Zeit bei einem Kunden, einem mittelständischen Unternehmen, tätig. Dieses Unternehmen machte auf mich einen innovativen, modernen Eindruck. Alles war gut organisiert, sauber und wirkte korrekt. Es gab dort Parkplätze und natürlich, wie bei so vielen Unternehmen, reservierte Parkplätze für die Unternehmensleitung. Doch das wusste ich erst nicht. Dort standen immer sehr große Limousinen eines großen, bekannten deutschen Fahrzeugherstellers. Auf Nachfrage erklärte man mir, dass dies die Autos der Geschäftsführung seien.
Das verwunderte und erschütterte mich mit meiner o.g. Grundannahme. Wenn dies die Autos der ‚Chefetage‘ sind, wieso stehen dort nur große, überdimensionierte und luxuriöse Autos? Moment, nochmal zurück zur Intelligenz.
Was bedeutet Intelligenz im Zusammenhang mit einem Auto?

Betrachten wir die Sache mal objektiv und völlig unvoreingenommen und unemotional.
Das ist beim Thema ‚Auto‘ in Deutschland zwar extrem schwierig, aber nur mal in den Raum gestellt.

Das Auto als solches ist ein Transportmittel. Man nutzt es, um damit von A nach B zu fahren.
Das ist als solches kein Problem. Das Problem an sich entsteht einerseits dadurch, dass das Fahren mit einem Auto, das auf Verbrennung ausgelegt ist, Emissionen freisetzt. Was Emissionen sind uns weshalb sie nicht gut sind, bitte bei wikipedia nachlesen.
Ich setze diese Informationen nachfolgend voraus.

Zudem wird das Problem der Emissionen einerseits dadurch erheblich verschlimmert, wenn nicht nur ein Auto in der Welt fährt, sondern Millionen oder gar Milliarden Autos. Andererseits, wenn Millionen oder Milliarden Autos in der Welt fahren, wird das Problem zusätzlich verschlimmert, wenn diese Autos ineffizient betrieben werden, so dass sie mehr Emissionen freisetzen, als eigentlich notwendig wäre, um, sagen wir, eine Person von A nach B zu transportieren (Zweckmäßigkeit).
Dann gibt es natürlich noch Faktoren, wie unnötige Fahrten mit Fahrzeugen, die zudem nicht optimal genutzt werden (zu wenige Passagiere) usw. usf.

Die oben aufgeführten, objektiven Fakten hatte ich seinerzeit bereits gedanklich für mich voraus gesetzt.

Zurück zur Intelligenz. Was würde man (die zuvor genannten objektiven Grundgedanken und Fakten vorausgesetzt) vermuten, würde jemand, der eine hohe Intelligenz besitzt, bei der Wahl seines Fahrzeuges beachten?

  • Würde er ein Auto fahren, dass extrem ineffizient fährt, d.h. beispielsweise es muss eine viel zu große Masse beschleunigt werden, was einen erhöhten Emissionsausstoß bedeuten würde?
  • Würde er ein Fahrzeug fahren, dass auf Verbrennung eines Kraftstoffes ausgelegt ist und somit generell Emissionen freisetzt oder eher ein Fahrzeug, dass kaum oder keine Emissionen freisetzt (Elektroantrieb, Wasserstoff, Muskelbetrieb)?
  • Würde er ein Auto fahren, bei dessen Produktion bereits unverhältnismäßig viel Emissionen freigesetzt wurden, weil das Auto schlicht zu groß ist für seinen Nutzen (Person von A nach B transportieren)?

Ich denke, man kann bequem, alle o.g. Fragen mit ‚Nein‘ beantworten.
Und genau das ging mir seinerzeit, im zarten Alter von Anfang zwanzig, im Kopf herum.
Ich meine, das sind ja per se logische Grundannahmen, die man, unbedarft und jung, durchaus haben kann und die sicherlich nicht völlig fehl am Platze  sind.

Angesichts dessen war ich natürlich davon ausgegangen, dass die Geschäftsleitung dieses Unternehmens aus Personen besteht, die einerseits die intelligentesten Mitglieder dieses Unternehmens sind. Sonst hätten sie ja nicht diese Position.
Andererseits, wenn sie die intelligentesten Mitarbeiter sind, müsste das natürlich auch bei einem simplen Vorgang wie der Wahl des Autos deutlich werden oder erkennbar sein.

Demzufolge hatte ich natürlich, und wie selbstverständlich, erwartet, dass die Mitglieder der Geschäftsführung (nachfolgend MdG genannt) Autos fahren, die in irgendeiner Weise innovativ sind, was den Ausstoß von Emissionen angeht. Vielleicht Elektroautos, neuartige Antriebe jedweder Art, die in irgendeiner Weise zukunftsweisend, d.h. ressourcenschonend, sparsam und dem Zweck (Transport von A nach B) angemessen sind.

Doch das traf anscheinend nicht zu. Wie ist das zu erklären?
Es stellte mich seinerzeit tatsächlich vor eine kleine Sinnkrise. Diese Beobachtung schockierte und irritierte mich und ich brauchte eine gewisse Zeit, bis ich es durchdacht und verstanden hatte.

Ich war nach obigen objektiven Grundannahmen davon ausgegangen, dass ich in eine Welt oder menschliche Gesellschaft hinein geboren worden war, die dem Stand ihrer Entwicklung entsprach. Ich hatte anscheinend den Eindruck, dass die Menschheit, angesichts der wissenschaftlichen Errungenschaften und Erkenntnissen, recht weit fortgeschritten war.
Doch bei diesem o.g. Aspekt (Wahl des Autos) schien dies nicht zuzutreffen, eher im Gegenteil.
Diese Autos schienen protzig, viel zu groß, oberflächlich imponierend und überhaupt nicht dem Zweck angemessen.

Also, blieben mir nur die folgenden, wie ich fand, logischen Schlussfolgerungen:

  1. Die MdG sind nicht intelligent. Aber wieso haben sie dann diesen gehobenen Posten?
  2. Die MdG sind zwar intelligent, jedoch äußert sich das anscheinend nicht in ihrer Handlung. Aber wieso haben sie dann diesen gehobenen Posten?

Wie man anhand meiner gedanklichen Schlussfolgerungen erkennen kann, ergab sich bei der Beantwortung der Frage, wieso die MdG diese gehobenen Positionen inne haben, keine Antwort. Was bereits ziemlich verwirrend ist bzw. war.

Bleibt die Frage übrig, ob die MdG intelligent sind oder nicht?
Lassen wir den Punkt 1. außer Acht, denn ich möchte einerseits nicht provozieren, andererseits gehen wir mal davon aus, dass die MdG in irgendeiner Form intelligent gewesen sein könnten.
Und da sind wir bereits bei der Auslegung der Intelligenz. Sie ist anscheinend variabel, d.h. es kann durchaus jemand auf irgendeine Weise intelligent sein, sich jedoch überhaupt nicht so verhalten.
Das wiederum impliziert, dass Intelligenz sich auf einzelne ‚Handlungsfelder‘ beschränken kann.
Ein Beispiel wäre das Rauchen. Ein Mann wie Helmut Schmidt war sehr intelligent auf seine spezifische Weise und in bestimmten Zusammenhängen. Und dennoch hat er geraucht, wovon man behaupten kann, dass es eher von einer unintelligenten Handlung zeugt, wenn man voraussetzt, dass das Grundbestreben aller Menschen ein langes Leben ist.

Das heißt. Intelligenz akkumuliert sich nicht im vollen Umfang der Handlungen bzw. des Verhaltens einer Person.
Da muss man als junger Mensch erstmal drauf kommen.

Aber das eigentlich zugrunde liegende Prinzip bei diesem Beispiel mit den Autos ist ja das marktwirtschaftliche Prinzip, das zu einem bestimmten, augenscheinlich unintelligenten Handeln zwingt.
Diese Erkenntnis kam mir dann später. Es ist gut möglich, dass diese MdG privat und persönlich auch in einem globalen Zusammenhang (und nicht nur in Einzelaspekten ihres Daseins) intelligent waren, nur das geschäftliche Gebahren und die Sitten und Riten innerhalb des Geschäftsprinzipes haben sie zur Wahl der unökonomischsten und ineffizientesten Automobile gewissermaßen gezwungen. Weil ansonsten beispielsweise keine guten Geschäfte gemacht werden könnten.

Was für ein Bild wirft das auf die ‚Intelligenz der Geschäftswelt‘?