In der Welt der Menschen dreht sich alles um den Menschen und um sonst fast nichts anderes

Ein Beitrag, der sehr viele Wahrheiten enthält, ganz einfach deshalb, weil es sich empirisch ermitteln lässt, wie wir nachfolgend sehen werden.

Im TV, im Radio, im Internet, auf Hörbüchern, in Gesprächen, im Beruf, in beinahe sämtlichen Erfahrungsbereichen der derzeitigen Existenz ist das stetig bis in den Exzess vorherrschende Thema des Menschen der Mensch selbst.
Augenscheinlich ist meine obige Aussage eine Pauschalisierung, denn wenn der Leser einen kleinen Moment darüber reflektiert, wird er oder sie auch Beispiele dafür finden, dass durchaus auch über andere Aspekte berichtet oder gesprochen wird. So könnte man Dokumentationen über die Natur, die Umwelt oder die Tierwelt als Gegenbeispiel nennen. Deshalb habe ich in meinem Titel dieses Beitrages das ‚fast‘ untergebracht. Lassen Sie mich diesen Aspekt präzisieren und auch wiederum etwas relativieren.
Denn markant und über alle Maße überwältigend ist das schiere Missverhältnis zwischen Beiträgen, die frei jeglicher menschlicher Interessen und Sichtweisen sind, oder zu sein scheinen, und den Beiträgen, die sich einzig auf ‚menschliche Themen‘ konzentrieren.
Denjenigen, die darüber Zweifel hegen, biete ich ein Selbst-Experiment der Beobachtung des Alltages an.

Der Mensch scheint sich selbst das wichtigste zu sein.
Und das ungeachtet dessen, dass die moderne Form der Berichterstattung über die Natur, Umwelt und Tierwelt durchaus auch eigentlich den Menschen zum Thema hat, womit ich Themen wie die Klimaveränderung und die Umweltzerstörung erwähnen möchte. Denn diese Themen haben im Grunde ihrer selbst ebenso und im Kern überwiegend den Menschen zum Thema. Denn ohne eine dem Menschen zuträgliche Umwelt, oder ein Klima, das zumindest einigermaßen gemäßigte und wenig chaotische Bedingungen bietet, ist das Leben des Menschen schwer bis nicht möglich. Man könnte es auch derart formulieren, dass ein Bericht, der über klimatische Veränderungen auf Madagaskar und deren negativen Auswirkungen auf eine dort beheimatete und spezifische Tierart verfasst werden würde, wohl auf denkbar wenig Interesse stoßen dürfte und daher wohl wenig Chancen auf eine Ausführung zugerechnet werden dürfte. Wobei bei diesem Beispiel die Bevölkerung Madagaskars potentiell ausgenommen sein könnte, denn bei ihnen könnte ein grundlegendes Interesse am ehesten angenommen werden, welches wiederum abgeschwächt sein könnte, denn es gehe ja schließlich ’nur um eine Tierart‘.

Viele dürften das Prinzip der subjektiven Wahrnehmung kennen. Ich habe das bereits unendlich oft beobachtet. Ich beschäftige mich mit einem spezifischen Thema, wodurch ich meine Aufmerksamkeit auch außerhalb eines spezifischen Momentes darauf fokussiere, und in allerlei Bereichen des Alltages fallen mir Aspekte dazu auf, die mir ansonsten nicht aufgefallen wären. Verfährt man auf diese Weise in Hinblick auf die Beiträge und Themen, die einem im Alltag begegnen, und beschäftigt man sich damit, welche Intentionen und/oder Kernaussagen bzw. Interessen man vorfindet, so stellt man eben fest, dass das von mir oben erwähnte extreme Missverhältnis vorherrscht.
Aufgrund dieses eklatanten Missverhältnisses, könnte man sagen, dass der Mensch für sich und aus sich selbst heraus das Maß aller Dinge ist. Er sieht sich selbst im Fokus des Geschehens. Wobei es im Vergleich minimal gering andere Themen gibt, die daran heran kommen mögen. Es sei denn, es tangiert seine Interessen oder seine Existenz.
„Wie geht es dir?“ Das ist eine Frage, die als besonders zuvorkommend und respektvoll bei einer Gesprächsführung erachtet wird und zwar beinahe unabhängig davon, ob es lediglich als Small Talk oder aus ehrlichem Interesse heraus eingesetzt wird. Diese Frage stellt das Individuum in den Vordergrund. Das Interesse am anderen, dem Gegenüber, dem Menschen.
Diese Aspekte sind in vielerlei Hinsicht überaus interessant.
Man könnte nun sagen, dass es eine thematische und somit eine geistige Verarmung aufgrund einer Kurzsichtigkeit oder gar Blindheit ist.
Man könnte auch sagen, dass man hier eine Übereinstimmung zwischen der gesamtgesellschaftlichen und der individuellen Interessen findet. Als ob das Gesamtgesellschaftliche lediglich das abbildet, was das Individuum oder die Individuen in Summe umtreibt. Ist das Gesamtgesellschaftliche lediglich eine Reflektion des Individuellen?
Manche sagen, dass im Kern alle Menschen eins sind, dass ein menschliches Individuum lediglich ein kleiner Teil eines menschlichen ‚Gesamtbewußtseins‘ sei, was auch immer das sei und wie es auch immer zu definieren sei. Finden wir dies dadurch bestätigt oder handelt es sich um einen bloßen Zufall?
Gesteht man zumindest sämtlichen mit uns existierenden Lebensformen ein mindestens ebenso großen Potential an Interessen und Eigen-Interessen zu, wie wir es für uns Menschen in Anspruch nehmen. Und nehmen wir meinen o.g. Aspekt der Fokussierung des Menschen mehr oder weniger einzig auf sich selbst, so muss man sagen und feststellen, dass der Mensch, der sich in stetigen Interessen überwiegend auf sich selbst und sich somit um sich selbst dreht, eine geistig verarmte und zunehmend verarmende Kreatur ist, nämlich insofern, dass ihm sämtliche Informationen abgehen, die eben nicht im seinem Interesse stehen. Und das dürfte somit sicherlich eine überragend große Menge an Informationen sein. Denn es würde die Interessen der Welt bzw. der Lebensformen beinhalten, außer die des Menschen auf bzw. mit sich selbst.
Dieses Missverhältnis und die stetige thematische Konzentration auf den Menschen und seine spezifischen Interessen ist auf Dauer nicht nur außerordentlich langweilig, einseitig und eintönig, sondern auch ordinär, obszön und peinlich. Diese Eindringlichkeit und Einseitigkeit schmerzt und ist kaum zu ertragen. Ob man nun den Fernseher anschaltet oder sonstwie irgendein Medium nutzt, an allen Ecken und Enden ist der Mensch und alles um ihn herum das einzige Thema.



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