Ein Bewußtsein für die Zukunft: Die geistige Armut überwinden

Wer sich in der heutigen Welt des Menschen aufmerksam bewegt, erkennt sehr bald, dass es sich bei den dahinter liegenden Mechanismen um sehr alte und daher mächtige Beweggründe handelt.
Ich möchte an dieser Stelle keine Abhandlung der gesamten Menschheitsgeschichte verfassen. Doch zusammenfassend kann ausgesagt werden, dass so gut wie alles, was seit der Steinzeit geschehen ist, weshalb Menschen etwas getan oder nicht getan haben, beinahe ausschließlich aus Machtinteressen heraus geschehen ist.
Macht bedeutet Reichtum an Land, Finanzmittel, wie diese zur jeweiligen Epoche auch ausgesehen haben mögen, oder Macht im Sinne von politischen Befugnissen, übertragen durch das Vertrauen der Untergebenen. Letztgenanntes brachte als Nebeneffekt eben auch Reichtum im materiellen Sinne. Denn man verfügte über die Möglichkeiten, sich diesen monetären Reichtum zu verschaffen.
Dabei war es nicht so, dass diese Macht, die zumeist einzelnen Personen übertragen oder zugefallen war, stets zum Wohle aller Menschen genutzt worden war. Es profitierten in Summe meist nur einige wenige Menschen von materiellem Reichtum.
Der weitaus größte Teil der Menschheit lebte und lebt noch heute in materieller Armut.
Anscheinend hat das Prinzip, die Machtgier einzelner zu befriedigen, nicht dazu geführt, dass die Menschheit als solche davon profitiert hätte.
Was können wir also davon lernen, welche Erkenntnisse dürfen wir daraus gewinnen?

Möchten wir überhaupt, dass sich das o.g. Machtprinzip ändert oder möchten wir weiter so leben wie seit Jahrtausenden?

Bis hier her habe ich nur von materiellem oder politischem Reichtum gesprochen.
Doch in der Überschrift dieses Artikels heißt es: Die geistige Armut überwinden.

Geist und Materie, wie passt das zusammen?
Nun, wenn einzelne Macht mißbrauchen und für die eigenen individuellen Vorteile nutzen, handelt es sich dabei nicht um geistige Armut?

Wie viele tausende Herrscher haben bisher Güter und Materie angehäuft und was hat es Ihnen gebracht?
Spätestens nach dem Ableben war alles weg, denn wohl niemand kann diese angehäuften Reichtümer mit in den Tod nehmen.
Dementsprechend ist dieses Vorgehen wohl als eher kurzfristig, wenn nicht kurzsichtig zu erachten.
In der Zeit ihrer Regentschaft lastete der individuell angehäufte Reichtum auf den Schultern von Millionen Mitmenschen, sprich Untertanen, die entweder in Armut lebten oder gar ihr Leben dafür lassen mussten.

Nun könnte man sagen, dass ich von vergangenen Epochen spreche, der Steinzeit, Bronzezeit, dem Altertum oder der Antike.

Doch der Traum vom individuellen Reichtum ist heute stärker vertreten denn je.
Man muss nur die privaten Sender anstellen und in jeder Werbepause wird vielfach der Traum vom individuellen Reichtum vermittelt.
Eine Reise nach Sri Lanka? Ganz einfach auf der und der Webseite.
Ein Auto, kein Problem. Ist zwar für die Mehrzahl der Zuschauer bar kaum zu bezahlen, aber Kredite bietet die Bank, die in der nachfolgenden Werbung dafür wirbt.
Das Auto gehört mir dann zwar nicht, also als Besitztum im klassischen Sinne, doch was zählt, ist der Schein.
Denn weiß denn der Nachbar, dass das Auto real nicht mir gehört?

Vieles ist also demnach auch scheinbarer Reichtum.
Würde man alles, was letztlich als Kredit läuft, aus der Gesellschaft rausziehen, würden sicherlich nur noch 20-30% der Autos auf den Straßen verbleiben und ganze Siedlungen verschwinden.
Letztlich beruht alles auf dem Traum des individuellen Reichtums.
Machen wir uns nichts vor. Von den Wagemutigen, die ein solches Vorhaben annehmen, also irgendetwas auf Pump anzuschaffen, schafft es letztlich auch nur ein gewisser Prozentsatz.

Doch die letztgenannten Aspekte führen bereits viel zu weit.
Die ganzen materiellen Dinge, die es heute gibt, verschleiern nur das Grundproblem, das dahinter steckt.
Das Machtinteresse und der individuelle Reichtum ist zudem gepaart mit weiteren Aspekten, die innerhalb der modernen Welt hervorgehoben werden. Hierzu gehören Ängste und Geltungsbedürfnis.

In den materiellen Gesellschaftsstrukturen ist aus dem Traum der Herrscher der Vergangenheit ein Traum vieler Menschen geworden.
Einerseits, weil es heute sehr viel mehr Menschen gibt.
Andererseits, weil es heute durch die industriellen Herstellungsverfahren sehr viel mehr materielle Güter gibt.

Doch die Kernfrage, die ich oben bereits angedeutet hatte, bleibt: Wem hilft es etwas, wenn das Ende aller Tage für das Individuum gekommen ist? Liegt man dann auf dem Totenbett und kann beruhigter sterben?
Was verspricht man sich davon?
Hilft es sagen zu können: Mensch, ich bin jetzt 60 Jahre alt. Zwar wurde gerade eine unheilbare Erkrankung festgestellt, aber ich habe ja eine Million Euro auf dem Konto?
Muss ich dann etwa nicht sterben?

Irgendwie kann mir das niemand so recht erklären und ich stelle mir eine sinnvolle bzw. rational aufschlussreiche Erklärung auch schwierig vor. Können Sie mir das erklären?

Jedenfalls ist das alles für mich völlig irrational und unverständlich.
Wäre es nicht Zeit für eine neue Gesinnung? Eine Gesinnung, ein Ideal, das unserem Geist, unserem Intellekt entspricht?
Die Fesseln der Geschichte aufbrechen, um etwas wirklich angemessenes zu schaffen: Eine lebenswerte Zukunft für die gesamte Menschheit.
Das empfinde ich als erstrebenswerter, als mit Taschen voller Geld oder mit irgendwelchen Gütern, herumzulaufen, was letztlich auf der Ausbeutung anderer Menschen oder des Planeten Erde beruht.

Wir sind so weit gekommen, haben alles optimiert und können produzieren, was das Zeug hält, beinahe im wahrsten Sinne des Wortes.
Doch bislang hat es nicht zu mehr gereicht als dass wir unsere niedrigsten Instinkte befriedigen können auf Kosten anderer.

Es ist wahrlich Zeit dafür, unsere geistige Armut zu überwinden.

Wir dürfen das nicht anderen überlassen.
Nicht den Politikern, Wissenschaftler oder der Wirtschaft.
Jeder einzelne muss daran arbeiten und sei es nur, sein eigenes Handeln abzuwägen, selbst zu reflektieren und sich selbst jeden Tag vor die Wahl zu stellen: Brauche ich das? Wofür? Und was steckt dahinter? Will ich mich anderen gegenüber nur als jemand gebaren, der ich nicht bin? Und wieso will ich anders sein als ich wirklich bin?
Ich stelle mir vor, dass eine Änderung nur möglich ist, wenn sich bevölkerungsweit das Bewußtsein ändert.
Vom Mitläufer zum Handelnden werden. Ist das nicht eine interessante Perspektive und Herausforderung?
Dazu ist nicht viel nötig, außer die eigene Einstellung zu ändern und hier und dort anders zu handeln.
Zumindest sollten wir unsere Kinder in diese Richtung bilden und erziehen.

Was könnten wir erreichen, was könnten wir eine erstrebenswerte Zukunft schaffen, die frei ist von Gier, Stress, Hass, Neid und Egoismus.

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