Wieso die Bequemlichkeit der Untergang der Menschheit ist

Immer wenn ich mir Gedanken zu den aktuellen Krisen und Problemen mache, die uns Menschen zu schaffen machen und umtreiben, komme ich nicht selten zu dem Schluss, dass vieles auf Bequemlichkeit zurück zu führen ist.
Dass die Bequemlichkeit zumindest ein wichtiger Faktor ist, der dazu führt, dass dringend benötigte Veränderungen nicht passieren.
Die Themen sind dabei so zahlreich, dass diese nicht alle in einem Artikel behandelt werden können. Oder dieser Artikel wäre so umfangreich, dass es wieder unbequem wäre, ihn zu lesen.
Letztlich ist es doch viel einfacher, einfach so weiter zu machen wie bisher. Deshalb unterlässt man vieles einfach. „Früher war alles besser“, denn früher war vieles einfacher.

Als Beispiel kann die Umweltzerstörung angeführt werden.
Jeder weiß es, mittlerweile ist es bewiesen, ob man es glaubt oder nicht: Die Zerstörung der Umwelt ist das Top-Thema unserer Zeit.
Dabei ist es doch so einfach wie einleuchtend. Wir sind auf diesem Planeten entstanden. Unser Organismus benötigt daher Luft, Wasser und Energie respektive Nahrung.
Wenn wir diese Grundlagen zerstören und/oder vergiften kann unser Organismus nicht mehr existieren.
Wenn wir unseren Organismus mit vergifteten Grundlagen versorgen, wird dieser vielleicht eine Weile damit klar kommen. Die Frage ist nur wie. Dass dadurch Krankheiten entstehen ist doch einsichtig.
Man könnte allein zu diesem Einzel-Thema jetzt eine epische Abhandlung formulieren.

Obwohl das alles bekannt und folgerichtig/logisch ist, geschieht nichts, oder viel zu wenig, was der Zerstörung unserer Umwelt wirklich und ausschlaggebend entgegentreten könnte.

Meiner Meinung nach ist die Bequemlichkeit dabei einer der wichtigsten Faktoren.
Und das beginnt bereits im Kleinen, bei jedem Erdenbürger und Individuum.
Ich stecke mitten drin. Obwohl ich diese gedankliche Erkenntnis gewonnen habe, muss ich mich jeden Tag auf’s Neue fragen, ob ich dies und das nur aus Bequemlichkeit mache oder unterlasse.
Manchmal kann ich es mir verzeihen, doch in vielen anderen Punkten gefalle ich mir nicht dabei. Bei anderen Punkten versuche ich daran zu arbeiten.
Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier und den Kampf -sprichwörtlich gegen den inneren Schweinehund- gewinnt man manchmal nur mit äußerster Härte gegen sich selbst.

Der innere Schweinehund sagt jeden Morgen zu mir: „Fahr doch mit dem Auto zur Arbeit“ und listet mir dabei eine Anzahl an überzeugenden Vorteilen auf, die allesamt darauf beruhen, dass ich es dann einfach und bequem habe.
Doch jedes Mal wenn ich dann doch mit dem Fahrrad fahre, habe ich anschließend ein gutes Gefühl. Einerseits weil ich nicht ‚klein beigegeben habe‘. Andererseits weil ich dann etwas für mich und meinen Körper getan und z.B. Geld gespart habe.
Sicherlich gibt es Tage, wo der innere Schweinehund bei diesem Thema gewinnt. Doch die weitaus meiste Zeit gewinne ich.

Während dies zugegebenermaßen noch kleine Alltags-Problemchen zu sein scheinen, frage ich mich wie es wäre, wenn alle Bundesbürger diesen Konflikt jeden Tag in dieser Form austragen würden?
So kommt man auf die globale Frage zurück.
Es gäbe sicherlich einige Millionen Fahrten am Tag weniger. Und somit weniger Umweltbelastung und Zerstörung der Umwelt.

Und wieso tut sich global äußerst wenig in dieser Frage?
Vielleicht weil es bequemer ist, den Lobbyisten zu folgen?
Weil es bequemer ist, alles so zu lassen wie es ist?
Ich bin davon überzeugt, dass wenn man umfangreich genug Aufklärung betreiben würde, wären die Menschen in unserem Land bereit, die ein oder andere ‚Unbequemlichkeit‘ in Kauf zu nehmen.
Klar, es gibt noch das potentielle Totschlag-Argument: „Die anderen machen ja auch nichts“.
Der Mensch neigt halt dazu, auf komplexe Fragen eine einfache Antwort zu haben. Weil es so schön bequem ist.

Das Leben ist unbequem, es muss sogar unbequem sein, denn sonst bewegt sich nichts.
Durch unsere Technik sind wir nur in die Lage versetzt worden, das zu vergessen.
Alles ist durch unbequeme Entwicklung entstanden. Es wurde von der Natur auch nicht danach gefragt, ob etwas unbequem ist oder nicht.
Die Natur ist gnadenlos in solchen Fragen.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Natur auch gnadenlos gegenüber unserem bequemen Lebensstil vorgehen wird.
Vielleicht sollten wir ebenso gnadenlos das tun, was richtig ist, auch wenn es unbequem ist.
Denn sonst wird es uns in dieser Form womöglich nicht mehr lange geben.

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