Macht Euch die Erde Untertan. Oder: Von denen, die keine Lobby haben.

Ein nicht ungewöhnliches, aber denkwürdiges Ereignis.
Heute, als ich mit den Hunden draußen war.
Uns kam eine ältere Frau entgegen auf einem Weg, der nicht breiter als ca. 2,5m war.
Da ich gerade um die Ecke kam, hatte ich die Dame nicht eher sehen können. Und unsere Hunde hatte ich an diese Aufroll-Leinen angeleint.
Das sind diese Leinen, deren Schnur man per Knopfdruck einfahren kann. Deshalb waren die Hunde recht weit von mir weg.
Eine unserer Hündinnen ging etwas auf die Dame zu, um zu schnüffeln.
Doch die Dame wich aus, ängstlich, fast panisch. Mit dieser bestürzten, ablehnenden und Missmut ausdrückenden Mimik und Gestik.
Als ob die Hunde etwas Böses, Gift oder der Teufel persönlich wären.
Dabei ist ‚Teufel‘ die passende Überleitung. Denn dieses Ereignis fand im Hof unserer Gemeinde-Kirche statt, genauer zwischen Grünfläche und Friedhof.
Seltsam, dachte ich, irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass gerade die, die religiös und/oder gläubig sind, eine Abneigung gegenüber allem, was nicht Mensch ist haben. Oder sie interessieren sich hauptsächlich nur für die Belange der eigenen Spezies.

Kann natürlich auch sein, dass es nur täuscht.
Aber nichtsdestotrotz befängt mich stets das Gefühl, gerade wenn ich mit den Hunden hier entlang gehe, dass man hier unter Beobachtung steht. Jede noch so kleine Auffälligkeit, z.B. dass ein Hund auf die Grünfläche pinkeln könnte, versuche ich zu vermeiden.

Woher kommt das, gerade an diesem Ort?

Oder ist es eher meiner Verwunderung geschuldet, dass ich der Meinung bin, dass doch gerade die, die glauben, ein höheres Verständnis von der Existenz als solche besitzen sollten, da sie sich doch mit diesen Dingen intensiver auseinandersetzen sollten, als z.B. jemand, der an nichts glaubt oder sich nie mit einem Glauben auseinander gesetzt hat oder nur in den Tag hinein lebt?
Glaube ich nicht deshalb diesen bestimmten Glauben, oder gibt es auch andere Beweggründe?
Und wenn ich mich im Zuge meiner Auseinandersetzung mit den Dingen dieser Welt im Zuge meines Glaubens auseinandersetze, sollte ich nicht zum Verständnis kommen, dass es mehr gibt, als die Belange der menschlichen Spezies?

Denn Gott hat die Welt geschaffen. So steht es doch in fast allen Schriften.
Wie kann man, wenn man gläubig ist, der Auffassung sein, dass der Mensch das Maß aller Dinge ist?
Wenn Gott demnach auch Tiere geschaffen hat? Wieso haben wir dann das Recht, Tiere abzulehnen, anders oder schlechter zu behandeln als uns selbst?
Diese Spezies zu unterjochen, zu quälen, zu mißbrauchen und auszurotten bzw. völlig unseren Interessen, die mehr als fragwürdig und primitiv sind, unterzuordnen?

Ein beliebtes Zitat aus der Bibel ist ja: Macht Euch die Erde Untertan.

Und das wurde Jahrtausende von den Kirchen derart verkündet und in die Hirne der Menschen gebrannt.

Nun, da die Umwelt bis in letzter Konsequenz von uns instrumentalisiert, misshandelt, unterjocht, dezimiert und katalogisiert ist, und das mit größter Bestimmtheit, Aggression und Brutalität, steht die Kirche vor einem Scheiterhaufen.

Denn wenn die Umwelt vergiftet und zerstört ist, werden unseren Kindern die Lebensgrundlagen fehlen.
Denn auch wenn es Milliarden Handys gibt: Essen und trinken müssen wir weiterhin.
Ganz nebenbei wollen wir auch noch gesund sein. Mit vergifteten und künstlichen Lebensmitteln wird das wohl kaum gelingen.
Das dürfte doch wohl jedem einleuchten, oder etwa nicht?

Also, wenn ich das zusammen fasse.
Wenn ich doch glaube, zumindest an die Schöpfung und an Gott.
Muss ich dann nicht alle Geschöpfe in meinen Glauben mit einbeziehen?
Denn Gott hat sie erschaffen und daher wird ihm an diesen Geschöpfen, die nun nicht gerade Mensch sind, auch etwas liegen.
Hätte er sie sonst geschaffen?
Wenn man denn schon in diese Richtung glaubt, wie würde es Gott wohl finden, wenn wir seine Geschöpfe so behandeln, wie wir es tun?
Und wenn wir uns an seinen Geschöpfen quasi vergehen, wäre das dann nicht ein Sündenfall schlechthin?

Wenn wir seine Geschöpfe als etwas minderwertiges behandeln, mit dem wir mit größter Selbstverständlichkeit, Aggression und Brutalität umgehen können, wie es uns gefällt?
Vorausgesetzt, Gott denkt, empfindet oder urteilt in etwa wie ein Mensch (könnte man denken, wenn man die Schriften so liest), gehe ich mal davon aus, dass es er es wohl kaum so toll finden würde, wenn wir so mit unseren Mitgeschöpfen verfahren, wie wir es tun!

Also, wenn man denn nun gläubig ist, und da habe ich lediglich den Glauben an einen Gott, der diese Welt geschaffen hat, und an die Schöpfung als solches vorausgesetzt: Muss man dann dessen Schöpfung nicht ehren, respektieren, hegen, pflegen oder gar lieben?

Muss ich als gläubiger Mensch dann nicht diese einfachen Grundprinzipien auch verstanden haben und leben?

Und wenn nicht. Wieso glaube ich dann bzw. gehe einmal die Woche zur Kirche, wenn ich nicht einmal diese einfachen, aber logischen und nachvollziehbaren Grundverständnisse nicht verstanden habe und vorallem nicht auch lebe?
Oder ist das alles bereits zu hoch oder zu weit hergeholt?
Basteln wir uns unseren Glauben oder Gott so, wie wir es gerade brauchen oder wie es für uns gerade günstig erscheint?

Gehe ich sonst nur zur Messe, um mir ein paar schlaue Verse aus der Bibel von jemandem vorlesen zu lassen, von dem ich meine, dass zumindest er das alles verstanden hat?
Hat der Glaube dann nicht nur eine Alibi-Funktion, vielleicht sogar nur, um mein Gewissen zu beruhigen?

Kann man dieses Selbstverständnis nicht von jedem, der an diese einfachen Grundannahmen glaubt, eigentlich prinzipiell voraussetzen?

Aber wer weiß, vielleicht war die Dame heute früh auch nur schlecht drauf oder hatte schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht.
Doch mein tendenziell im Hintergrund schwelendes Gefühl, dass die meisten Gläubigen diese einfachen Grundannahmen des Glaubens garnicht leben oder verstanden haben, bleiben ungut im Hintergrund.
Zumindest meine ich jedes Mal ein seltsames Gefühl in diese Richtung zu verspüren, wenn ich hier mit den Hunden(=Geschöpfe Gottes) entlang spaziere.

Liebe Niedersachsen, wehrt Euch, denn das ist nicht schwer, kauft einfach kein Homann mehr

Es ging heute durch die Presse. Homann, ein bekannter und regional ansässiger Feinkosthersteller, will seine Werke in Dissen und Bad Essen dicht machen und entweder in Polen oder Sachsen wieder aufbauen.
Damit einhergehend würden in der Region ca. 1500 Arbeitsplätze wegfallen.
Die Stimmen der Interviewpartner, Mitarbeiter der Betriebe, wirkten ziemlich entmutigend, enttäuscht und hilflos.

Dabei ist man nicht völlig machtlos. Vielmehr besitzt der einzelne Konsument mehr Macht als er meint.

Das Problem ist eben der Zusammenhalt, was uns durch politische Maßnahmen in der jüngsten Vergangenheit versagt, aberzogen oder gar unterbunden wurde.
Denn das Gute an der radikalen, neoliberalen Marktwirtschaft ist die Einfachheit mit der es funktioniert.
Der Hintergrund dieser aller Entwicklungen läßt sich mit einem Wort beschreiben: Geld.
Es geht einzig ums Geld, das ist auch schon alles.

Man muss lernen, als mündiger Bürger und Konsument diese Monstren der Wirtschaft zu lenken und zu beherrschen.

Angenommen, die Mehrheit (zumindest) der Niedersachsen würde ab heute keine Produkte von Homann mehr kaufen, und zwar stringent, diszipliniert und auch nicht nur für eine Woche, sondern langfristig, und damit meine ich mehrere Jahrzehnte, würde sich die Führung dieses Unternehmens es sich mehrmals überlegen, ob sie die o.g. Werke schließt.
Das ist doch keine Kunst, sich das auszumalen.
Es würde auf jeden Fall wirken!

Seid ihr also bereit, diese Boykott zu leben und damit den Kollegen dieser Werke zur Seite zu stehen?
Auch, wenn ich fürchte, dass es niemals zu diesem Boykott kommen wird (dafür habe ich meine pessimistischen aber berechtigten Gründe), habe ich persönlich beschlossen, für den Rest meines Lebens keine Homann-Produkte mehr zu kaufen.
Ich kann euch versprechen, dass ich mich daran halten werde, wie ich es bereits mit anderen Produkten getan habe.

Für mich ist das keine besondere Herausforderung, denn ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und habe meine Prinzipien.
Ich kaufe nicht einfach wie ein Konsumvieh alles, was mir im Geschäft zwischen die Finger kommt, sondern ich wäge stets genau ab, ob ich das kaufen will oder gutem Gewissens nach kaufen kann oder dergleichen.

Wird sich jemand daran beteiligen?
Werdet mündig und nutzt eure Macht!

An sich ist das kein Problem.
Das Internet hilft dabei, sich zu organisieren, Informationen auszutauschen und sich abzustimmen.

Verlasst euch nicht auf die Politik oder die Wirtschaft und nehmt euer Schicksal selbst in die Hand!
Wozu seid ihr sonst auf der Welt? Wollt ihr nur essen, arbeiten und schlafen gehen?
Gebt euch nicht auf!

6000 km in 20 Monaten mit dem Rad zur Arbeit: Wieso gibt es keine Steuerfreibeträge?

Mein Tacho beweist es: Ich bin in den letzten 20 Monaten 6000 km mit dem Rad gefahren.
Der Großteil der Strecke setzt sich aus dem Weg zur Arbeit und wieder zurück zusammen.
Fast täglich fahre ich den Weg zur Arbeit hin und zurück.
Wenn es nicht gerade regnet oder schneit oder ich mich sonstwie nicht gerade schlecht fühle.

Einfache Strecke ca. 10,15 km, täglich also ca. 20,2 km.

Bei einem Verbrauch von ca. 7,5 l pro 100 km (unser Auto im Stadtverkehr), habe ich umgerechnet 450 l Sprit gespart.
Bei einem Preis von im Mittel und geschätzt 1,38 Euro pro Liter Super, habe ich 621 Euro in 20 Monaten und 372 Euro in 12 Monaten gespart.

Dabei habe ich ca. 1048 kg CO2 (Annahme von 2,3 kg pro Liter Treibstoff Super) per Verbrennung durch unser Auto nicht ausgestoßen.

Weiterer Benefit: Ich fühle mich besser und bin potentiell gesünder. Unter dieser Annahme könnte es sein, dass ich länger gesund bleibe als wenn ich nicht Rad fahren bzw. mich sehr wenig bewegen würde.

In Summe, wenn also Millionen Menschen in der Bundesrepublik mit dem Rad zur Arbeit fahren würden, ließen sich sehr wahrscheinlich enorme Ausgaben im Gesundheitsbereich sparen.

Das sind die Fakten.

Doch wenn ich (mit dem Rad) zur Arbeit fahre, treffe ich eher selten auf andere Radfahrer.
Eigentlich kann man diese an einer Hand abzählen, wenn es hoch kommt!

Da habe ich mich gefragt, wie man mehr Menschen auf das Rad bekommen könnte.
Freiwillig oder aus idealistischen Gründen, wird das wohl leider schwer umsetzbar sein.
Dies bereits allein, weil es so viel bequemer ist, sich im warmen Auto, von Musik berieselt, zur Arbeit gleiten zu lassen.

Doch, wäre es nicht eine gute Idee, wenn man Arbeitnehmern, die nachweislich mit dem Fahrrad zur Arbeit (und/oder zurück) fahren, ganz einfach Steuervergünstigungen in Form z.B. von Freibeträgen zusprechen würde?

Die Grundfrage ist doch: Wie kann ich die Umwelt schonen oder schützen und gleichzeitig die negativen Aspekte des bestehenden, radikal-kapitalistischen Systems ohne viel Aufwand nutzen und umwandeln?
Und vielleicht sogar langfristig eine Änderung des Bewußtseins hervorrufen?

Da halte ich doch einen Steuerfreibetrag für ideal geeignet!
Sehr viele Menschen wechseln bereits wegen 100 Euro pro Jahr die Versicherung oder den Handyvertrag.
Was also, würde es allein bewirken, wenn man, sagen wir 400 Euro pro Jahr, an Steuern sparen könnte?
Das wäre doch enorm. Aber ich denke, um eine prägnante Umwälzung in diesem Sinne zu erreichen, müßten schon mehrere hundert Euro jährlich drin sein.

Doch, wieso gibt es das nicht längst schon?
Könnte man annehmen, dass der Umweltschutz und die Gesundheit der Bevölkerung der Politik nicht wichtig ist?
Dass es kein übergeordnetes Ziel im politischen Handeln und lediglich Lobbyismus gibt?

Wieso gibt es keine einfachen Anreize, die Bevölkerung dazu zu bringen, nicht mit dem Auto zur Arbeit zu fahren und sich gesünder zu verhalten?

Klar, die technische Umsetzung dürfte anspruchsvoll sein.
Schließlich muss man jedweden Mißbrauch unterbinden.
Vielleicht wird es sogar Leute geben, die ihr Fahrrad in den Kofferraum packen, um somit vorzutäuschen, mit dem Rad zur Arbeit gefahren zu sein.
Da habe ich auch bereits Ideen, um derartige Betrugsfälle ‚abzufangen‘.
Es liefe alles nur auf die Raffinesse der technischen Umsetzung hinaus. Ich halte es aber nicht für unmöglich.
Es ist, wie so oft, einfach nur eine Frage des Willens.

Sinnvoller, als eine Pseudo-Steuer (Ökosteuer) zu erheben, mit dessen Geldern rein garnichts für die Umwelt gemacht wird, würde es auf jeden Fall sein.

Ja, es gibt außerirdisches Leben!

Ganz klar: Es gibt außerirdische Leben!
Wie komme ich zu dieser -auf den ersten Blick- wagemutig anmutenden Aussage?

Das ganze ist ein reines Rechenexempel.
Und es sei die Annahme vorausgesetzt, dass Leben generell gemeint ist.
Also, unabhängig davon, ob dieses Leben Technik entwickelt hat oder nicht.

Und nun die Rechnung.

Im Universum gibt es die grob geschätzte Anzahl an Sonnen von: 10000000000000000000000 (10 Trilliarden, Quelle) .
Jede dieser Sonnen wird noch dazu von einer Zahl x an Planeten umkreist. Vielleicht haben manche Sonnen keine Planeten, andere Sonnen besitzen dafür umso mehr. Nimmt man einen Schnitt von 3 Planeten an, und berücksichtigt, dass – wir sind mal negativ eingestellt – lediglich 50% der Sonnen Planeten besitzen oder auch überhaupt geeignet sind, in irgendeiner Form Planeten hervorzubringen, kommt man auf 15 Trilliarden Planeten.
Nun müßte man noch all die Planeten abziehen, die kein Leben tragen könnten, besser gesagt, die keine erdähnliche Bedingungen besitzen, denn etwas anderes kennen wir derzeit nicht. Das Sonnensystem hat auf einem von acht Planeten definitiv Leben hervorgebracht (das zu leugnen, wäre jetzt aber fahrlässig).

Also, in meiner schlichten Rechnung müßte man jetzt noch ein achtel der Planeten nehmen und kommt dann auf eine Zahl von 1,875 Trillarden Planeten, die Leben hervorgebracht haben könnten.
Wem diese Zahl zu optimistisch klingt, dem sei gesagt, dass ich nochmal 50% abziehe, denn ich habe sicherlich nicht alles berücksichtigt.

Wie können uns das leisten, denn 1,875 Trillarden ist immer noch eine enorme Zahl. Okay, es bleiben immer noch abgerundet 900 Trillionen Planeten auf denen im Universum Leben entstanden sein könnte.

Allein der Wert ‚Trillionen‘ ist für mich schon nicht mehr vorstellbar. Gibt es etwas auf dieser Welt, was derart unwahrscheinlich ist, dass es bei 900 Trillionen Versuchen nicht passieren könnte? Ich kann es mir nicht vorstellen und kenne auch nichts, was bei dieser Anzahl an Versuchen nicht auch passiert.

Ohne in die Wahrscheinlichkeitsrechnung wechseln zu müssen, könnte ich mir einen Vergleich mit Lotto vorstellen. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit sechs Richtige zu tippen, bei ca. 140 Millionen.

Wenn man sich nun vorstellte, man könnte 900 Trillionen Felder ausfüllen: Wer würde noch behaupten, dass es dann unwahrscheinlich wäre, dass man unter diesen Voraussetzungen nicht einen Sechser darunter hätte?

Klar, es wird jetzt auch wieder Zweifler geben, aber unter den o.g. Gesichtspunkten und Annahmen, wäre es schon als sehr unwahrscheinlich zu betrachten, dass es kein Leben irgendwo anders im Universum gibt.

Es stellt sich demnach also nicht die Frage, ob es im Universum weiteres Leben gibt, sondern eher wo.

Es gibt Gegebenheiten auf der Welt, deren Wahrscheinlichkeit derart hoch ist, dass man es nicht erst sehen oder anfassen können muss, um zu wissen, dass es das gibt. Man kann anhand der Zahlen bereits davon ausgehen, dass es existiert.

Ökosteuer: Ein zynischer Hoax zum Stopfen von Steuerlöchern

Wenn man noch jung und unbefangen ist, denkt man sicher, dass mit den Geldern der Ökosteuer, ganz sicher ökologische Maßnahmen finanziert werden. Vielleicht wird hier ein Naturpark begründet oder dort Wälder aufgeforstet. Vielleicht wird die Begrünung von Städten damit finanziert oder Arten geschützt, die ansonsten vom Wildwuchs der Zivilisation vom Angesicht der Erde getilgt werden würden?

Leider ist dies nicht so. Denn mit den Geldern der Ökosteuer werden lediglich allerlei Löcher in den Finanzkassen des Staates geflickt.
So fließt das Geld etwa in den Sozialhaushalt oder in die Rentenkassen.

Wieder eine Steuer, die eigentlich ein Hoax ist, da sie nicht das leistet, was sie verspricht.
Wieso hat man die Steuer nicht gleich ‚Steuerlochsteuer‘ genannt?
Weil sonst niemand bereit wäre, dafür zu zahlen?
Weil es sonst allzu offensichtlich wäre, dass sie nur dazu dient, weiteres Geld einzutreiben?

Wieso macht man sich einen Scherz aus einem Thema, das derart wichtig und eigentlich sehr ernst ist?
Ein Thema, das für unsere Kinder und Kindeskinder sehr wichtig sein wird, wenn erst alles ruiniert ist, was diese zum Leben benötigen?
Ist das nicht mehr als zynisch?

Davon mal abgesehen, dass die kassierten Gelder nicht dafür eingesetzt werden, wofür es namentlich deklariert ist, könnte man ihr noch zu Gute halten, dass durch die Besteuerung von Energie, dessen Verbrauch gedrosselt werden könnte. Weil es eben mehr kostet (Strom, Treibstoff usw.).
Das wäre ja keine schlechte Sache, wenn denn die Gelder auch für den ‚Wiederaufbau‘ einer besseren Umwelt ausgegeben werden würden und nicht zweckentfremdet werden.

Aber mal ehrlich: Wer ausreichend Geld hat, dem ist es doch völlig egal, ob er an der Tanke 1,30 Euro pro Liter zahlen muss oder 2 Euro.
Das bedeutet, dass die Ökosteuer hauptsächlich die Menschen trifft, die sowieso wenig auf der Tasche haben.

Letztlich werde ich das Gefühl nicht los, dass hier einzig ein Instrument geschaffen werden sollte, um mehr Geld einzunehmen.
Würde dem Staat etwas daran liegen, dass sich unsere Umwelt verbessert, würde genau dieses Geld z.B. zur Aufforstung und Renaturierung Deutschlands eingesetzt werden. Oder vielleicht noch in die Subventionierung von Solarpanel auf jedem Dach in Deutschland oder dergleichen.
Weil dem nicht so ist, hege ich die Vermutung, dass dem Entwickler dieser Steuer die Umwelt sprichwörtlich völlig schnuppe gewesen sein muss. Hauptsache, es kommt weiteres Geld rein für das niemals gesättigte Monster der monatlichen Ausgabenströme, die schon längst niemand mehr durchschaut.

Das Märchen von der Gentechnik zur Beseitigung des Hungers in der Welt

Mir hat so manches während meines Biologie-Studiums nicht gefallen.
Aber das, was ich während einer speziellen Vorlesung hören musste, hatte mich tief empört und wirkt bis heute nach.

Wenn man jung ist, ist man voller Ideale.
Man möchte die Welt verändern. Ganz klar, man ist voller Energie und Ideen.
Viele der uralten Prinzipien, nach denen die Welt der Menschen funktioniert, hat man noch nicht kennengelernt.
Man ist auch vielleicht etwas naiv.
Zum Beispiel beim Thema ‚Hunger in der Welt‘.
Wenn man noch sehr jung ist, stellt man sich vor, dass stets eine Delegation, vielleicht der UN, daran arbeitet, in allen Teilen der Welt, in der aufgrund der geopolitischen Lage oder aus klimatischen Gründen, kein oder nur sehr spärlicher Ackerbau möglich ist, die Lage zu verbessern.

Oder, dass es generell einen Willen oder eine Motivation gibt, für alle Menschen die Lage zu verbessern und vorallem den Hunger zu lindern oder zu beseitigen.

Dies habe ich mir früher so vorgestellt.
Doch spätestens seit der o.g. Vorlesung wurde ich eines Besseren belehrt.

Das Thema handelte von gentechnisch ‚optimierten‘ Pflanzen, speziell Mais.
Da ich mit Schwerpunkt Genetik im Hauptstudium studierte, als ein passendes Thema.

Der Vortrag ging über 45 Minuten und der Referent war ein Vertreter des Max-Planck-Institutes.
Leider weiß ich nicht mehr, welches Institut genau dahinter steckte.

Während des Vortrages wurden die Vorteile des gentechnisch behandelten Mais hervorgehoben.
Natürlich ging es darum, dass ein höherer Ertrag die Folge wäre.
Durch den höheren Ertrag würde z.B. Farmer X in den USA soundsoviel mehr Dollar pro Gewichtseinheit verdienen.
Sowieso fiel das Wort ‚Dollar‘ sehr häufig. Soundsoviel mehr Dollar pro Ernte und Hektar usw. usf.

Damit ist der Sinngehalt der Vorlesung auch bereits kommuniziert.

Keine Rede davon, dass man Mais verändert, damit dieser in kargen Landschaften angebaut werden könnte und dort die Ernährung verbessert oder sonstwie Bestrebungen, Pflanzen zu verändern, damit Menschen etwas zu essen haben, bei denen es derzeit schlecht ausschaut.

Irgendwie bekam ich den Eindruck, dass niemand wirklich Interesse daran hat, Gentechnik einzusetzen, damit etwas übergeordnetes, für die Menschheit vorteilhaftes, gestaltet werden könnte.
Der hauptsächliche Vorteil von Gentechnik scheint wohl der zu sein, Farmer noch reicher zu machen als sie eh schon sind.
Und natürlich, um noch mehr aus Mutter Erde raus zu holen.
Bis das Maximum erreicht ist. Ein Maximum, das es ja nicht gibt, denn sonst wäre ja kein Wachstum möglich. Vom Wachstum ist allerdings die Wirtschaft abhängig. Ein ewiger Kreislauf des perversen und stupiden Systems, das anscheinend niemand so richtig begreift.
Denn sonst würde man sich diese beschwörenden Formeln des stetigen Wachstums nicht gebetsmühlenartig jedes Jahr wieder vorbeten.

Mein Talent soll dazu dort einfliessen. Ein Rädchen im Kommerz des globalen Kapitalismus sollten wir Studenten sein.
Noch mehr Geld verdienen mit dem, was jetzt mehr geerntet wird.

Wenn man also in den Medien hört, dass Gentechnik dazu eingesetzt werden könnte, den Hunger in der Welt zu bekämpfen, so ist dies vielleicht theoretisch möglich.
Doch praktisch denken daran wohl nur einige wenige Idealisten.
Wirklich interessiert ist daran sicherlich nicht die Wissenschaft.
Der Grund, weshalb die Wissenschaft das überhaupt macht, liegt wohl eher im Geltungsbedürfnis einzelner Wissenschaftler und weil es halt möglich ist. Es ist das alte Spiel, dass uns bereits aus Zeiten des Zweiten Weltkrieges bekannt ist. Es wird gemacht, was möglich ist. Es wird nicht darüber nachgedacht, ob es sinnvoll ist oder sogar Schaden bereiten könnte. Man redet sich dann heraus. Wie viele Wissenschaftler gab es im dritten Reich, die das alles damit abgetan haben, dass es ihr Forscherdrang sei, siehe Werner v. Braun. Egal, ob dabei tausende Menschen ihr Leben lassen müssen. Hauptsache gemacht, Basta.
Praktisch und tatsächlich geht es nur um den Rubel. Und der muss rollen.

Daher kann man von diesem Argument, dass es zum Stillen des Hungers in der Welt eingesetzt werden könnte, so viel halten, wie von der Erkenntnis, das in China manchmal ein Sack Reis umfällt.
Es dient wohl nur der Industrie, um die naiven und nicht wissenden Massen positiv auf die Gentechnik einzustimmen.
Lasst euch also nicht verarschen.

Mit Gen-Mais soll noch mehr geerntet werden für die, die eh schon genug (Geld und Macht) haben.
Nächstenliebe und die Menschheit als Ganzes, diese Gedanken spielen im globalisierten Kapitalismus keine Rolle.
Und wer gar meint, Biologie zu studieren mit ethisch-moralischem oder philosophischem Hintergrund, der sollte es gleich sein lassen.

Ein Bewußtsein für die Zukunft: Die geistige Armut überwinden

Wer sich in der heutigen Welt des Menschen aufmerksam bewegt, erkennt sehr bald, dass es sich bei den dahinter liegenden Mechanismen um sehr alte und daher mächtige Beweggründe handelt.
Ich möchte an dieser Stelle keine Abhandlung der gesamten Menschheitsgeschichte verfassen. Doch zusammenfassend kann ausgesagt werden, dass so gut wie alles, was seit der Steinzeit geschehen ist, weshalb Menschen etwas getan oder nicht getan haben, beinahe ausschließlich aus Machtinteressen heraus geschehen ist.
Macht bedeutet Reichtum an Land, Finanzmittel, wie diese zur jeweiligen Epoche auch ausgesehen haben mögen, oder Macht im Sinne von politischen Befugnissen, übertragen durch das Vertrauen der Untergebenen. Letztgenanntes brachte als Nebeneffekt eben auch Reichtum im materiellen Sinne. Denn man verfügte über die Möglichkeiten, sich diesen monetären Reichtum zu verschaffen.
Dabei war es nicht so, dass diese Macht, die zumeist einzelnen Personen übertragen oder zugefallen war, stets zum Wohle aller Menschen genutzt worden war. Es profitierten in Summe meist nur einige wenige Menschen von materiellem Reichtum.
Der weitaus größte Teil der Menschheit lebte und lebt noch heute in materieller Armut.
Anscheinend hat das Prinzip, die Machtgier einzelner zu befriedigen, nicht dazu geführt, dass die Menschheit als solche davon profitiert hätte.
Was können wir also davon lernen, welche Erkenntnisse dürfen wir daraus gewinnen?

Möchten wir überhaupt, dass sich das o.g. Machtprinzip ändert oder möchten wir weiter so leben wie seit Jahrtausenden?

Bis hier her habe ich nur von materiellem oder politischem Reichtum gesprochen.
Doch in der Überschrift dieses Artikels heißt es: Die geistige Armut überwinden.

Geist und Materie, wie passt das zusammen?
Nun, wenn einzelne Macht mißbrauchen und für die eigenen individuellen Vorteile nutzen, handelt es sich dabei nicht um geistige Armut?

Wie viele tausende Herrscher haben bisher Güter und Materie angehäuft und was hat es Ihnen gebracht?
Spätestens nach dem Ableben war alles weg, denn wohl niemand kann diese angehäuften Reichtümer mit in den Tod nehmen.
Dementsprechend ist dieses Vorgehen wohl als eher kurzfristig, wenn nicht kurzsichtig zu erachten.
In der Zeit ihrer Regentschaft lastete der individuell angehäufte Reichtum auf den Schultern von Millionen Mitmenschen, sprich Untertanen, die entweder in Armut lebten oder gar ihr Leben dafür lassen mussten.

Nun könnte man sagen, dass ich von vergangenen Epochen spreche, der Steinzeit, Bronzezeit, dem Altertum oder der Antike.

Doch der Traum vom individuellen Reichtum ist heute stärker vertreten denn je.
Man muss nur die privaten Sender anstellen und in jeder Werbepause wird vielfach der Traum vom individuellen Reichtum vermittelt.
Eine Reise nach Sri Lanka? Ganz einfach auf der und der Webseite.
Ein Auto, kein Problem. Ist zwar für die Mehrzahl der Zuschauer bar kaum zu bezahlen, aber Kredite bietet die Bank, die in der nachfolgenden Werbung dafür wirbt.
Das Auto gehört mir dann zwar nicht, also als Besitztum im klassischen Sinne, doch was zählt, ist der Schein.
Denn weiß denn der Nachbar, dass das Auto real nicht mir gehört?

Vieles ist also demnach auch scheinbarer Reichtum.
Würde man alles, was letztlich als Kredit läuft, aus der Gesellschaft rausziehen, würden sicherlich nur noch 20-30% der Autos auf den Straßen verbleiben und ganze Siedlungen verschwinden.
Letztlich beruht alles auf dem Traum des individuellen Reichtums.
Machen wir uns nichts vor. Von den Wagemutigen, die ein solches Vorhaben annehmen, also irgendetwas auf Pump anzuschaffen, schafft es letztlich auch nur ein gewisser Prozentsatz.

Doch die letztgenannten Aspekte führen bereits viel zu weit.
Die ganzen materiellen Dinge, die es heute gibt, verschleiern nur das Grundproblem, das dahinter steckt.
Das Machtinteresse und der individuelle Reichtum ist zudem gepaart mit weiteren Aspekten, die innerhalb der modernen Welt hervorgehoben werden. Hierzu gehören Ängste und Geltungsbedürfnis.

In den materiellen Gesellschaftsstrukturen ist aus dem Traum der Herrscher der Vergangenheit ein Traum vieler Menschen geworden.
Einerseits, weil es heute sehr viel mehr Menschen gibt.
Andererseits, weil es heute durch die industriellen Herstellungsverfahren sehr viel mehr materielle Güter gibt.

Doch die Kernfrage, die ich oben bereits angedeutet hatte, bleibt: Wem hilft es etwas, wenn das Ende aller Tage für das Individuum gekommen ist? Liegt man dann auf dem Totenbett und kann beruhigter sterben?
Was verspricht man sich davon?
Hilft es sagen zu können: Mensch, ich bin jetzt 60 Jahre alt. Zwar wurde gerade eine unheilbare Erkrankung festgestellt, aber ich habe ja eine Million Euro auf dem Konto?
Muss ich dann etwa nicht sterben?

Irgendwie kann mir das niemand so recht erklären und ich stelle mir eine sinnvolle bzw. rational aufschlussreiche Erklärung auch schwierig vor. Können Sie mir das erklären?

Jedenfalls ist das alles für mich völlig irrational und unverständlich.
Wäre es nicht Zeit für eine neue Gesinnung? Eine Gesinnung, ein Ideal, das unserem Geist, unserem Intellekt entspricht?
Die Fesseln der Geschichte aufbrechen, um etwas wirklich angemessenes zu schaffen: Eine lebenswerte Zukunft für die gesamte Menschheit.
Das empfinde ich als erstrebenswerter, als mit Taschen voller Geld oder mit irgendwelchen Gütern, herumzulaufen, was letztlich auf der Ausbeutung anderer Menschen oder des Planeten Erde beruht.

Wir sind so weit gekommen, haben alles optimiert und können produzieren, was das Zeug hält, beinahe im wahrsten Sinne des Wortes.
Doch bislang hat es nicht zu mehr gereicht als dass wir unsere niedrigsten Instinkte befriedigen können auf Kosten anderer.

Es ist wahrlich Zeit dafür, unsere geistige Armut zu überwinden.

Wir dürfen das nicht anderen überlassen.
Nicht den Politikern, Wissenschaftler oder der Wirtschaft.
Jeder einzelne muss daran arbeiten und sei es nur, sein eigenes Handeln abzuwägen, selbst zu reflektieren und sich selbst jeden Tag vor die Wahl zu stellen: Brauche ich das? Wofür? Und was steckt dahinter? Will ich mich anderen gegenüber nur als jemand gebaren, der ich nicht bin? Und wieso will ich anders sein als ich wirklich bin?
Ich stelle mir vor, dass eine Änderung nur möglich ist, wenn sich bevölkerungsweit das Bewußtsein ändert.
Vom Mitläufer zum Handelnden werden. Ist das nicht eine interessante Perspektive und Herausforderung?
Dazu ist nicht viel nötig, außer die eigene Einstellung zu ändern und hier und dort anders zu handeln.
Zumindest sollten wir unsere Kinder in diese Richtung bilden und erziehen.

Was könnten wir erreichen, was könnten wir eine erstrebenswerte Zukunft schaffen, die frei ist von Gier, Stress, Hass, Neid und Egoismus.

Die Elbphilharmonie wird eröffnet. Kinder in der Tafel. Wie passt das zusammen?

Gerade sehe ich mit Schmerz die Live-Übertragung im NDR zur Eröffnung der Elbphilharmonie.
Gut, ich bin kein Hamburger, doch trifft mich dieses Ereignis als wäre ich einer.
Schon oft hatte ich davon gehört. Es war in den Medien auch kaum zu übersehen oder zu überhören.
Ein Prestigeobjekt, mittlerweile scheut man selbst die Verwendung dieses Begriffes nicht mehr, dessen Baukosten auf knapp 800 Millionen Euro geschätzt werden. Dabei handelt es sich nicht etwa um Gelder, die irgendwelche Investoren bereit gestellt haben.
Nein, es handelt sich um Steuergelder. Ein Hohn.
Dabei ist nicht jedem klar, wieviel Geld das eigentlich ist.
Einer Schätzung des Handelsblattes nach, würde man mit einer Milliarde Euro, aufgeteilt in 50 Euro-Scheinen, die man aneinander legt, 70mal die Erde umwickeln können. Ein Wahnsinn.
Wie oft würde man die Erde umwickeln können bei 800 Millionen Euro? 60 Mal?

Schnitt.

Ende letzten Jahres nahm ich an einer Veranstaltung teil, bei der der Leiter der Tafel in Osnabrück zugegen war und eine Spende entgegen nahm. Er berichtete, dass in Osnabrück ca. 400 Kinder wöchentlich zur Tafel kommen (müssen), um eine Mahlzeit zu erhalten, da sie zuhause nicht genug zu essen bekommen.
In Hamburg wird es dieses traurige Ereignis sicherlich auch geben. Vielleicht im Verhältnis zur Einwohnerzahl äquivalent.
Wenn also Osnabrück ca. 160.000 Einwohner hat mit ca. 400 Kindern, die zur Tafel kommen.
Hamburg hat ca. 1.700.000 Einwohner. Wenn man per Dreisatz schätzen mag, könnte es also in Hamburg auf diese Weise geschätzte 4250 Kinder geben, die eine Tafel aufsuchen müssen. Das ist natürlich alles nur bezogen auf hiesige Verhältnisse und genau weiß ich das nicht.
Doch da Osnabrück eine verhältnismäßig wohlhabene Stadt ist (sein soll), denke ich, dass diese ‚Hochrechnung‘ vielleicht sogar plausibel sein könnte.
Doch auch wenn es nur 3000 Kinder in Hamburg sein sollten, wird doch mein Fingerzeig mehr als deutlich.
Wie können Politiker eine Baumaßnahme dieses Ausmaßes vor diesem Hintergrund planen und durchdrücken?
Wir erinnern uns. Politiker dienen dem Volk. Das Volk ist der Souverän.
Demzufolge müssen sie zum Wohle des Volkes handeln.
Wie kann dann ein solches Gebäude gebaut werden, wenn mehrere tausend Kinder in der Stadt zur Tafel gehen müssen, um etwas zu essen bekommen?

Nun lassen sie sich feiern. Es sind alle da.
Ob Bundespräsident, Bundeskanzler(in), Bürgermeister von Hamburg usw..
Natürlich auch jede Menge Promis.

Doch zumindest die Politiker sind keine Promis, keine Stars in diesem Sinne.
Sie sind die Diener des Volkes, welches sie bezahlt, damit sie im Sinne des Volkes handeln und dieses vertreten. Makaber.
Ein Trauerspiel der Vernunft, des Vertrauens, das die Bürger in die sie leitenden Personen gesetzt haben.
Eigentlich ein Armutszeugnis der Kompetenz der verantwortlichen Personen.

Wenn man es so sieht, ist daran zu zweifeln, ob hier tatsächlich die Interessen des Volkes vertreten werden.
Das Prestigeobjekt soll von weit her sichtbar sein.
Ein Monument der Eitelkeiten, der Macht.

Die Message ist klar. Das immergleiche Lied vom Erfolg, von Macht und Gewinn.
‚Hochmut kommt vor dem Fall‘, fällt mir dazu als Redewendung ein.

Die Verlierer des Systems dürfen es sich ansehen. Auch und besonders von weitem, soll es sichtbar sein.
‚Wenn du da rein darfst, hast du es geschafft.‘
Angeblich soll es für die Bevölkerung, für jeden, sein.
Doch wie lange die Hamburger dafür arbeiten und Steuern zahlen müssen, also umgerechnet, wird wohl nicht erwähnt.

Und die tausende Kinder müssen halt weiter täglich zur Tafel kommen, um etwas zu essen.
Den Verlierern wird nicht einfach so geholfen. Sie haben nichts und bekommen auch nichts.
Wie lange man wohl die Hamburger Tafel mit 800 Millionen Euro hätte unterstützen können?

20 Jahre? 30 Jahre? 40 Jahre? Länger?

Wie lange noch wird man mit dieser geringen Qualität an Bewußtsein weiter kommen?
Wie lange noch müssen wir diese Fehlleitungen ertragen?

Dieses unerträgliche Mißverhältnis zwischen dem, was der Auftrag, die Pflicht, die Verantwortung, die Vernunft und die Ratio ist und dem, was tatsächlich mit der zur Verfügung gestellten Macht angestellt wird.

Ich stelle mir vor, ich sei zu diesem Zeitpunkt der Bürgermeister dieser Stadt.
Könnte ich ruhig schlafen?