Corona und die Deutschen. Teil 1: Toilettenpapier


Eine kleine Reihe über die aktuelle ‚Corona-Krise‘. Dieser Begriff, der uns von den Medien ins Hirn gebrannt wurde.

Eigentlich gibt es sehr viel tiefgründigere Themen, die man in Verbindung mit diesem Virus in unserem Lande bringen könnte. Aber da es so schnöde, unverständlich, aber auch gerade deshalb in idealer Form symptomatisch für das aktuelle Geschehen und Zusammenhänge sein kann, möchte ich dieses Thema voranschicken.

Schon sehr lange heißt es, dass viele Menschen viel Toilettenpapier kaufen, seitdem vom Virus in den Medien berichtet wird. Doch eine gewisse Zeit lang, vor ca. 3-4 Wochen, gab es meistens, wenn ich mich in einem Discounter aufhielt, noch etwas davon in den Regalen.

Vor ca. 4 Wochen kauften wir zwei Pakete. Das war bereits ein Paket mehr als wir es sonst für geeignet hielten. Wer würde schon denken, dass so etwas, im Vergleich z.B. zu Trinken, Essen und dergleichen, schnödes und unwichtiges wie Toilettenpapier mal eng werden würde?
Im Laufe der Zeit beobachtete ich, dass die Regale immer häufiger leer wirkten und ausgeräumt waren.
Vor ca. 1,5 Wochen war im Markt um die Ecke wieder etwas zu erstehen und deshalb kaufte ich Toilettenpapier ein. Ein Paket, nicht mehr. Mir wäre es zu peinlich, unsolidarisch und auch geistig unter meinem Niveau gewesen, nun wie ein Tier ebenfalls tonnenweise davon zu kaufen. Aber da war die Menge, die ein einzelner Kunde kaufen durfte, bereits limitiert.
Also, kaufte ich ein Paket. Nach 1-1,5 Wochen wurde das Toilettenpapier bei uns im Haushalt nun wiederum knapp. Wir schauten dann in den letzten zwei Tagen auf unseren Wegen, die wir sowieso zurück legten mussten, in fünf(!) verschiedenen Geschäften rein in unterschiedlichen Regionen (Wallenhorst, Glandorf), doch überall waren die Regale ausgeräumt.
Nun war bei uns nur noch eine Rolle vorhanden, so dass tatsächlich ein Notstand zu drohen schien.
Irgendwo musste ich also Toilettenpapier her bekommen, wenn ich, bzw. wir in unserem Haushalt, mir/uns noch zivilisiert den Hintern reinigen wollte(n).
Also, bin ich heute durch geschlagene sechs(!) Geschäfte gefahren. In zwei Geschäften stieß ich auf Toilettenpapier und jedes Mal war der Kauf auf eine Packung limitiert.
Wie ist das alles zu erklären? In einer sog. ‚Krise‘ sind nicht etwa Lebensmittel knapp, sondern so etwas wie Toilettenpapier? Ist das ein deutsches Phänomen oder ist das in fast allen europäischen Ländern so?

Auch auf Nachfrage bei Bekannten, Verwandten und Freunden gab es keine übereinstimmende oder schlussendlich zweifelsfreie Erklärung dafür. Meist erklärte man mir, dass genug Toilettenpapier im Haushalt vorhanden sei. Aber das nicht wegen Corona, sondern (angeblich) immer schon.
Na ja, vielleicht ist das schon des Rätsels Lösung?

Aus meiner Sicht gibt es zwei Erklärungsansätze, die sich schlüssig anhören.

1. Listen der Bundesämter für/bei Katastrophen
Auf diesen Listen ist aufgeführt, was man alles benötigt im Falle einer Katastrophe. Unter anderem ist Toilettenpapier aufgeführt. Sind die Menschen damit einkaufen gegangen?

2. Angst vor Quarantäne
Dies klingt mir sehr schlüssig. Die Menschen haben Angst davor, dass sie wegen Corona in Quarantäne sind und decken sich deshalb mit Toilettenpapier ein?
Aber gibt es nichts wichtigeres als Toilettenpapier? Trinken, Essen, Rauchen, Handy usw. usf. Letzteres habe ich auch nur aufgeführt, weil das Handy mittlerweile gefühlt sogar wichtiger scheint als Essen oder Trinken.
Ist diese pessimistische Einstellung, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass man in Quarantäne muss, tatsächlich realistisch oder handelt es sich um bloße Angstmache der Medien?

Wieso sind die Menschen derart pessimistisch? Handelt es sich um eine Grundeinstellung der Menschen in Deutschland?

Während ich dies schreibe, wird draußen gestorben.

Es ist ein typischer Samstag Morgen. Ich werde sehr früh, gegen 5:30 Uhr wach, denn meine innere Uhr, die vollends auf den alltäglichen Arbeitsrhythmus eingerichtet ist, läßt sich am Wochenende nicht einfach umstellen, so dass ich dann auch mal bis 8 oder 9 Uhr schlafen könnte. Mittlerweile, es ist inzwischen nach 8 Uhr, habe ich mir 1-2 Kaffee gemacht und vertreibe mir seitdem die Zeit, überwiegend mit Surfen und Recherchen im I-Net zu Dingen, die im wesentlichen völlig unbedeutend sind. Gemeint sind irgendwelche materiellen Objekte, die einen beschäftigen, weil man darauf fixiert ist und weil es die einzige Beschäftigung des Geistes ist, die augenscheinlich ‚Sinn macht‘. Denn mein Geist hat durch Gesellschaft, Kultur und durch das System gelernt, dass das einzige, was Bestand hat, eben materieller Struktur ist. Das kann man anfassen und somit be’greifen‘, verstehen, zuordnen, definieren usw.. Gewissermaßen die einzige verbliebene Antwort des modernen Menschen auf die Fragen dieser Welt.

Immer wieder zwischendurch habe ich von draussen ein lautes Knallen gehört. In diesem Moment gerade auch. Zwei Mal knallen. Bei den ersten Knallgeräuschen, ca. vor 1-2 Stunden, war ich noch gedanklich ziemlich naiv unterwegs und dachte insgeheim, es könnten irgendwelche Kids sein, die vielleicht alte Böller, die von Sylvester überig waren, anzünden. Doch das Knallen ging weiter, bis zuletzt eben gerade.

Natürlich sind es keine Kids. Es sind Jäger, die Wild erlegen.
Es handelt sich dabei um eine Perversität unserer Zivilisation und ist stellvertretend für unser Unverständnis und unsere Arroganz der Natur und somit unseren Mitgeschöpfen gegenüber. Es bedeutet auch, dass wir unserer Verantwortung, die wir unzweifelhaft durch die Entwicklung unserer Technik und die damit einhergehende Macht, sowohl nicht würdig sind, als auch nicht in der Lage sind, diese in angemessener Weise zu übernehmen, geschweige denn zu verstehen oder gar sinnvoll umzusetzen.
Symtombehandlung. Wie bei fast allen Aspekten unserer Entscheidungen und den Handlungen, die daraus resultieren, haben wir es hier mit der allseits präsenten Symptombehandlung und somit dem Fokus auf die Oberflächlichkeit zu tun. Ob Krankheiten oder Beschwerden, der Medizin oder Umweltzerstörung und zahlreichen anderen Themen. Wir haben uns auf die Symptombehandlung beschränkt. Ist es das ‚Wie?‘ und nicht das ‚Warum‘? Vielleicht, weil wir schlicht unfähig sind, die Ursachen zu ermitteln oder zu erkennen. Vielleicht, weil wir zu bequem sind, die Ursachen zu beheben. Vielleicht, weil wir zu gierig und geizig sind, die Ursachen zu beheben. Denn, um die Ursache in diesem Zusammenhang zu beheben, würde es eine Menge Geld kosten. Oder vielleicht, weil wir einfach zu dumm sind, die Ursachen festzustellen, geschweige denn entsprechende nachhaltige Lösungen zu formulieren und umzusetzen?
Es wird eine Menge Gründe haben, weshalb wir die Ursachen nicht angehen oder erkennen (können). Fakt ist, dass wir es nicht tun. Und das ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch geistig ein Armutszeugnis. Es zeugt von unserem armseligen und dürftigen Gesamtverständnis der Dinge in dieser Welt.
Ich habe das Gefühl, dass dieser Beitrag insgesamt länger werden könnte. Daher kann ich auch etwas ausholen und von meiner ersten, etwas tiefer gehenden Erfahrung im Zusammenhang mit der Jagd und einem Jäger berichten. Es ist nicht schön, doch es hat mein Verständnis und meine tiefgründige Abscheu gegenüber allem, was mit der Jagd und vorallem Jägern zu tun hat, maßgeblich geprägt bzw. hervorgebracht.
Ich lernte einen Jäger bei der Arbeit im Handwerk kennen. Es gab dort einen Kollegen, der ‚in seiner Freizeit‘ Jäger war. Allein die Verbindung ‚Freizeit‘ und ‚Jäger‘ kann unter Umständen bereits einen Widerspruch, Argwohn und Zweifel hervorrufen.
Eine gewisse Zeit musste ich mit diesem Kollegen zusammen arbeiten und in Folge dessen kamen wir natürlich auch ins Gespräch, wobei er mir von seinem ‚Hobby‘ berichtete. Er berichtete mir eben, dass er ‚in seiner Freizeit‘ Jäger sei und zusammen mit ein paar anderen ‚Hobby-Jägern‘ (Freunden/Kumpel/Kumpane) ein Waldstück gepachtet habe.
Da diese Erfahrung bereits min. 18 Jahre her ist, weiß ich nicht mehr genau, welchen Zeitraum er angegeben hatte, für den Intervall, in dem er und seine ‚Hobby-Jäger‘ in dieses Waldstück einkehrten, ‚um den Bestand zu regulieren‘. Angesichts dieser Aussagen, stellt sich mir die Frage, welche Art Motivation dahinter steckt, ein Waldstück zu pachten, um darin anschließend jagen zu gehen? Liegt der Schwerpunkt dieser Motivation vielleicht oder gar in der Handlung als solches, also dem Töten von Tieren? Mein Gedanke oder meine Vermutung wurde durch seine nächste Geschichte gestützt. Was jetzt folgt, hat mich stark in der Einsicht geprägt, dass es diesen Trieb in uns Menschen gibt. Einerseits nährt sich dieser Trieb aus dem Ur-Drang zu töten und sogar Lust dabei zu empfinden. Andererseits aus dem Unvermögen, über die eigene beschränkte Welt hinaus zu denken bzw. sich empathisch und reflektiv innerhalb dieser Welt zu bewegen, sie mit Verständnis und Gefühl zu erfassen und zu verstehen.
Er lebte wohl eher ländlich, in einem Haus mit Hof.
Er berichtete, dass sich eines Tages eine Katze auf seinem Hof einfand und sich anschickte, sich dort niederzulassen. Er sagte, er möge Katzen zwar nicht, aber da seine Tochter, sie mag ca. 10 Jahre alt gewesen sein, sich über die Katze gefreut habe, habe er die Katze gewähren lassen. Etwas später dann, ich werde niemals diesen eiskalten, gefühlstoten Tonfall vergessen, mit der er das nachfolgende beschrieb, habe diese Katze ‚doch tatsächlich Junge bekommen‘. Es schien ihm völlig unverständlich und der Tonfall ließ keinen Zweifel offen, dass er die Niederkunft der Katze mit völliger Bestürzung, Unverständnis, ja, fast schon als Beleidigung, Provokation oder als Herausforderung an seine Lust zu töten aufgefasst hatte. Es war für mich, der sich diese, in ihrer Art der Darbietung offensichtlich eiskalten, widerwärtigen Ausführung anhören musste, eine Qual und es beschäftigt mich bis heute, wie ein Mensch ohne Gefühl und Empathie sein kann.
Seine Tochter habe die kleinen Kätzchen, die diese Katze ‚gewagt hatte‘, auf seinem Hof zur Welt zu bringen, schnell lieb gewonnen. Das alles gefiel ihm überhaupt nicht. O-Ton: ‚Da kommt die doch mit einer Hand voll Junge um die Ecke!!‘. Es war klar, er hatte nur ein Ziel: Dieses Kätzchen los zu werden, so schnell wie möglich und koste es, was es wolle. Ich habe bis heute, also nach min. 18 Jahren, nicht verstanden, weshalb dieser Mann derart tickte. Und ich bin mir nicht sicher, ob er es selbst wusste…
Eines Abends habe er dann ‚allen Kätzchen den Hals umgedreht‘, wie er mir mit dieser gnadenlosen Art berichtete. Und auch dabei, war in seiner Stimme, seinem Verhalten, im Zuge seines ‚Berichtes‘ und seiner Auffassung dieser Ereignisse gegenüber keine auch noch so winzige Spur eines Zweifels, der Reue, des Mitgefühls oder sonstwie in irgendeiner Form emotionale Berührung zu vermerken.
Es war für mich, der zumindest versucht, emotional und empathisch zu handeln und zu verstehen, ein absolutes Gräuel. Es war nicht nur kaum, sondern nicht auszuhalten. Es beschäftigt mich bis heute. Aber seine Geschichte geht doch noch etwas weiter. Denn er berichtete, dass seine Tochter am kommenden Tag und in der folgenden Zeit völlig aufgelöst und traurig gewesen sei, weil die Kätzchen bzw. die Katzen nicht mehr da waren. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich meine, er hatte der Katze, also der Mutter, ebenfalls den Hals umgedreht. Ach, apropos, er beschrieb auch noch, wie das geht und dass man ‚es so mache‘. Doch das schlimmste war die Art, wie er das beschrieb. Aber darüber, wie ich es empfunden habe, habe ich ja bereits etliche Zeilen verfasst.
Also, wenn man das zusammenfasst. Der Mann lebt mit seiner Familie auf einem Hof. Dort findet sich eine Katze ein, die wenig später Junge zur Welt bringt. Seine Tochter ist völlig begeistert und liebt diese Tiere. Er dreht allen den Hals um (und bricht womöglich seiner Tochter somit das Herz).
Es ist anzunehmen, dass die Katze seinen Hof aufgesucht hat, weil(!) sie trächtig war und vielleicht einen sicheren Ort suchte, um die Junge zur Welt zu bringen. Kann sein, muss aber nicht. Aber abwegig ist der Gedanke nicht. Und dieser Mann hat, obgleich seine Tochter diese Tiere liebt, nicht besseres zu tun, als diesen Tieren, die Zuflucht und Schutz bzw. Sicherheit gesucht haben, den Hals umzudrehen. Wer da an das Gleichnis von Bethlehem denkt, geht wohl, zumindest tendenziell in die richtige Richtung.
Nachdem er mir das erzählte und es mich innerlich anwiderte, horchte ich in mich. Es war für mich ganz klar, dass dieser Mann ein eiskalter Killer war.
Wo liegt die Grenze, ob ich Tiere mit Null Empathie (Null wie 0 oder Nada oder nothing oder Vakuum) behandle und töte oder auch gleich einen Menschen? Sie glauben das nicht? Sie denken, auch bei solchen Menschen gibt es noch diese Artgrenze in dem Sinne, dass doch zumindest diese Schwelle zwischen Mensch und Tier gesetzt wird?
Dann berichte ich mal weiter. Wenig später, ich hatte ein paar Tage oder Wochen mit ihm gearbeitet, ging der folgende Fall durch die Presse. Man habe einen Triebtäter gefasst oder gesucht, der Mädchen sexuell mißbraucht haben soll.
Mein ‚Kollege‘ sagte daraufhin, dass wenn jemand seine Tochter anfassen würde, würde er diesen Typen auf seine Weise erledigen.
Es war wiederum kein Zweifel in seiner Stimme zu vernehmen. Dieser Mann war ganz eindeutig ein Killer ohne Emotion und Gnade. Es wunderte mich, dass er bis dato noch nicht im Knast war und bereits jemanden um die Ecke gebracht hatte.
Nachdem ich diese für mich unsägliche Geschichte ausgeführt habe, wird vielleicht deutlich, welche Bedenken ich der Jagd und Jägern gegenüber habe. Es ist diese Lust auf Töten, die zumindest potentiell bei allen Jägern mitschwingt. Oder zumindest der Verdacht darf erlaubt sein, dass es bei manchen dieser ‚Kollegen‘ vorhanden ist.
Wenn denn keine Lust eine Rolle spielt, bei der Tätigkeit eines Jägers, was dann? Die Pflicht? Wäre es dann erlaubt anzunehmen, dass Jäger an sich nicht gerne töten? Und wenn dem so ist, wieso habe ich noch nie die Aussage eines Jägers dahingehend gehört, dass dieser nur seine Pflicht tut und eigentlich diese Tiere nicht schießen möchte? Dass es ihm deshalb leid um diese Tiere tut und er es deshalb lieber nicht täte? Dass er Mitgefühl für diese Kreaturen empfindet?
Das habe ich so noch nie gehört. Im Gegenteil, diese Leute sind stolz auf ihre Tätigkeit und pflegen und hegen Traditionen. Keine Spur der Reue oder gar des schlechten Gewissens. Wie kann man das erklären? Vielleicht weil man es ihnen eingeredet hat, dass Tiere eben keine Menschen und deshalb ‚minderwertig sind‘? Brauchen wir deshalb diese Unterschiede? Dass der Mensch ‚etwas besseres ist‘?
Es ist klar, worauf ich hinaus will. Jedes(!) Leben ist sinnvoll und von Bedeutung. Demzufolge muss auch der Akt des Tötens dem ethischen Anspruch genügen, dass es insofern sinnvoll ist, dass es dem Leben dienlich ist, wenn denn überhaupt getötet werden muss.
Aus reiner Lust zu töten darf nicht toleriert und muss geächtet und bestraft werden.
Aus reiner Macht, Überheblichkeit oder Überfluss zu töten, darf ebenfalls nicht toleriert und muss geächtet und bestraft werden.
Aus reiner Gier und Bereicherung zu töten, darf ebenfalls nicht toleriert und muss geächtet und bestraft werden.
Aus reiner Torheit zu töten, darf ebenfalls nicht toleriert und muss geächtet und bestraft werden.
Und zwar so lange, bis das maximal ethisch denk- und vertretbare in Fleisch und Blut der menschlichen Spezies übergegangen ist.
Es ist auch klar, dass es keinen nennenswerten Unterschied zwischen Mensch und Tier gibt. Es gibt keine ‚Lebewesen zweiter Klasse‘. Dies sollte selbst und gerade Materialisten und innerhalb der Naturwissenschaft klar sein. Denn rein biologisch gibt es keinen Unterschied, der in mir den Gedanken aufkommen lassen könnte, dass eine Art ‚besser oder lebenswerter‘ sei als eine andere.
Wir sind nicht die Krone der Schöpfung. Ja, wir sind nicht mal besser als andere Lebewesen. Kaum zu glauben, aber wahr. Und genau deshalb haben wir nicht darüber zu befinden, wer oder was getötet werden darf.
Die einzige Barriere und Gretchenfrage, die bleibt, ist die des Überlebens. Der einzige Grund, weshalb es uns ethisch vertrebar bleibt ist der, das nackte Überleben zu sichern. Insofern wäre es zum Beispiel ethisch legitim, ein Tier zu töten, wenn dadurch etwa das Verhungern abgewendet werden könnte. Doch das kann ich bei diesem Akt der Jagd in unseren Gefilden nicht feststellen. Es beruht darauf, dass wir in der Vergangenheit durch unsere Zerstörungs- und Ausbreitungswut und somit Gedankenlosigkeit den Lebensraum unserer Mitgeschöpfe dezimiert haben. Klingt einfach und ist es auch. Lösungen und Ursachen können manchmal sehr einfach sein.
Das einzige, was zählt, ist das Leben. Und zum Leben gehören wir alle. Alle Lebensformen auf diesem Planeten.
Ich sprach weiter oben von Symptombehandlung. Ja, Jäger behandeln das Symptom, dass es Wild gibt, welches deshalb reduziert werden muss, weil es keine entsprechenden Beutegreifer mehr gibt. Weshalb gibt es die nicht? Weil wir sie ausgerottet haben. Was wäre also eine geistig folgerichtige Transferarbeit, um eine angemessene und ethisch und formal logisch korrekte Lösung für alle Lebensformen zu finden? Etwa, weil wir deren Lebensraum vernichtet haben, die überschüssigen Lebewesen regelmäßig abzumetzeln ODER Lebensräume zu schaffen und wieder herzustellen? Entscheiden Sie selbst.


Phänomen Außerkörperliche Erfahrung: Als ich nicht mehr atmen konnte.

In einem Zustand zwischen Tiefschlaf und Aufwachen liege ich früh morgens auf dem Rücken im Bett. Es muss so etwa vor 4 Jahren gewesen sein. Mein Kopf war leicht nach hinten geneigt, weil das schmale Kissen genau unter meinem Nacken lag. Plötzlich vernahm ich ein lautes Schnalzen, das durch den Raum ging und was dadurch zustande kam, dass meine Zunge in meinen Rachen gerutscht war. Ich habe wohl geschnarcht und in dieser Position kann es wohl passieren, dass die Zunge und das ganze Gebilde, wo die Zunge angebracht ist, gen Rachen und Atemöffnung rutscht und dieses somit völlig verschließt. Ich bekam also keine Luft mehr und konnte nicht mehr atmen. Im Halbschlaf bekam ich dies mit. Meine Atmung stand still.
In diesem Moment, hatte ich einerseits das Gefühl und das Bewußtsein, dass ich nicht alleine war. Ich fühlte mich wie ein Kind unter Kindern. Um mich herum waren andere, die, wie ich, wie Kinder, in diesem Sinne frei, losgelöst und ohne Verbindung zum Körper, dieser Szenerie beiwohnten. Ich befand mich gewissermaßen unter ihnen. Aber es war nicht so, dass alle Anwesenden wegen dieser Vorfalls da waren, sondern sie und ich waren ’sowieso da‘. Das Ereignis mit der Zunge erfolgte einfach so, wie zufällig, und hatte mit der Gesellschaft ursprünglich nichts zu tun.
Andererseits nahm ich meinen Körper wahr, der da auf dem Bett lag neben meiner Frau. Er kam mir vor, wie ein Haufen Fleisch, bloße Materie und nun ‚ohne Geist‘ oder ‚ohne mich‘, fast wie eine Maschine.
Weiterhin hatte ich das Gefühl, dass die Zeit still stand. Als ob, mit einem Schnapp oder diesem Geräusch des Schnalzens meiner Zunge, die Zeit eingefroren war.
Ich sagte oder dachte und scherzte ‚zu den anderen‘, ‚dass es nicht schlimm sei, wenn ich keine Luft mehr bekomme. Man könne ja einen Luftröhrenschnitt machen, woraufhin ich dadurch wieder Luft bekäme.‘
So absurd es klingt, doch das waren meine Gedanken in diesem Moment. Ich scherzte, anscheinend zu mir selbst und zu den mich umgebenden ‚anderen Kindern‘. Die Situation war für mich eher locker und komisch als ernst.
Es kam mir vor, als hätte ich auch nicht mehr zurück gehen brauchen und alles wäre irgendwie weiter gegangen.
Mit einem Unterschied: Ich wäre in dieser Welt nicht mehr vorhanden gewesen. Meine Frau, die neben mir lag, wäre allein gewesen und die gesamte Situation, alles, was mich und meine Position in dieser Welt betrifft, mein Einfluss auf andere, alle, die mit mir in Verbindung standen, hätten sich ändern müssen bzw. es hätte deren Leben beeinflusst. Weil ich eben nun weg gewesen wäre.
Plötzlich kam es mir so vor, als hätte mich eines ‚der anderen Kinder‘ in ‚meinen Körper geschubst‘, weil ich die Ernsthaftigkeit dieser Situation nicht erkannt hatte. Es ist nur ein Gefühl, aber es kam mir vor, als sei ‚jemand dort gewesen‘, um mich wieder ‚in meinen Körper zu schubsen‘. Es war wie ein Stoß. Und plötzlich war ich hellwach und richtete mich unvermittelt auf. Durch das Aufrichten und die Anspannung meiner Muskeln innerhalb des Zungenkomplexes, löste sich die Atmung wieder.
Ich hielt kurz inne, um die Lage zu sondieren und meine Vitalfunktionen kurz zu prüfen. Da ich während der beschriebenen Situation keinerlei Zeitgefühl hatte, hätte ich schließlich bereits eine recht lange Zeit in dieser Lage und ohne zu atmen verbracht haben können. Ich hatte diesbezüglich kein Gefühl dafür. Doch mein Herz schlug ganz ruhig und ich musste nicht schnell atmen, um Sauerstoff ’nachzuholen‘. Ich konnte also nicht sehr lange mit stehender Atmung gelegen haben. Ich ging ins Badezimmer und schaute in den Spiegel, um zu sehen, ob ich vielleicht bereits blaue Lippen hätte. Doch dies war auch nicht so. Ich sah völlig normal und gesund aus. Es hatte also nicht sehr lange, vielleicht etliche Sekunden gedauert.
Das alles war sehr seltsam für mich. Es gab mir das Gefühl, dass es wichtig ist, dass man überhaupt in dieser Welt ist. Wenn ich ‚weg geblieben wäre‘, hätte sich sehr viel verändert, hauptsächlich jedoch die Situationen der vielen Menschen, die mit mir in Verbindung stehen. Mir wurde klar, dass jeder einzelne von uns einen spezifischen Raum ausfüllt, mit unzähligen Verbindungen zu anderen Menschen, der uns in seiner Fülle, Auswirkung und Einfluss eigentlich in keinster Weise bewusst ist!
Jeder hat deshalb eine immense Verantwortung, vorallem wegen des Gesamtbildes und der vielen anderen Menschen, mit denen wir in Verbindung stehen. Deshalb ist es wichtig, dass es uns überhaupt gibt!
Wir sind hier, weil wir hier sind und das hat einen speziellen Grund und eine spezielle (Aus)Wirkung!
Diese Dringlich- und Wichtigkeit wurde mir nach diesem Erlebnis bewußt und ich bekam ein schlechtes Gewissen, weil ich mir dieser Wichtigkeit in dieser Situation nicht bewußt war und ich auch noch, auch wenn es nur gedanklich/geistig war, darüber gescherzt hatte. Ich hatte es auf die leichte Schulter genommen und die Brisanz nicht erkannt und somit mit dem Schicksal oder dem weiteren Lebensweg der mit mir in Verbindung stehenden Menschen, allen voran meiner Frau, gespielt. Das machte mich nun nachdenklich, auch etwas traurig und bestürzt.
Jeder von uns hat eine extreme Verantwortung für andere! Das ist das wichtigste überhaupt! Jeder von uns ist sich nicht (jederzeit) bewußt, welche Lücke er bei vielen mit ihm in Verbindung stehenden Menschen hinterlassen würde, wenn er plötzlich nicht mehr da wäre oder sterben würde.

Es geht deshalb in dieser Welt der Menschen weniger um die eigene Person, als viel mehr um die Verbindungen, die Einflüsse, der Austausch und um das gesamte Netz, das eine Person ausmacht. Jeder von uns erfüllt eine ganz spezifische Aufgabe und füllt einen (für die Menschen in unserem Kreis) extrem wichtigen Platz, der durch sonst niemanden ersetzt werden kann, als durch uns! In diesem Sinne ist auch das Individuum oder die Persona als solches extrem wichtig.
Doch sehr viel wichtiger ist, DASS man hier ist!

Einige Feststellungen über die groteske Ambivalenz der Existenz in der westlichen Welt.

Was ist das Leben und was macht es aus?
Bereits beim Versuch, auf diese einfache Fragestellung eine Antwort zu finden, stößt man augenscheinlich an gewisse Grenzen. Es ist der ewige Zwiespalt zwischen Außen und Innen, zwischen Subjekt und Objekt. Und doch kommen beide überein und bilden, quasi wie auf einer Bühne oder einem Spielplatz, die Welt, in der wir uns bewegen. Ganz natürlich und von ganz allein.
Der Erforschung der Objekte hat sich die Wissenschaft verschrieben. Sie verlangt eine objektiv erfassbare und beschreibbare Welt. Modelle und Funktionen, nach denen unsere Welt im wahrsten Sinne überall und nach dem gleichen Muster ‚funktioniert‘. Heraus kommen Theorien, die quasi nie fertig, sondern nur so lange gültig sind, bis sie falsifiziert werden.
Doch die Wissenschaft ist für das Verlangen und das Bedürfnis des Subjektes insofern zweck- oder nutzlos, da sie einzig Antworten finden kann, die die Oberfläche, also die Objekte, betreffen. Sie entzieht sich einem moralisch- ethischen Anspruch, formuliert dies erst gar nicht und/oder läuft diesem sogar konträr. Rückschlüsse aus den Erkenntnissen der Wissenschaft sind, auf den Menschen oder auf uns Lebewesen bezogen, meist lebensfern, lebensfeindlich und/oder nicht umsetzbar. Angesichts der Grundlage der Erkenntnisse, eben die der Beschreibung der Objekte, wundert dies geradezu nicht.
Der Mensch und die vielen anderen Lebensformen auf diesem Planeten, sind und verstehen sich eben nicht als Objekte.
Im Gegensatz zur unbelebten Materie, haben sie eine subjektive Empfindung, ein subjektives Selbstverständnis, oder auch zumindest ein selbst reflektiertes Sein. Sie sind die Vertreter des Lebens, welches sich bewegt, berührt, fühlt, lernt, sich austauscht und (inter)agiert innerhalb dieser Welt.
So mag man denken, dass wenn die Wissenschaft schon keine Antwort bieten kann, die uns Menschen genügt und uns, d.h. unser Innerstes, ausreichend befriedigen kann, so dass unser Geist im tiefsten Sinne genährt ist. Wer oder was vermag es dann?
Doch auch wer einen Blick in die makroskopische Welt der Menschen wirft, um vielleicht dort eine Systematik oder einen Kern dessen zu erkennen, was uns ausmacht und was das Wesen des subjektiven Lebens als solches sein könnte, wird sehr bald feststellen, dass sich alles derart verhält, als ob unsere Welt eine Welt der Zusammenkunft von zahllosen Individuen, losgelöst voneinander, sei. Eine kollektive Struktur oder ein ‚Kitt‘, der Zusammenhalt und ein Verständnis als Spezies mag sich nicht oder kaum erkennen lassen.
Ganz besonders deutlich wird dies, wenn wir die politischen und wirtschaftlichen Strukturen sowie leitende Personen betrachten. In der westlichen Welt mit demokratischen Strukturen scheint Politik und Wirtschaft kaum dividierbar zu sein. Das Bestreben und die Motivation richtet sich anscheinend einerseits danach, Mangel zu begleichen. Dabei mangelt es daran, was im Fokus derer liegt, die einen Mangel empfinden. Der bewußt und offensichtlich wahrgenommene Mangel besteht in der Regel aus materiellen Objekten, sehr selten wird ein geistiger Mangel als solcher wahrgenommen. Andererseits richtet es sich danach, die zum gegebenen Zeitpunkt leitenden Personen mit Einfluss und Privilegien in den jeweiligen Positionen zu halten und zu diesem Zweck Unruhe und Unzufriedenheit zu vermeiden.
Zum Zweck der Begleichung des empfundenen Mangels an materiellen Gütern, ist, im Laufe der Jahrzehnte nach dem letzten Weltkrieg, eine wirtschaftliche Omnipräsenz entstanden, die sich anschickt, nicht nur Objekte in ungeahntem Umfang und Ausmaße herzustellen, sondern zunehmend das geistige Selbstverständnis und das Werteempfinden der Menschen zu unterwandern und in subtiler Form zu substituieren.
Eine typische Redewendung hierzu ist: ‚Ich arbeite, um zu leben und lebe nicht, um zu arbeiten.‘ Diese Aussage scheint sich zunehmend bei vielen Menschen, die die westliche Lebensform inkorporiert und akzeptiert haben, in fataler Weise umzukehren.
Auf diese Weise ist, spätestens in der Zeit nach dem letzten Weltkrieg, eine wirtschaftliche Allmacht entstanden, die als monströs zu bezeichnen ist und die sich nicht mehr kontrollieren läßt, da zudem die politischen Mittel als unabhängiger Faktor und mögliche Kontrollinstanz, erschöpft sind. Dies auch deshalb, weil die Mitglieder des politischen Apparates selbst als Teil des wirtschaftlichen Geschehens zu verstehen sind. Auf diese Weise hat sich ein erschreckender Apparat entwickelt, der sich selbst erhaltend die Grundlage für sich selbst erzeugt und darbietet.
Die Naturwissenschaft, die sich, wie oben erwähnt, auf die Erforschung der Objekte und der objektiv zu erfassenden Erscheinungen zunehmend spezialisiert hat und deren Mitglieder ebenfalls dem sich selbst erhaltenen System untergeordnet und eingegliedert sind, kommt da als Beschaffer für immer neue Dinge, die das Verlangen nach einem immer neu propagierten und definierten Mangel immer wieder neu nährt und hervorruft, in idealer Weise in Frage und gerade recht. Der geistige Anspruch dieser Ausrichtung verkommt somit zu einem reinen Erfüllungsgehilfen, der sich durch seine fest in das System eingegliederten Vertreter und Fürsprecher selbst erhält. Ihre Erkenntnisse der Erforschung der objektiven Welt beantworten und unterstützen geradezu in fataler Weise die gewünschte Auslegung und Gesinnung. Es entstanden Dogmen der Weltsicht. Somit erstaunt es nicht, dass es kaum Kontrollmechanismen für Dinge gibt, die neu erforscht und entwickelt werden und die somit letztlich in die Umwelt entlassen werden. Es wird gemacht, was gemacht werden kann und auch weil man es kann. Eine weitere Hinterfragung wird derart im Keim erstickt, da ansonsten angenommen werden muss, dass das System als solches in Frage gestellt wird. Dies ist im Zuge der sich immer schneller entwickelnden und festigenden Weltsicht in immer größerem Maße unerwünscht. Das System erhält, nährt und fördert sich dadurch nicht nur in materieller Weise selbst, sondern auch immateriell, d.h. geistig. Letztgenanntes ist in besonderer Weise fatal.
Derweil haben sich diese Mechanismen derart verselbständigt, dass der Fortbestand der Spezies als solches zukünftig in Frage gestellt wird.
Es werden immer mehr Dinge, Substanzen und Verbindungen in die Umwelt entlassen, die dort in dieser Form nicht bekannt waren und somit für den sich selbst regulierenden und erhaltenden, biologischen Zyklus vom Kommen, Gehen und der Entwicklung der biologischen Organismen ungeeignet sind. Das, was nicht verbrannt wird, wird in die Welt gekippt. Ohnmächtig ob dieser Entwicklung bleibt dem geistig auf extreme Weise aktiven menschlichen Geschlecht anscheinend nur das Messen und Zusehen des eigenen Untergangs. Viel zu lange haben die ehemals wichtigsten, verbliebenen Gruppen mit möglichem Einfluss versagt. Wenn schon die Naturwissenschaft zu einem geistigen Mündel der Wirtschaft verkommen ist, so hätten zumindest die politischen und die geisteswissenschaftlichen Eliten dieser Entwicklung entgegen wirken müssen.
Die Menschheit, oder besser der menschliche Geist, durch den diese Entwicklung angetrieben worden ist, hat dieser Entwicklung anscheinend zu lange tatenlos zugesehen.
Ich könnte an dieser Stelle noch einige Stunden weiter schreiben. Ich habe zahlreiche Teilaspekte nur angerissen, worüber ich wiederum etliche Anhandlungen verfassen könnte, die in sich vielleicht nicht vollständig sind oder sein können, denn auch meine Auffassungsgabe vor diesem überaus komplexen Hintergrund ist als Einzelindividuum sicherlich begrenzt. Doch nehme ich mir einen gewissen Wahrheitsgehalt bei meinen Ausführungen heraus.
Kehren wir zurück zur anfangs gestellten und mutmaßlich schlicht anmutenden Fragestellung: Was ist das Leben und was macht es aus?
Ich habe herausgestellt und herausgearbeitet, dass das menschliche Leben mehr ist, als Materie und Objekte, die für sich ohne Bedeutung sind. Eine Bedeutung kommt geradezu erst durch das Wirken des menschlichen Geistes zustande. Schaue ich in unseren Hof, sehe ich ein Auto. Das Auto als solches ist nicht etwa durch evolutionäre Prozesse entstanden, was meint, dass die Biologie Anpassungen an sich ändernde biotische und abiotische Bedingungen an biologischen Organismen durch Zufall (Mutation) und Selektionsdruck vornimmt. Dieses Auto ist dafür nicht notwendig. Das Auto kann sich nicht selbst entwickeln, denn es wurde entwickelt. Und selbst wenn es sich selbst entwickeln könnte, wäre der einzige Sinngehalt, es nach geistigen Vorstellungen zu tun, die denen des Erschaffers entsprechen. Nach unserem Verlangen, unseren Bedürfnissen und unserem Verständnis. Somit ist selbst die heute extrem stark angepriesene ’neue Entwicklung‘, das autonome Fahren und die künstliche Intelligenz, letztlich ein Kind unseres Geistes, welches sich das ‚ausgedacht hat‘. Solange das Auto als solches kein echtes eigenständiges Bewußtsein besitzt, wird es nur ein Bauteil sein, ein Ding, das sich bestenfalls nach uns orientiert, da dessen Bedürfnisse auf Maßstab unserer Gedanken und Bedürfnisse beruhen.
Auch wenn es keine echte, allgemein gültige Antwort auf die einfach anmutende Frage nach dem Leben gibt, so habe ich ebenso herausgestellt, dass die Motivation hinter dem, was wir Menschen verstehen und was uns und unser System antreibt, geistiger Natur ist. Der erwähnte, von uns empfundene Mangel, der sich uns als Mangel an Dingen darstellt, ist im Keim jedoch in fundamentaler Weise im eigentlichen Sinne ein geistiger Mangel. Wir unterliegen somit dem gleichen Irrtum, wie bereits die alten Ägypter, die Macht, Wohlstand und Reichtum einer kleinen Elite zukommen ließen, welche der Verführung verfiel, dass diese Privilegien einerseits nach dem Ableben des Körpers beibehalten würden, andererseits, dass diese Macht, der Reichtum und der Wohlstand dem Ableben des eigenen Körpers etwas entgegen setzen könnte oder dies gar aufhalten könnte.

Dieser Gedanke, Wunsch oder Traum scheint die Menschheit seit der frühen Phase der Existenz der Spezies umzutreiben. Ist es gar ein Bug im Geiste?
Wäre es nicht ob der monströsen und beängstigenden Entwicklung rund um das Tun und Handeln, dem ‚Rumoperieren‘ an den Objekten dieser Welt, sehr viel sinnvoller, den menschlichen Geist als den ‚Verursacher‘ der gesamten menschlichen Entwicklung zu erforschen und auf den Grund zu gehen? Wie genau entsteht er und was treibt ihn an?
Wie genau entsteht aus elektrischen Signalen, Aktionspotentialen, Sauerstoffzehrung, der Komplexität des neuronalen Korrelates das menschliche Bewußtsein und wie steht es im Verhältnis und Zusammenhang mit den Gegebenheiten, der Physik, des Raumes an sich?

Phänomen Traum: Wie ich lernte, mir die Schuhe zu schnüren

Mit der Reihe ‚Das Phänomen Traum‘ möchte ich vehement der materialistisch orientierten Auffassung der Hirnforschung entgegentreten, die davon ausgeht, dass Träume im Grunde eine Art Neben- oder Abfallprodukt der Prozesse sind, die während des Schlafes potentiell im Gehirn stattfinden. Es sind nur Indizien, die ich liefern kann. Jedoch weisen diese in eine Richtung, die darauf hindeuten könnte, dass Träume viel mehr sind, als irgendwelche wert- und sinnlosen Geschichten, die sich das Hirn zusammen reimt.

Obgleich es nun mehr als vier Jahrzehnte her ist, erinnere ich mich gut, wie ich einst das Schnüren der Schuhe lernte. Und das quasi über Nacht, einfach so, von einem Tag auf den anderen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich muss ca. 5 oder 6 Jahre alt gewesen sein, als meine Mutter mir immer wieder erfolglos versuchte beizubringen, wie man Schuhe schnürt. Wenn ich zur Schule ging, musste meine Mutter mir in der Früh immer die Schuhe zu schnüren, weil ich es nicht konnte. So oft, dass es mir selbst irgendwann bald peinlich war.

Dann, eines Nachts, träumte ich, wie es geht. Ich sah meine Füße von oben, wie an meinem echten Körper. Da es schon so lange her ist, weiß ich nicht mehr genau, wie der Ablauf in dem Traum genau war. Entweder hat mir jemand die Schuhe zugebunden und es mir auf diese Art gezeigt, oder ich hatte es in diesem Traum selbst gemacht und es dabei gelernt.

Ab dem kommenden Morgen konnte ich meine Schuhe selbst schnüren. Und seitdem ist es so.
Das ist der erste Traum an den ich mich erinnere, mit einem Inhalt, der Auswirkungen auf mein Leben in dieser Realität und innerhalb meines Wach-Bewusstseins hatte.

Entspricht dies der Theorie, dass Träume Deutungen des Gehirns von irgendwelchen Signalen sind, die dadurch zustande kommen, dass sich Synapsen im Schlaf neu verknüpfen und orientieren?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dabei exakt die Trauminhalte herauskommen oder interpretiert werden, die genau diesen Verknüpfungen (Schnüren der Schuhe) entsprechen?

Wir wollen es an dieser Stelle mal ganz genau nehmen. Nach aktuellem Verständnis der Neurowissenschaft.
Das Bewußtsein kommt ‚irgendwie‘ und ‚irgendwo‘ zum gegebenen Zeitpunkt in meinem Gehirn zustande. Quasi immer, wenn ich nicht gerade bewußtlos, narkotisiert oder sonstwas bin.
Lernen kommt ‚irgendwie‘ dadurch zustande, dass sich Neuronen über deren Synapsen miteinander verbinden. Ich habe im letzten Satz ‚irgendwie‘ geschrieben, weil irgendwie nicht exakt bekannt ist, wie genau Informationen abgelegt werden. In welchen Neuronen oder über welche Synapsen wird beispielsweise das Schnüren der Schuhe gespeichert? Müsste es sich nicht bei jedem gleichermaßen im Gehirn darstellen, weil es ja auch das gleiche Lernen bzw. Lerninhalt darstellt?
Wird es binär, als Hexcode oder analog gespeichert?
Wenn man wüsste, in welcher Region, oder welche Neuronen wie verknüpft sind, müsste sich der Lerninhalt ‚Schnüren der Schuhe‘ nicht auch auf andere Menschen übertragen lassen, angenommen, man wäre imstande, dies umzusetzen bzw. zu implementieren? Ließen sich auf diese Weise noch umfangreichere Inhalte übertragen, z.B. die Erinnerung oder der Erlebnisinhalt eines Urlaubes in der Südsee?
Wenn ich wüsste, welche Neuronen mit wievielen Synapsen in welcher Region des Gehirns mit welchen anderen Neuronen verknüpft sind, um den Lerninhalt ‚Schnüren der Schuhe‘ zu kodieren, könnte man diese Information spezifisch auch löschen?
Und wie schaut es mit der Kapazität aus? Könnte man ‚die Bank sprengen‘?
Wieviel Information kann das Gehirn speichern? Angesichts dessen, dass die Anzahl der beteiligten Neuronen begrenzt ist, denn letztlich würde das alles nicht mehr ‚in den Kopf passen‘, müsste doch auch die Kapazität ‚irgendwann‘ begrenzt sein. Man denke an die Inselbegabten. Dieser Mann, der Zeit seines Lebens Bücher gelesen hat und sich an jedes Buch, jede Seite und jede Zeile erinnern kann. Er kann auf Nachfrage, jeden Satz auf jedweder Seite rezitieren. Was geschieht, wenn die Kapazität seines Gehirn schlicht erschöpft ist? ‚System overloaded‘?
Aber gehen wir noch weiter zurück zu den Basics, gewissermaßen beginnend bei ‚A‘.
Wir haben einen Organismus eines Menschen. Über Jahrmillionen hat sich durch Mutation und Selektionsdruck, bla bla bla usw. usf. letztlich aus unbelebter Materie das Gehirn entwickelt. Es war halt von Vorteil, dass es einerseits ein Gehirn gibt, andererseits, dass es immer komplexer wurde.
Denn dadurch konnte halt mehr gelernt und gespeichert werden. Wieso sollte Materie, die per se unbeseelt und sinn- bzw. nutzlos bzw. beliebig ist, sich derart organisieren? Wieso verknüpfen sich Synapsen neu oder überhaupt, allein durch das Eintreffen von Bild- und oder Ton-Informationen? Und dann noch derart, dass in Summe dies zu einem Vorteil, d.h. einem mehr oder weniger sinnvollen Verhalten führt? Also, ich gebe Reize auf ein System, welches sich daraufhin derart ‚konfiguriert‘, dass dies zu einem vorteilhaften äußeren Verhalten führt. Einfach so und von allein?
Beispiel: Weglaufen, wenn ein Löwe kommt. Angenommen, wir sind am Anfang der gesamten Erkenntniskette und es ist das erste Mal, dass ein Mensch auf einen Löwen stößt. Irgendwann muss es ja schließlich so gewesen sein. Der erste Mensch mit dieser Begegnung wird wohl gefressen worden sein, denn er hatte ja keinerlei Erfahrungen und somit Informationen dieser Art in seinem Gehirn ‚gespeichert‘.
(Wieso wollen Gehirnzellen überhaupt überleben?)
Aber gut. Es geht weiter. Viele viele Male wird ein Mensch aufgrund seiner nicht vorhandenen Informationen aufgrund eines Angriffes eines Löwen (woher ‚weiß‘ der Löwe in dieser frühen Anfangsphase überhaupt, dass ein Mensch Nahrung darstellt und/oder lohnt gejagt zu werden?) aufgefressen. Bis der Tag kommt, da andere Mitglieder des Stammes dies beobachten. Das bedeutet aus Sicht der Naturwissenschaft, sie sehen und/oder riechen es, d.h. sie nehmen Bild- und Geruchsinformationen wahr. Das könnte diese Informationen im Gehirn, wie und wo auch immer, ‚hinterlegen‘. Wieso ist das eigentlich etwas schlimmes oder negatives? Wie findet die Beurteilung statt? Woher weiß das Gehirn, dass es etwas ’nicht so gutes ist‘? Will das Gehirn etwa ‚überleben‘ und warum? Ein System, das aus einer Ursuppe, völlig rational und auf Basis der Chemie und Physik entstanden ist, interpretiert etwas als ’nicht so gut‘ und warum?

Aber lassen wir all diese ketzerischen Fragen, die zu nichts führen…

Phänomen Nahtoderlebnis: Nur eine Illusion des Gehirns?

Nachfolgend meine Antwort innerhalb eines Kommentares auf youtube auf die o.g. Frage.

Ja, das ist die große und berechtigte Frage. Doch, bei allen (vermeintlichen) Fortschritten, die die Neurowissenschaft gemacht hat, darf man nicht unberücksichtigt lassen, dass das Phänomen, oder besser das Faktum Bewusstsein, die Subjektivität, völlig unverstanden ist.
Es ist das größte Mysterium, das wir kennen.
Es kommt ja nicht nur darauf an, festzustellen, wo Bewusstsein im Hirn entstehen mag. Das meint, die Sauerstoffzehrung und/oder elektrischen Signale, die heute mit bildgebenden Verfahren aufgezeichnet werden. Denn selbst, wenn dies nun sichtbar wäre, stellt sich doch weiterhin die Frage, wie aus Elektrizität oder Aktivität sowas wie das Bewusstsein, das Empfinden, die Subjektivität oder gar ein Erlebnisinhalt wie eine Nahtodeserfahrung hervorgehen kann?
Deshalb bin ich der Meinung, dass diese bildgebenden Verfahren im Grunde garnichts (er)klären, denn das eigentliche Mysterium bleibt weiterhin ungeklärt. Das bildhaft abzubilden, stellen wir uns vor, es seien tatsächlich die Aktivitäten im Hirn, die zu einem Nahtodeserlebnis führen, bleibt vor diesem Hintergrund weiterhin ohne Aussage oder Bedeutung.
Selbst, wenn man sich mit der dürftigen Aussage zufrieden gibt, dass Erlebnisinhalte in Todesnähe ‚irgendwie durch Neuronenaktivität‘ zustande kommen mögen, bleibt immer noch die Frage nach den Inhalten.
Zunächst steht doch die Frage im Raum, wieso das Hirn seine letzten (Energie)Reserven verbrät zur Bildung eines solchen ‚Films‘ oder Illusion, anstatt einfach die Lichter auszuschalten, um Energie zu sparen?
In diesem Moment oder Zeitraum, da der Körper stirbt bzw. die wichtigsten Grundfunktionen zum Erliegen kommen (Kreislaufkollaps, Herzstillstand, Blutdruckabfall, usw. usf.), herrscht nicht etwa ob dieser zutiefst bedrohlichen, erschütternden und beängstigenden Situation völliges Chaos ‚im Kopf‘. Nein, es wird eine ‚Art Film generiert‘, der sehr stringent orchestriert sehr sinnvolle und tiefgründige Inhalte darbietet, in dem sich das Bewusstsein in aller Ruhe in Friede und Freude und Harmonie wähnt, während gleichzeitig die Existenzgrundlage förmlich und spürbar (ein System nach dem anderen schaltet ab bzw. es kommen keine Signale mehr aus den Extremitäten usw. usf.) zunehmend und drastisch schwindet, sprich abschaltet.
Etwas, das derart organisiert funktioniert, in einer derart aussichtslosen Situation, mit Aussicht auf die finale Auslöschung der eigenen Existenz, verlangt nach Struktur, denn wie sollte sonst etwas derartig strukturiertes wie dieser ‚finale Film‘ in einer solchen Lage möglich sein? Also, Neuronenstrukturen für diese letzten Filmchen im Hirn?
Doch, wo sind diese Strukturen im Gehirn und vorallem: Wie und Wieso sind sie entstanden? Gibt es einen Vorteil in der Evolution, der diese Strukturen im Hirn hat bilden lassen? Oder sind diese Strukturen völlig sinnfrei als Zufall in der Evolution entstanden? Nahtodeserfahrungen als sinnfreie und zufällige Mutationen im Hirn?
Und selbst, wenn man genetische Hintergründe ausschließt. Denn, so lehrt uns die Neurowissenschaft, bilden sich die ‚Autobahnen‘, also die Verbindungen der Synapsen im Gehirn, durch individuelle(!) Erfahrungen, Erlerntem, Erlebnisse und Gewohnheiten eines lebenden Organismus innerhalb und im Austausch mit seiner Umwelt.
Gerade deshalb ist die ’strukturelle Konfiguration‘ des Gehirns eines eineiigen Zwillings nicht die Selbe wie das des anderen Zwillings, der genetischen identisch ist.
Wie kann es da sein, da das Gehirn derart dynamisch und unterschiedlich zu anderen Gehirnen ist, sogar bei genetisch identischen Lebewesen, dass ‚der Film Nahtodeserfahrung‘ sich bei den meisten Menschen, die ein solches Erlebnis berichten, von der inhaltlichen Struktur oder Muster her nahezu gleicht?
Wieso behandeln die Inhalte stets tiefgründige, philosophische Inhalte, die die Grundfeste der Existenz berühren?
Wieso erlebt man beispielsweise nicht Sex mit der Traumfrau/mann oder das Essen einer riesigen Pizza oder solche Sachen? Oder ‚Sackhüpfen am Hauptbahnhof mit einer Banane auf dem Kopf‘, also sinnfreie Erlebnisse?
Und wenn andere Entitäten ‚auftreten‘ bzw. erfahren werden: Wieso sind das fast immer bereits verstorbene Verwandte oder Bekannte? Oder zumindest unbekannte Wesen? Denken wir uns in diesem Moment: ‚Ach, Onkel Klaus kann in diesem finalen Film nun nicht erscheinen, denn der lebt ja noch?‘ Klingt doch sehr absurd, finde ich.
Also, die Inhalte sollten sich in einem rein materialistisch gedachten Erklärungsansatz genauso gut erklären und herleiten lassen, wie die Ursachen. Es bleiben also, auch nach vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die unzweifelhaft Einzug gehalten haben, sehr viele Fragen, die unbeantwortet, wenn nicht unverstanden sind. Ich habe das Gefühl, je mehr man meint gefunden zu haben, desto mehr Fragen tun sich auf. Da bleibt schon letztlich zumindest das Gefühl zurück, ob das alles wirklich auf das reine Stoffgeschehen und Hirnprozesse oder so etwas zurück zu führen ist, oder ob es wirklich mehr dahinter gibt, was wir nur nicht verstehen, erfassen, definieren oder erklären können?
Wenn man genau dahinter schaut und hinterfragt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass doch mehr dahinter ist, tatsächlich sehr groß.

Am Strand

… lockt uns der Mondschein
bei tiefschwarzer Nacht,
hinaus an den Strand;
lockt uns das Gewimmer
der brechenden Wellen,
hinaus in das Getümmel
der wütenden Wogen.
Halt mich fest,
du wunderbarer Engel;
halt mich fest,
und knüpf mich an dich,
du schneeweißes Mondkind mein!
Und folgt uns ein Troß der Sternenschar;
bringt uns Heimat,
uns abtrünnigen Kindern,
so lobt uns der Herr,
und streut etwas Licht
in unsere Herzen.
Und folgt uns der Mond,
mit silbrig glänzendem Licht,
alsbald wie eine Spange
in deinem wehenden Haar,
so sei der Atem der Nacht
der Geist der uns umgebenden Pracht.
Nun waten wir im Strandsand voran,
mit der Hast der schwelgenden Zeit,
und dem Ziel, das niemals gesteckt;
wird von uns der frohlockende Ruf
der gleißenden Nacht geweckt.

(1994 – Im Gedanken eine Art Fantasie, im Herzen zeitlose Realität)