Corona und die Deutschen. Teil 3: Ein Eldorado für Unmenschen und der Hass der Spießbürger

Keine Frage, es gab sie schon vor der Corona-Krise. Menschen, die eine Abneigung gegen alles und jeden haben. Während zuvor bereits Raucher und Haustiere ins Visier dieser Unmenschen gerieten, was von den Boulevard-Medien sogar befördert worden ist, und auch vor Kindern nicht zwingend Halt gemacht wurde, bietet die Corona-Krise diesen Leuten nun eine ideale Plattform, um auf alles und jeden los zu gehen.

Wenn den deutschen Spießbürgern einmal Sündenböcke für ihr persönlich empfundenes Unglück oder für ihre permanent und fast schon kollektiv vorhandene Unzufriedenheit präsentiert werden, ist ganz schnell ‚Aus die Maus‘. Das persönliche Unvermögen der Reflektion, der Egoismus, die Ellenbogengesellschaft, die Verzweiflung, die Vereinsamung. Es gibt sicherlich zahllose Gründe für diese Entwicklung. Stehen die Feindbilder einmal fest, sind ehemals formulierte Werte ganz schnell vergessen. Dabei sollte diese ‚ethnische Verhaltensstörung‘ eigentlich aus der Verarbeitung der deutschen Geschichte erkannt und verbessert worden sein. Aber genau das geschah nicht. Es geht um diese Psychose, dass Prinzipien, Bilder und Vorgaben von der deutschen Bevölkerung umgesetzt werden auf ‚Teufel komm raus‘. Ein Beispiel ist die Globalisierung, was gnadenlos, eiskalt und wider der Menschlichkeit und des Mitgefühls umgesetzt wird. Dabei ist es egal, ob bettelnde Menschen in der Fußgängerzone oder der Anteil der mittellosen Menschen zugenommen hat oder dass es nun als Normalität angesehen wird, dass es Menschen gibt, die im Müll nach Pfandflaschen suchen, um sich vom Pfandgeld etwas zu essen kaufen zu können. Es wird schlicht hingenommen. Dem Neo-Liberalismus wird gehuldigt, indem diejenigen, die wider Erwarten in der globalisierten Wirtschaft eine gut bezahlte Stelle bekommen haben, als Vorbild hoch gehalten werden. Dabei wird überdies in Kauf genommen, dass diese gut bezahlten Arbeitnehmer gefühlt das Doppelte leisten müssen, als etwa vor 25 Jahren, was wiederum zu neuartigen Krankheitsbildern wie ‚Burn Out‘ geführt haben dürfte. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht überraschend, dass nicht etwa, wie vielleicht allgemein angenommen, Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen an erster Stelle stehen, wenn man sich die Statistiken ansieht, die priorisierend nach Dauer des Arbeitsausfalls die häufigsten Erkrankungen auflisten, sondern neuronale Erkrankungen. Da kann man sich ja mal fragen, welche Erkrankungen unter diesem Sammelbegriff zu finden sind.

Das Ende des zweiten Weltkrieges hat ein Deutschland hervorgebracht, dass die vielen physischen und unsäglichen Grausamkeiten, die im Zuge der nationalsozialistischen Ideologie stattgefunden haben, durchaus aufgearbeitet und positioniert hat, so dass es sich generell im nationalen Kollektiv niedergeschlagen haben dürfte. Diese Schuld und Last wird, wenn auch manchmal nicht gerade vordergründig, aber dennoch gesehen und, ich sage mal, akzeptiert.
Doch, was wir Deutschen keinesfalls aufgearbeitet haben, ist diese o.g. Psychose, dass ein Prinzip, Vorgaben, Gesetz oder auch nur Meinungsbild, gnadenlos durchgezogen wird, koste es, was es wolle. Auch, wenn Mitmenschen, denen ich auf der Straße begegne darunter leiden.

Nicht zuletzt war gerade diese deutsche ‚Charaktereigenschaft‘ die Basis dafür, dass die wahnwitzigen, grausamen und menschenverachtenden Handlungen im Dritten Reich überhaupt durchgeführt werden konnten. ‚Es wird gemacht, was die Obrigkeit vorgibt und fertig ist‘. Es mag sein, dass dies generell eine menschliche und nicht spezifisch deutsche Eigenschaft ist. Aber durch den preußischen Militärdespotismus ist es den Deutschen sozusagen in die Wiege gelegt worden.

Doch nun zum Thema zurück. In den letzten Wochen, da die Corona-Krise andauert, bin ich nun zwei Mal grob angefeindet worden. Es ist vielleicht nicht einmal die zugrundeliegende Ursache oder das Thema als solches, was mich nachdenklich stimmt und eigentlich schon erzürnt, sondern eher die Art und Weise und der Tonfall, mit der diese ‚Mitmenschen‘ oder, wie ich sie oben bereits bezeichnet habe, ‚Spießbürger‘, zu Felde ziehen. Aber mehr dazu weiter unten.
Die erste Situation ergab sich in einem Supermarkt, oder, wie man heute sagen würde, einem Discounter. Im Gedanken vertieft, war ich hinein gegangen, ohne daran zu denken, einen Einkaufswagen (neudeutsch: ‚Trolly‘) mitzunehmen. Wie viele der Leser in einigen Jahren nicht mehr wissen werden, war dies eine Maßnahme, um den Abstand von min. 1,5m zwischen den Kunden im ‚Supermarkt‘ zumindest prinzipiell zu ermöglichen. Dabei erkannte dies eine Dame, die sich im Eingangsbereich befand, sogleich und raunte mich grob an. Dabei war der Wortlaut in etwa: ‚Sie müssen einen Einkaufswagen nehmen!‘. Aber wesentlicher war der eingesetzte Tonfall.


Der zweite Vorfall ereignete sich gestern. Ich war mit unserem überaus betagten Hund vor unserem Haus auf der Wiese. Unser Hund ist umgerechnet 90 Menschenjahre alt und leidet seit geraumer Zeit an starken Gelenkschmerzen und wird diesbezüglich behandelt. Es führt dazu, dass sie kaum laufen kann. Außerdem und ebenfalls wegen des Alters, kann sie das ‚Wasserlassen‘ nicht mehr gut unter Kontrolle halten, was dazu führt, dass ich mindestens alle zwei Stunden mit ihr runter gehen muss. Da es dabei eben nur darum geht, dass sie eben ‚Pippi machen‘ muss und sie nicht oder kaum Strecken laufen kann, gehe ich eben nur kurz mit ihr runter, so dass sie auf der Wiese eben ihr Pfützchen machen kann. Aber abgesehen von diesen Hintergründen, war diese Situation gegeben, dass unsere Hündin ihr Pfützchen gemacht hatte und ich mich wieder Richtung Hauseingang begeben wollte. Plötzlich rief eine alte Dame, welche auf der anderen Straßenseite stand, herüber, dass ich etwas verloren habe. Ich schaute mich auf dem Boden um, in der Annahme, dass mir vielleicht etwas aus der Tasche gefallen ist. Doch ich konnte nichts sehen und machte derartige Gestiken. Doch in diesem Moment schimmerte es mir bereits im Geiste, dass diese Anspielung sehr wahrscheinlich bösartiger Natur sein könnte. Und das bestätigte sich auch nachfolgend. Denn diese alte Dame, welche locker um die 70 einzuordnen war, legte sogleich nach. Ich hätte ‚am Hund etwas verloren‘. Daraufhin entgegnete ich, dass dort nichts sei. Sie sagte, sie habe gesehen, dass der Hund einen Haufen hinterlassen habe. Das konnte ich verneinen und ich versicherte ihr, dass der Hunde lediglich ein Pfützchen gemacht habe. Dazu kommt ja noch, dass einerseits ein Hund nicht gleichzeitig pinkeln und einen Haufen lassen kann, andererseits habe ich, gewissenhaft wie ich bin, natürlich darauf geachtet und unserem Hund dabei zugesehen, wie sie ihr Pfützchen machte. Nun, derart von einer Passantin einer Sachlage gegenüber gestellt, die garnicht vorhanden war, und die, sofern andere Leute dies verfolgten, einer Denunziation gleich kommt, bin ich, entgegen meiner üblichen Natur, die meist freundlich, defensiv, auf Kompromiss ausgerichtet und oft eher beschwichtigend ist, in den Angriff über gegangen. Alle übrigen, entgegen kommenden und denkbaren Reaktionen meinerseits hätten nämlich dazu geführt, dass es nach einer Rechtfertigung ausgeschaut hätte. Und eine Rechtfertigung kommt üblicherweise einem Schuldbekenntnis gleich. Und wofür sollte ich mich schuldig bekennen? Dass unsere Hündin ein Pfützchen gemacht hat? Dass unsere Hündin alt ist und deshalb alle 2 Stunden raus gehen muss und den Weg bis in den Wald nicht schafft? Auf diese Weise öffentlich in eine Ecke gedrängt, die meiner Gewissenhaftigkeit und Korrektheit unwürdig gewesen wäre, habe ich zu ihr gesagt, dass ich mich frage, was sie meint, wer sie denn sei, dass sie mich bezichtigt, derart schlampig zu sein, dass ich ein Häufchen nicht weg machen würde, wenn dort einer wäre. Dass ich es von ihr extrem arrogant finde, auf diese Weise auf Menschen zu zu gehen. Ich empfand dies als die Ursache ihrer ‚Anmache‘. Denn es ist der zugrunde liegende Gedanke, der erzürnen sollte. Welches Bild habe ich von einem Menschen, von dem ich annehme, dass dieser gelassen und entspannt neben seinem Hund steht, während der Hund ‚die Wiese voll scheißt, ohne dass dies vom Herrchen weg gemacht wird‘? Dazu kommt ja noch, dass, wenn jemand solche Äußerungen von sich gibt, im tiefen Sinne seiner Aktion, damit eigentlich hervorhebt, dass er oder sie selbstverständlich ‚besser oder gewissenhafter‘ ist als derjenige/diejenige, dem ich das an den Kopf werfe. Das ist schon skandalös, arrogant, egoistisch und unverständlich, meiner Meinung nach. Das musste ich als persönlichen Angriff erachten.
Ich habe ihr dann entgegnet, dass ich den Eindruck habe, dass ich wohl sehr viel korrekter sei, als sie es ist. Daraufhin schaute die Dame nur verständnislos und mit aggressivem Blick. Da ich den Eindruck hatte, dass von dieser Frau keinerlei Einlenken zu erwarten ist, habe ich dann noch so richtig in den Angriffsmodus geschaltet, was eigentlich vollkommen entgegen meinem Stil und Wesen ist, und habe sie gefragt, ob sie Langeweile und nicht besseres zu tun habe, als andere Leute zu kontrollieren? Daraufhin ging diese Frau ihres Weges.
Ich kann nur vermuten, dass diese beiden Vorfälle mit der Unzufriedenheit und der Corona-Krise zu tun haben. Aber es fällt auf, dass die Anfeindungen allen anderen Mitmenschen gegenüber zunehmen. Zumindest habe ich in den letzten Jahren nicht so viele Vorfälle mir gegenüber registriert wie gerade in der letzten Zeit.
Dabei ist es nicht einmal die Ursache oder der Grund, der mich beschäftigt und zunehmend reaktiver macht. Es ist der Tonfall, der von Aggression und einer Form der persönlichen Attacke geprägt ist. Diesen Tonfall kannte ich schon vorher. Dabei habe ich mich immer gefragt, was diese Menschen damit bezwecken und was deren ‚Ziel‘ dabei ist? Ob es nun um Hunde geht oder um sonstige Beweggründe. Der Tonfall kommt bei mir derart an, als würden sich diese Personen freuen, wenn man nicht mehr da wäre. Aus ihrem Dunstkreis verschwunden, wenn nicht sogar besser tot. Ich frage mich, was wäre, wenn man eine tödliche medizinische Diagnose hätte. Und man diesen Leuten entgegen würde, dass sie sich schon bald nicht mehr länger mit mir herum plagen müssten, denn sehr bald sei ich tot?
Diese Leute (aka ‚Spießbürger‘) würden dies nicht verstehen, ist meine Auffassung. Denn, und das ist mein falscher Gedanke, bei diesen Spieß- oder Wutbürgern gibt es keinen Hintergedanken oder eine Strategie bei ihren Aktionen oder Anfeindungen. Sie reflektieren nicht, denn ansonsten würden sie dies nicht in dieser Art machen. Sie agieren einfach drauf los und machen sich keine Gedanken. Ansonsten, sofern sie reflektieren würden, würden sie ja vielleicht entdecken, dass ihre Aggressionen den Mitmenschen gegenüber, in einer gewissen Art ferngesteuert sind oder dass deren Grundlage auf andere, äußere und sie betreffende Faktoren zurück zu führen sind. Diese Menschen legen also ‚einfach drauf los‘. Vielleicht fühlen sie sich danach besser. Aber das geschieht auf Kosten derer, die von ihnen denunziert werden. Und das kann man sich nicht gefallen lassen. Und wenn diese Spießbürger schon der Meinung sind, dass sie die Mitmenschen auf irgendetwas, was vielleicht nicht ganz korrekt ist, hinzuweisen haben, dann geht dies auch in einem freundlichen und menschlichen Tonfall und nicht in diesem Tonfall der absoluten persönlichen Zerstörung und Verachtung. Ja, eigentlich vernehme ich auch puren Hass in diesem Tonfall. Und ich frage mich, ob das sein muss? Letztlich ist es doch so. Wir Menschen leben, wenn es gut läuft ca. 75 Jahre auf diesem Planeten. Muss ich es anderen Menschen schwer machen, diese denunzieren, beleidigen und erniedrigen oder sonstwie ‚zu Leibe rücken‘, nur, damit ich mich besser fühle und meinen Frust los bin? Ist es bereits zu viel verlangt, diese geringe Einsicht und Reflektion in der Zeit des Menschenlebens zu verlangen? Was um alles in der Welt machen manche Menschen in ihrer Lebenszeit? Machen sie sich nur Gedanken um sich selbst?




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