Das Phänomen Traum: Ein Dèjá Vu und ein Blick in die Zukunft?

Mit der Reihe ‚Das Phänomen Traum‘ möchte ich vehement der materialistisch orientierten Auffassung der Hirnforschung entgegentreten, die davon ausgeht, dass Träume im Grunde eine Art Neben- oder Abfallprodukt der Prozesse sind, die während des Schlafes potentiell im Gehirn stattfinden. Es sind nur Indizien, die ich liefern kann. Jedoch weisen diese in eine Richtung, die darauf hindeuten könnte, dass Träume viel mehr sind, als irgendwelche wert- und sinnlosen Geschichten, die sich das Hirn zusammen reimt.


Direkt nach meiner Lehre im Handwerk hatte ich noch einige Jahre als Geselle gearbeitet. Es war für mich eine sehr anstrengende und emotional turbulente Zeit. Ich begann, zu meditieren. Nicht, wie man es sich üblicherweise vorstellt, also, im Schneidersitz und ein Mantra wiederholend, sondern indem ich ruhige Musik hörte und mich innerlich fallen ließ. Ich achtete auf meine Träume und lernte, mir diese besser in Erinnerung zu rufen. Gleichzeitig beschäftigte ich mich zunehmend mit grenzwissenschaftlichen Themen. Überwiegend ging es dabei um das UFO-Phänomen. Da ich noch sehr jung war, Anfang Zwanzig, führte es mich zu diesem Thema, weil es eben cool war und ich eine gewisse Affinität dazu hatte.

Eines Tages, ich meine, es war ein Freitag, war ich gegen Feierabend auf einer Baustelle im Begriff, unsere Kabeltrommel zusammen zu rollen. Wie es auf einer Baustelle ist, war nicht nur unsere Firma dort tätig, sondern auch ein paar Elektriker.
Während ich also die Kabeltrommel zusammen rollte, hatte ich plötzlich das untrügliche Gefühl, dass mir die gesamte Situation nicht nur bekannt vorkam, ich wusste, dass ich das bereits erlebt hatte.
Ich dachte dann zu mir: „Jetzt müsste der Elektriker nur noch sagen: Peter, gib mal den Seitenschneider.“
Und es kam, wie ich es vorher gesagt hatte. Tatsächlich rief der Elektriker seinem Kollegen das oben zitierte zu.

Man kann sich vorstellen, dass ich total überrascht und verwundert war.
Ich hielt einen langen Moment lang inne und konnte die Situation nicht fassen.
Jeder hat sicherlich schon eine ähnliche Situation erlebt. Man hört es häufiger: ‚Irgendwie kommt mir die Situation jetzt bekannt vor.‘
Doch hier war es entscheidend anders, denn ich hatte nicht im Nachhinein(!) das Gefühl, dieses Ereignis bereits erlebt zu haben, sondern ich wusste im Voraus(!), was sich ereignen wird. Und dies hatte sich mit dem Ausspruch des Elektrikers sogar bewahrheitet!
Ich war fassungslos und es ließ mich nicht los. Da ich, wie oben beschrieben, zu dieser Zeit eher spirituell unterwegs war, überlegte ich, woher ich diese Information erhalten haben könnte. Wenn ich dies bereits erlebt habe, wo und wie habe ich dies bereits erlebt? Ich kam nach einiger Überlegung zu dem Schluß, dass ich es in einem Traum erlebt haben könnte. Zu dieser Zeit war dies die schlüssigste Erklärung für mich.
Ich wollte dies testen. Also, legte ich mich in einer der kommenden Nächte mit dem Gedanken und dem Willen schlafen, im Traum vorherzusehen, wann meine Großmutter sterben wird. Das klingt an dieser Stelle vielleicht etwas verrückt, respekt- oder pietätlos, aber es kam mir seinerzeit eben so in den Sinn. Ich war noch jung und forsch.

In dieser Nacht träumte ich nun folgendes. Ich befand mich in einem Raum, der vollkommen mit Nebel erfüllt war. Ich konnte fast meine Hand vor Augen nicht sehen. Bis auf den Nebel war anscheinend nichts vorhanden.

Plötzlich nahm ich eine Person wahr, die sich von vorn durch den Nebel auf mich zu bewegte. Diese Person wirkte suspekt auf mich. Es war ein Mann, der einen weißen Anzug trug mit Krawatte und sehr vornehm. Er wirkte, wie aus einem etwas kitschigen Hollywood-Film. Irgendwie unglaubwürdig oder unecht. Im Nachhinein würde ich sagen, dass diese Person derart in Erscheinung trat, vielleicht weil ich es so besser verstand oder es so erwartete?

Der Mann, der so etwas wie Gott oder etwas Übergeordnetes darstellen sollte, sagte: ‚Das gehört sich nicht.‘
Es hatte den unmissverständlichen Ton eines Verbotes, genau so, wie man es einem Kind sagen würde. Es gab da keinen Zweifel oder in der Form: ‚Es wäre gut, wenn..‘. Es war auch kein Befehl. Aber es war eindeutig, dass es so gemeint war. Die Message war klar. So etwas ‚tut man nicht‘.
Anschließend war der Traum vorbei.

Ich weiß, das klingt verrückt, aber es hat sich exakt so zugetragen.
Nach diesem Traum bin ich mit diesen Worten ‚Das gehört sich nicht‘ aufgewacht. Obgleich das bereits ca. 30 Jahre her ist, liegen mir die Worte und deren Eindeutigkeit immer noch im Gedächtnis.

Dieses Verbot bezog sich auf mein Vorhaben, das Datum des Todes eines nahestehenden Menschen in Erfahrung zu bringen. Und daher hatte ich so etwas auch nie wieder versucht.

Doch ich ließ mich nicht davon abbringen, zumindest andere, übliche Situationen, die sich zukünftig ereignen sollten, wie oben bei der Arbeit, in Erfahrung bringen zu wollen.
Und so plante ich an einem der folgenden Wochenenden zu träumen, mit wem ich am Montag arbeiten werde. Ich hatte an diesem Montag wieder eine starke Vorahnung. Und es kam auch so, wie ich es gefühlt hatte.

Doch aus irgendeinem Grund, verließ mich das Interesse an diesen Vorahnungen. Ich dachte, es würde nie wieder so eindeutig sein, wie der Vorfall auf der Baustelle mit dem Elektriker. Und so verlief es sich. Im Grunde habe ich nichts vergleichbares im Sinne dieser Vorahnungen, die später tatsächlich und in dieser Eindeutigkeit eintreffen mehr geträumt oder erlebt.

Etwas kurios ist dann in diesem Zusammenhang noch folgender Aspekt. Es bezieht sich auf den Mann im weißen Anzug in meinem Traum. Mehr als ein Jahrzehnt später kam der Film ‚Bruce Allmächtig‘ in die Kinos. Als ich den Film sah, traute ich meinen Augen nicht! Morgan Freeman spielt dort die Rolle Gottes, in einem weißen Anzug, der so ziemlich (wie man es nach dieser Zeit aus der Erinnerung noch sagen kann) dem gleich kam, wie ich es geträumt hatte! Es klingt absolut verrückt, aber wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es selbst nicht glauben.

Haben die Entitäten, denen man im Traum begegnet, einen Sinn für Humor? Oder war dies ein zusätzlicher Fingerzeig oder Wink mit dem Zaunpfahl, dass ich daran glauben darf, dass gar etwas dran ist, dass wir im Traum Möglichkeiten besitzen, die wir uns nicht vorstellen können, z.B. in die Zukunft zu schauen?

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