Phänomen Traum: Zwei ‚Fall‘-Träume mit positivem Ausgang

Mit der Reihe ‚Phänomen Traum‘ möchte ich vehement der materialistisch orientierten Auffassung der Hirnforschung entgegentreten, die davon ausgeht, dass Träume im Grunde eine Art Neben- oder Abfallprodukt der Prozesse sind, die während des Schlafes potentiell im Gehirn stattfinden. Es sind nur Indizien, die ich liefern kann. Jedoch weisen diese in eine Richtung, die darauf hindeuten könnte, dass Träume viel mehr sind, als irgendwelche wert- und sinnlosen Geschichten, die sich das Hirn zusammen reimt.

In der letzten Zeit hatte ich zwei Träume, die vielleicht eines gemeinsam haben, nämlich, dass es ‚abwärts‘ ging. Deshalb beschreibe ich beide Träume in einem Beitrag. Auch, weil deren Inhalte auch nicht so umfangreich waren, als dass sich jeweils ein Beitrag lohnen würde.

Diese Art Träume kennt wahrscheinlich so gut wie jeder und meist hat man sie vermehrt in der Jugend oder sogar noch früher. Man stürzt irgendwo herunter und fällt und fällt und fällt endlos irgendwo herunter. Manchmal ist es ein Fahrstuhlschacht oder eine Schlucht oder irgendwas in der Art.
Meist scheint man niemals aufzuschlagen und wenn doch, wacht man in diesem Moment völlig Schweiß gebadet oder erschrocken auf.
In meinen beiden Träumen ging es irgendwie in diesem Sinne auch bergab, aber beide Träume hatten einen positiven Ausgang, der mich nicht erschrocken aufwachen ließ.

Traum 1, ca. 1-2 Wochen her.
Ich befinde mich in einem Zirkuszelt. Es sehr großes Zelt, ungefähr so, wie diese riesigen Zelte in den USA. Sie bestehen aus mehreren Abschnitten. Jeder Abschnitt zeichnet sich durch einen großen Mast aus, der dem Zelt für diesen Abschnitt seine Wölbung gibt und woran es befestigt ist.
Ich sitze oben im Zelt, fast an der Decke, auf einer Stange. Es handelt sich um diese Stangen, über die diese fliegenden Akrobaten von einer Stange zur anderen fliegen. Ich habe gerade den Fachbegriff nicht zur Hand. Die eigentliche Vorführung, die ich und meine Partnerin anscheinend kurz zuvor durchgeführt hatten, war bereits vorbei und eine neue Attraktion war in einem anderen Abschnitt dieses riesigen Zeltes zur Begeisterung des Publikums bereits gestartet. Die Aufmerksamkeit des Publikums war also aktuell eher auf die neue Vorführung gerichtet.
Neben mir, ebenfalls auf einer solchen Stange, saß meine Partnerin. Sie war nicht nur meine Partnerin, was die akrobatischen Aktionen angeht (was auch immer wir vorher mutmaßlich vorgeführt hatten), sondern auch meine Lebensgefährtin oder Frau. Wir hingen also dort oben nebeneinander und irgendwie miteinander verbunden. Unsere beiden Stangen bzw. die Seile/Aufhängungen hingen irgendwie zusammen.
Da wurde mir bewußt, dass ich an Höhenangst litt. Ich schaute herunter und es waren locker 10-20m freier Raum unter uns. Mir wurde schwummrig. Im RealLife bin ich tatsächlich seit ein paar Jahrzehnten ängstlich, was Höhen angeht. Früher, so etwa bis Ende 20, hat es mir nicht so viel ausgemacht. In dem Traum war die Höhenangst jedoch nicht so ganz ausgeprägt wie im RealLife. Jedoch war mir diese leichte Höhenangst unangenehm, denn schließlich war ich anscheinend in dieser Rolle in diesem Traum ja ein Akrobat. Dazu kam, dass ich zusammen mit meiner Frau, die offensichtlich keine Höhenangst hatte und einer alten Akrobatenfamilie entstammte, diese gefährlichen Kunststücke vollbringen musste. Da kommt Höhenangst natürlich nicht gut bzw. ist dann sogar eher gefährlich und bedenklich. Ich war also, im Gegensatz zu meiner Frau, kein ‚geborener Akrobat‘, sondern ‚dazu gekommen‘ oder eingeheiratet. Deshalb war es mir unangenehm, denn ich war, zumindest was diesen Beruf angeht, ’suboptimal geeignet‘ für meine Frau. Ich fühlte mich, als ob ich ihr deshalb nicht genügen könnte wegen dieses Makels.
Irgendwann ließ meine Frau uns von dort oben herunter, indem sie ein Seil sukzessive mit der einen Hand immer wieder rhythmisch löste.
Dann, als wir fast unten auf dem Zeltboden angekommen waren, wurden meine Zweifel wegen meiner ‚Fehlbarkeit‘ aufgelöst, indem mir plötzlich, wie mit einer ‚ungefilterten emotionalen Übertragung‘ im vollen Umfang die Gefühle meiner Frau mir gegenüber gewahr wurden. Alles das, was Worte nicht übertragen können und was nicht gesagt wird oder werden kann, wurde mir von meiner Frau übertragen. Es war nicht so, dass sie es mir bewußt übermittelt hat, indem sie mich anstarrte und es überhaupt initiiert hat. Es wurde mir viel mehr ‚einfach so‘ bewußt und gegenwärtig, ohne, dass meine Frau in diesem Traum das veranlasst oder gewusst hätte oder so etwas. Ich fühlte also direkt ihre Gefühle mir gegenüber im vollsten Umfang und extrem intensiv. Ich fühlte also in diesem Sinne, dass sie mit mir glücklich war und es daran keinen Zweifel gab. Eine wahre Freude und Glück, weil sie mich hatte. Ich spürte, dass ich ihr mehr als genügte. Ich war der Grund für ihre Zufriedenheit und ihre Lebensfreude. Ich war ihre Liebe. Was so einfach und schlicht klingt, war genau deshalb umso schöner für mich. Dass ich es erfahren und fühlen konnte. Dass ich es nun auf diese Weise regelrecht ‚wusste‘. Doch viel mehr, ich spürte es jetzt und damit war es so wie es ist. Anscheinend hatte ich es ‚zuvor‘ (wie auch immer ein ‚zuvor‘ in diesem Traum ausgesehen haben möge und wie man sich Zeit/Vergangenheit im Traum vorstellen kann) wohl nicht gewusst. Und es war für mich noch schöner als man es sich eh schon vorstellt, denn mein Makel der Höhenangst machte da keinen Unterschied. Meine Frau liebte mich, weil ich da bin und das bin, was ich bin. Es war sehr schön. Und es machte mich stolz und glücklich. Ich habe mich nach diesem Traum gefragt, wieso man im RealLife seinen Mitmenschen nicht wirklich alles versucht zu erklären, wie man empfindet, wie sehr man z.B. jemanden liebt? Es scheint eine Message dieses Traumes gewesen zu sein. Eigentlich lieben wir uns und niemand ist wirklich schlecht oder ungeeignet. Jeder ist gut so, wie er ist und man liebt den anderen auch genau deshalb. Es ist schade und traurig, dass wir das im Leben kaum oder selten sagen oder den anderen zu verstehen geben. Vielmehr wird häufig nur das negative gesehen oder hervor gehoben. Es wird stets versucht, zu verbessern, anzupassen und so zurecht zu biegen, wie es irgendwelche fremden und absurden Vorgaben, Vorstellungen oder Theorien vorgeben. Was ein Quatsch und Verschwendung.

Traum 2, ca. 2-3 Tage her.
Ein Wolkenkratzer in New York. Ich arbeite anscheinend dort als Handwerker. Der Wolkenkratzer befindet sich nicht im Bau, sondern ist schon längst ‚in Betrieb‘. Irgendwo, in einem der obersten Stockwerke, also achtzigster Stock oder sowas, jedenfalls extrem weit oben, möchte ich nach unten fahren und bewege mich auf einen Fahrstuhl zu. Ich komme um die Ecke, dort befindet sich die Fahrstuhltür, und sehe, dass die Tür, zu meiner Verwunderung, offen steht. Man kennt das ja, gemäß Murphy’s Gesetz muss man immer auf den Fahrstuhl warten. Doch dieser Fahrstuhl stand offen und drinnen standen 3-4 Leute. Ich erinnere mich an einen Mann in der Mitte. Drei Personen standen nämlich nebeneinander, mit dem Blick zur Tür gerichtet. Der Mann in der Mitte war ein Afroamerikaner in einem Anzug bzw. er hatte einen schicken, mittellangen Mantel an. So einen mit Fell am Kragen und aus Leder. Richtig edel. Irgendwie so, wie man es sich in der Business-Welt der Wall Street vorstellt. Nun betrat ich eilig den Fahrstuhl, bevor die Türen zu fahren. In dem Moment, als ich den Fahrstuhl betrat, sackte dieser ab. Anscheinend, weil mein Gewicht zu groß war bzw. das dazu gekommene Gewicht gerade so an der Grenze dessen war, was dieser Fahrstuhl tragen konnte. Doch eigentlich war dieser Fahrstuhl natürlich für noch sehr viel größere Gewichte geeignet. Einer dieser seltsamen Zusammenhänge in Träumen eben, die nicht so ganz logisch sind. Oder vielleicht war der Fahrstuhl auch altersschwach. Jedenfalls sackte der Fahrstuhl ab. Erst ein bisschen, dann mehr und ich fühlte, wie der Fahrstuhlboden unter mir nachgab. Ich drehte mich leicht um und sah, wie die Fahrstuhltür bzw. die Öffnung sich nach oben entfernte aber noch zu sehen war, weil der Fahrstuhl selbst sich ja absenkte. Eine Frau rief ängstlich irgendetwas. Und auch ich gab irgendwas in der Art ‚Huch‘ oder so von mir. Doch der Fahrstuhl als solches stürzte nicht ab. Ich hatte das Gefühl, dass ich keine Angst haben muss. Jedenfalls hatte ich keine Angst mit dem Fahrstuhl ins Unendliche abzustürzen. Und nun fuhr der Fahrstuhl los. Ganz so, als würde er seiner normalen Funktion bzw. Tätigkeit nachgehen. Und wir fuhren nach unten. Etwas schneller als normal, denn das Gewicht war ja erhöht oder grenzwertig. Es war schon etwas, was einem ein mulmiges Gefühl bereiten könnte, aber ich hatte die ganze Zeit das Bewußtsein, dass ich keine Angst deshalb haben müsste. Und selbst, wenn der Fahrstuhl abstürzen würde, empfand ich angesichts dieses möglichen Szenarios kaum oder keine Angst. Nun waren wir unten angekommen und es gingen die Gedanken um, ob der Fahrstuhl auch in der untersten Etage angesichts des ‚Übergewichts‘ (vielleicht war der Fahrstuhl auch einfach altersschwach) normal funktionieren, anhalten würde und die Türen sich auch öffnen würden. Doch der Fahrstuhl hielt an und öffnete die Türen. Alle Passagiere und auch ich konnten unversehrt aussteigen.

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